MONTENEGRO – KATHOLIKEN UND DIASPORA

(Foto Fantur: Die Kirche Maria am Felsen beherbergt in Perast die wundertätige Ikone)

(Foto Fantur: Die Kirche Maria am Felsen beherbergt in Perast die wundertätige Ikone)

(Foto Fantur: Kirche des hl. Nikolaus, die bedeutendste serbisch-orthodoxe Kirche in der Altstadt von Kotor, Montenegro)


(Foto C. Oman, das „Auge Gottes“ am Erker des Giebels des barocken Bürgerhaus in der Freistadt Rust, Burgenland)
Das „Auge Gottes“ ist insbesondere im Barock und Rokoko ein beliebtes Motiv in der christlichen Kunst. Sieht dabei ein „Gottes Auge“ alles? Übernimmt es zudem einen Überwachungsstatus? Sind folglich die Menschen nur Marionetten? Bösartig formuliert: herrscht Gott aus dem Blickwinkel eines Diktators? Bestimmt er vorausgehend die Lebensabläufe?

(Foto Fantur: der gute Hirte im Mausoleum der Galla Placidia in Ravenna, Italien)
Seine Anwesenheit verbreitet Zuversicht und man fühlt sich sicher und aufgehoben. Außerdem erschleicht er sich das Vertrauen nicht. Dies betrifft den guten Hirten, der seine Schafe behütet.

(Foto Fantur: BROT für ALLE)
Das Brot steht neben dem Fisch als Bild für das Leben. 673 Millionen Menschen, geschätzt 8,2 % der globalen Bevölkerung, litt 2024 unter Hunger.



(Fotos Fantur: die Außenansicht der Frühchristlichen Basilika Sant’Apollinare in Classe, Ravenna, Italia)
Die Frühchristlichen Basilika, der erste Kirchenbaustil (4. – 7. Jahrhundert), begleitet den Gläubigen symbolisch vom irdisch begrenzten Leben (Westportal) zur aufgehenden Sonne, dem Ort der Auferstehung, im Osten.

(Foto Fantur: Friedenstauben für den Verstorbenen – ein Teil des Mosaiks im Mausoleum der Galla Placidia, Ravenna, Italia)
40 Tage regnete es und die Sintflut hinterließ eine Spur der Verwüstung. Demzufolge breitete sich das Wasser in Sekundenschnelle aus und erstickte alles Lebenswerte. Es ist so, wie mit einem geworfenen Stein, der im Wasser immer weitere Kreise zieht. Ebenso verhält es sich auch mit der Gewalt und dem Bösen.

(Foto Fantur: Symbole „Glaube, Hoffnung, Liebe“ am Kirchturm der Hundertwasserkirche Bärnbach, Steiermark)

(Foto Fantur: zünd an dein Licht)

(Foto Fantur: das Kreuz – ein Pendel zwischen Angst und Hoffnung)
Das Kreuz erinnert an die Hinrichtung des Religionsstifters Jesus von Nazareth. Die Ausrichtung des Kreuzes birgt Symbolkräfte. So drückt der Längsbalken die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott bzw. zwischen dem Irdischen und dem Jenseitigen aus. Im Gegensatz dazu steht der Querbalken für die zwischenmenschlichen Beziehungen genauso, wie die offenen Arme zum Willkommensgruß. Der Mittelpunkt des Kreuzes, wo sich die horizontale und die vertikale Ebene begegnen, ist das tragende, ausgleichende und verbindende Element beider Ebenen. Da vereinen sich das Diesseits und das Jenseits.

(Foto Fantur: Grablegung Jesu, Fresko im Eingangsbereich der Grabeskirche in Jerusalem)
Der Tod hinterlässt eine langen Schatten. Die einen scheren aus, andere suchen nach Auswegen und leben von Erinnerungen, wieder andere halten Ausschau nach existenziellen Lichtimpulsen und Hoffen auf ein Kerzenlicht, das niemals erlischt.

(Foto Fantur: Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt, am Kalvarienberg in Eisenstadt)

(Foto Fantur: Michelangelos Pietà im Petersdom in Rom)
Der traurigste Moment und der Tiefpunkt im Leben passieren, wenn eine Mutter den Tod ihres Kindes betrauern muss. Dies drückt sich in der Sakralkunst in der Darstellung der Pietà aus. Da wird Maria mit ihrem toten Sohn in den Armen gezeigt und es erfolgt die letzte zärtliche Berührung Marias.

(Foto Fantur: Hans Pleydenwurff, 1420-1472, Hofer Altar, Kreuzigung Christi, Alte Pinakothek München)
Ein Opfertod „verjährt“ nicht und ist nicht vergeblich. Er hat viele Gesichter und verändert die Gesellschaft.

(Foto Fantur: der griechisch-orthodoxe Kreuzigungsaltar am Kalvarienberg/Golgotha in der Grabeskirche in Jerusalem)

(Foto Fantur: der katholische Altar der Annagelung am Kalvarienberg/Golgotha in der Grabeskirche in Jerusalem)

(Foto Fantur: freigelegter Golgotafelsen in der Grabeskirche in Jerusalem, Israel)
Nagel um Nagel
Schlag um Schlag
Schmerz um Schmerz
Wunde um Wunde
Eingeschlagen ins Kreuz

(Foto Fantur: X. Kreuzwegstation von Valentin Oman in der Pfarrkirche Latschach / Loče am Faaker See / Baško jezero)
„Ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben. … Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“ (Mt 25, 43.45) Dies ist ein Ausschnitt aus dem Gleichnis des Weltgerichts. Diese Aussage drückt ein Richtmaß für das Leben aus und stellt eine Messlatte für das Leben danach dar.

(Foto Fantur: IX. Kreuzwegstation von Valentin Oman in der Pfarrkirche Latschach am Faaker See / Loče ob Baškem jezeru)

(Foto Fantur: geknicktes Kreuz im Naturschutzgebiet Dragositschach / Dragožiče)
Meine Würde
verdreht ein Zerrbild
Mein Wesen
überschüttet
mit Hasstiraden
Meine Existenz
ausgegrenzt
infolge der Anders-Artigkeit
Meine Person
mithilfe von Meineidern
gezerrt vor die Gerichte-Küche
Mein Sein
verpixelt bis zur
Unkenntlichkeit
Meine unerwünschte Person
gejagt und geknickt
Peter Fantur
„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34)

(Foto Fantur: 9. Station auf der Via Dolorosa in Jerusalem vor der koptisch-orthodoxen Kirche St. Helena)

(Foto Fantur: VII. Kreuzwegstation, eine Detailansicht des Fastentuches im Gurker Dom, Kärnten, Austria)
Das Kreuz mit dem Kreuz
mit gezeichnetem
durchdrungenem
und angeheftetem
Schandfleck

(Foto F.: Veronika gibt Jesus das Schweißtuch in der Nikolaikirche in Villach, Kärnten)
Ein Schweißtuch schreibt Geschichte. So sammelt dieser Stoff Schweißtropfen und diese erzählen den Alltag einer Person. Darin spiegeln sich die anstrengende Mühe und Plage einer Person wider. Im Schweiße des Angesichts wird der Ernährungshaushalt aufgefüllt.

[Foto Fantur: Simon aus Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen in der Wallfahrtskirche Maria Gail / Marija na Zilji bei Villach]
Und die mühevolle Feldarbeit ist abgeschlossen; allerdings zwingen Soldaten Simon aus Kyrene, das Kreuz des körperlich geschwächten Jesus zu tragen. Den Ausgang des Tages hat sich Simon wohl anders und entspannter vorgestellt.

(Foto Fantur: Was für ein Anblick für eine Mutter? Jesu Dornenkrönung von Caravaggio, 1603, Kunsthistorisches Museum Wien)
Was für ein Anblick für die Mutter Jesu! Sie sieht ihren Sohn von Schlägen, Verletzungen und dem tragenden Kreuz körperlich schwer gezeichnet. Am liebsten würde sie ihm gerne beistehen, doch in diesem Augenblick fühlt sie sich meilenweit von ihm entfernt.

(Foto Fantur: Kreuzwegbild von Rudolf Pointner in der Hunderwasser-Kirche Sankt Barbara in Bärnbach, Steiermark)
Geschundenes und geknicktes Rückgrat
Erschöpft von Unkenrufen
Wirbelstürmen aus der Vergangenheit
Innig posaunen Verwundungen

[Foto Fantur: Kreuztragender Christus um 1510/15 (?) von Bernardino Luini (?) im Kunsthistorischen Museum in Wien]
Sie legen mir das Kreuz auf
erdrückend der Längsbalken
ungewohnt und befremdlich
mit erhobenem Haupt zielgerichtet.

(Foto Fantur: Wisch und weg im Club der Pilatusse)
Sie schreien
kreuzige ihn, kreuzige ihn
und Pilatus wäscht
Seine Hände in Unschuld.

(Collage Fantur: „Kreuzweg“ international)
Wege Kreuz
Kreuz Weg
Kreuz Balken
Kreuz Trage
Kreuz Leiden
Kreuz Zeichen
Kreuz Tod

(Foto Fantur: Frauenkirchen in Burgenland: Gnadenbild, das sogar die Türkenbelagerung 1683 überstand)
Nach einer berauschenden Silvesternacht folgt die Ernüchterung. Es beginnt ein neues Jahr, mit neuen Voraussetzungen, Herausforderungen und Hoffnungen. Am 1. Jänner feiert die katholische Kirche das „Hochfest der Gottesmutter Maria“. Somit wird das neue Jahr unter den Schutzmantel Marias gestellt.

(Foto Fantur: Schuster Martin, gespielt von Ernst Müller vom Ensemble EliThe)



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(Foto Fantur: Rorate in der Wallfahrtskirche Maria Elend / Podgorje)
„Rorate caeli desuper“ – „Taut ihr Himmel von oben!“ (Jes 45,8). Der Himmel soll auftauen und der Erde Licht spenden. Die dunklen Kirchen werden im Advent frühmorgens, vor dem Sonnenaufgang, mit Kerzenlicht erleuchtet. Die Frühmesse im Advent wird „Rorate“ genannt.


(Foto Fantur: Maria Immaculata über dem Hochaltar der Kollegienkirche in Salzburg)

(Foto Fantur: die erste Kerze leitet die vier Adventsonntage ein)
Lange Warteschlangen vor der Kassa, hektisches Treiben in den Einkaufszentren, drängelnde Autofahrer, nervenaufreibende Situationen in Familien, die To-do Liste wird immer länger. Der Zeitraum steht auf Hochdruck des Pulses, der Anstrengung und der Überbelastung. Das ist die eine Seite des Advents und der vorweihnachtlichen Zeit.
Beim Betreten der gotischen Kathedrale gewinnt man den Eindruck, dass sich die Kirche gewaltig in die Höhe ausdehnt. Alles scheint himmelwärts zu streben.
„Not macht erfinderisch“. Die mittelalterliche Erfindung der gotischen Kathedrale war außergewöhnlich. Besonders begeistert von diesem Baustil war der Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe. Dazu zählte er den Straßburger Münster.
Das Mittelalter war nicht nur rosig und friedvoll. Es wurde nämlich auch von Bedrohungen, Gewalt und Tod heimgesucht. Ab dem 11. Jahrhundert hinterließen die Kreuzzüge Spuren von Verwüstung und Tod. Bereits erwähnt wurde der Schwarze Tod im 14. Jahrhundert. Zudem kam durch eine Klimaveränderung eine verheerende Hungersnot (1315-17). Außerdem wütete im 14. und 15. Jahrhundert der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England. Die sakrale Antwort auf die Krisen war die Gotik.


(Foto Fantur: der Totentanz in Hrastovlje, SLO – Mrtvaški ples v cerkvi sv. Trojice v Hrastovljah)

(Foto Fantur: Fresko „O Tod, ich werde dein Tod sein“ von Albin Egger-Lienz, Kapelle in Lienz)

(Foto Fantur: gesunde Weidenröschen in den Dolomiten Italiens)
Ein Erfolgsrezept der Urkirche war, dass Christen nach ihren Gnadengaben wirkten. So zeichneten sie sich durch Weisheit, Wunderkräfte, Prophetie, … (siehe 1. Kor. 12,8-10) aus – jeder nach seinen Fähigkeiten und Talenten. Infolgedessen waren sie überzeugend und mitreißend. Ein Leben aus Überzeugung zeichnete ihren christlichen Glauben aus.

(Foto Fantur: Geburt Mariens von Giotto in der Scrovegni Kapelle in Padua, Italien)

(Foto Fantur: Mariä Geburt am Hochaltar der Waisenhauskirche Maria Geburt in Rennweg, Wien)
Im Arkadenhof der Verkündigungskirche in Nazareth sind Mariendarstellungen auch aus der Ukraine, Japan, Thailand, … zu bewundern.

(Foto Fantur: Verkündigungskirche in Nazareth, Israel)