Kirche

MONTENEGRO – KATHOLIKEN UND DIASPORA

(Foto Fantur: Die Kirche Maria am Felsen beherbergt in Perast die wundertätige Ikone)

 

 

Eine wundertätige Ikone verwandelte Perast und die ganze Region. Seit dem Wunder (1452) findet jedes Jahr am 22. Juli eine Wallfahrt mit den Booten auf die Insel statt. Da werfen die Wallfahrer symbolisch Steine ins Meer und erinnern an die Aufschüttung der künstlichen Insel. Dadurch konnte die Ikone in einer neuerrichteten Kirche ihr Bleibe finden.

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MONTENEGRO – GEBET MIT ALLEN SINNEN

(Foto Fantur: Kirche des hl. Nikolaus, die bedeutendste serbisch-orthodoxe Kirche in der Altstadt von Kotor, Montenegro)

 

 

Die Orthodoxe Kirche ist mit mehr als siebzig Prozent Mitgliedern die größte Konfession in Montenegro. Der Metropolit der serbisch-orthodoxen Kirche ist seit 2021 Joanikije II. (Mićovič). Er beerbte das Amt von seinem Vorgänger Amfilohije (Radović), der an COVID verstorben ist. Die Hauptkirchen des Metropoliten sind das Kloster Cetinje und die Auferstehungskirche (Hauptkirche) in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica.

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AUGEN – BLICKE WERFEN GEBORGENHEIT

 

(Foto C. Oman, das „Auge Gottes“ am Erker des Giebels des barocken Bürgerhaus in der Freistadt Rust, Burgenland)

 

Das „Auge Gottes“ ist insbesondere im Barock und Rokoko ein beliebtes Motiv in der christlichen Kunst. Sieht dabei ein „Gottes Auge“ alles? Übernimmt es zudem einen Überwachungsstatus? Sind folglich die Menschen nur Marionetten?                   Bösartig formuliert: herrscht Gott aus dem Blickwinkel eines Diktators? Bestimmt er vorausgehend die Lebensabläufe?

 

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DER WEIßE FRIEDENSBOTE IN NOTZEITEN

(Foto Fantur: Friedenstauben für den Verstorbenen – ein Teil des Mosaiks im Mausoleum der Galla Placidia, Ravenna, Italia)

 

40 Tage regnete es und die Sintflut hinterließ eine Spur der Verwüstung. Demzufolge breitete sich das Wasser in Sekundenschnelle aus und erstickte alles Lebenswerte. Es ist so, wie mit einem geworfenen Stein, der im Wasser immer weitere Kreise zieht. Ebenso verhält es sich auch mit der Gewalt und dem Bösen. 

 

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FIXIERTER ANKERPLATZ DER HOFFNUNG

(Foto Fantur: Symbole „Glaube, Hoffnung, Liebe“ am Kirchturm der Hundertwasserkirche Bärnbach, Steiermark)

 

 

Anker über Bug werfen gehört zur Schifffahrt, um das Wasserfahrzeug auf festem Boden zu verankern und nach Bedarf an Land zu bringen. Somit wünscht man sich nach jeder Ausfahrt wieder einen Halt und Trittfestigkeit.
 
Ebenso wirft man im Leben Anker, um wieder festen Untergrund und sicheren Halt zu verspüren.

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DAS KREUZ MIT DEM KREUZ BIS ZUM WANDEL

(Foto Fantur: das Kreuz – ein Pendel zwischen Angst und Hoffnung)

 

 

Das Kreuz erinnert an die Hinrichtung des Religionsstifters Jesus von Nazareth. Die Ausrichtung des Kreuzes birgt Symbolkräfte. So drückt der Längsbalken die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott bzw. zwischen dem Irdischen und dem Jenseitigen aus. Im Gegensatz dazu steht der Querbalken für die zwischenmenschlichen Beziehungen genauso, wie die offenen Arme zum Willkommensgruß. Der Mittelpunkt des Kreuzes, wo sich die horizontale und die vertikale Ebene begegnen, ist das tragende, ausgleichende und verbindende Element beider Ebenen. Da vereinen sich das Diesseits und das Jenseits.

 

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DIE KERZE, DIE NIE ERLISCHT

     (Foto Fantur: Grablegung Jesu, Fresko im Eingangsbereich der Grabeskirche in Jerusalem)

 

Der Tod hinterlässt eine langen Schatten. Die einen scheren aus, andere suchen nach Auswegen und leben von Erinnerungen, wieder andere halten Ausschau nach existenziellen Lichtimpulsen und Hoffen auf ein Kerzenlicht, das niemals erlischt.

 

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DER ABSCHIED BIS ZUR LETZTEN BERÜHRUNG

   (Foto Fantur: Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt, am Kalvarienberg in Eisenstadt)

 

 (Foto Fantur: Michelangelos Pietà im Petersdom in Rom)

 

 

Der traurigste Moment und der Tiefpunkt im Leben passieren, wenn eine Mutter den Tod ihres Kindes betrauern muss. Dies drückt sich in der Sakralkunst in der Darstellung der Pietà aus. Da wird Maria mit ihrem toten Sohn in den Armen gezeigt und es erfolgt die letzte zärtliche Berührung Marias.

 

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DIE LIEBE STEHT AUF DER NAGELPROBE

(Foto Fantur: der griechisch-orthodoxe Kreuzigungsaltar am Kalvarienberg/Golgotha in der Grabeskirche in Jerusalem)

 

(Foto Fantur: der katholische Altar der Annagelung am Kalvarienberg/Golgotha in der Grabeskirche in Jerusalem)

 

(Foto Fantur: freigelegter Golgotafelsen in der Grabeskirche in Jerusalem, Israel)

 

 

Nagel um Nagel

Schlag um Schlag

Schmerz um Schmerz

Wunde um Wunde

Eingeschlagen ins Kreuz

 

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DIE BLOßSTELLUNG DES WERTLOSEN

(Foto Fantur: X. Kreuzwegstation von Valentin Oman in der Pfarrkirche Latschach / Loče am Faaker See / Baško jezero)

 

 

„Ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben. … Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“ (Mt 25, 43.45) Dies ist ein Ausschnitt aus dem Gleichnis des Weltgerichts. Diese Aussage drückt ein Richtmaß für das Leben aus und stellt eine Messlatte für das Leben danach dar. 

 

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GEKNICKT DURCH DIE LAST DES KREUZES

(Foto Fantur: IX. Kreuzwegstation von Valentin Oman in der Pfarrkirche Latschach am Faaker See / Loče ob Baškem jezeru)

 

 (Foto Fantur: geknicktes Kreuz im Naturschutzgebiet Dragositschach / Dragožiče)

 

 

Meine Würde

verdreht ein Zerrbild

 

Mein Wesen

überschüttet

mit Hasstiraden

 

Meine Existenz

ausgegrenzt

infolge der Anders-Artigkeit

 

Meine Person

mithilfe von Meineidern

gezerrt vor die Gerichte-Küche

 

Mein Sein

verpixelt bis zur

Unkenntlichkeit

 

Meine unerwünschte Person

gejagt und geknickt

vom auferlegten Kreuz

 

Peter Fantur

 

 

 

IX. Station: JESUS FÄLLT ZUM DRITTEN MAL UNTER DEM KREUZ

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34)

 

 

(Foto Fantur: 9. Station auf der Via Dolorosa in Jerusalem vor der koptisch-orthodoxen Kirche St. Helena)

 

 

 

 

DER BEFUND EINES SCHWEIßTUCHES

(Foto F.: Veronika gibt Jesus das Schweißtuch in der Nikolaikirche in Villach, Kärnten)

 

 

Ein Schweißtuch schreibt Geschichte. So sammelt dieser Stoff Schweißtropfen und diese erzählen den Alltag einer Person. Darin spiegeln sich die anstrengende Mühe und Plage einer Person wider.                                                                                                      Im Schweiße des Angesichts wird der Ernährungshaushalt aufgefüllt.

 

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FREMDER IN NOT

[Foto Fantur: Simon aus Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen in der Wallfahrtskirche Maria Gail / Marija na Zilji bei Villach]

 

 

Und die mühevolle Feldarbeit ist abgeschlossen; allerdings zwingen Soldaten Simon aus Kyrene, das Kreuz des körperlich geschwächten Jesus zu tragen. Den Ausgang des Tages hat sich Simon wohl anders und entspannter vorgestellt.

 

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DER SEELEN-PEIN AUSGELIEFERT

(Foto Fantur: Was für ein Anblick für eine Mutter? Jesu Dornenkrönung von Caravaggio, 1603, Kunsthistorisches Museum Wien)

 

 

Was für ein Anblick für die Mutter Jesu! Sie sieht ihren Sohn von Schlägen, Verletzungen und dem tragenden Kreuz körperlich schwer gezeichnet. Am liebsten würde sie ihm gerne beistehen, doch in diesem Augenblick fühlt sie sich meilenweit von ihm entfernt.

 

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GUT BEHÜTET INS NEUE JAHR

(Foto Fantur: Frauenkirchen in Burgenland: Gnadenbild, das sogar die Türkenbelagerung 1683 überstand)

 

 

Nach einer berauschenden Silvesternacht folgt die Ernüchterung. Es beginnt ein neues Jahr, mit neuen Voraussetzungen, Herausforderungen und Hoffnungen. Am 1. Jänner feiert die katholische Kirche das „Hochfest der Gottesmutter Maria“. Somit wird das neue Jahr unter den Schutzmantel Marias gestellt.

 

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LICHTBLICKE IM ADVENT_7

(Foto Fantur: Schuster Martin, gespielt von Ernst Müller vom Ensemble EliThe)

 

 

 

 

 

 

 

(Foto Fantur: v. l. Harald Triebnig, Ernst Müller, Berlinda Wriessnegger, Leo Moser, Sebastian Gutschi und Horst Bernel vom Ensemble EliThe).
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(Foto Fantur: Ernst Müller alias Schuster Martin beim Lesen der Lebensquelle – Bibel, l. Ernst Müller mit dem Engelsboten Marie Lisa Korb).
Schuster Martin werkt Tag und Nacht in seinem Keller. Sein Blick in die Außenwelt führt durch ein kleines Kellerfenster. Hier beobachtet er die Schuhe von vorbeigehenden Passanten, die allesamt von ihm angefertigt worden sind. Er zog sich zurück, nachdem seine Frau früh verstorben war und er Jahre später auch noch seinen einzigen Sohn verloren hatte. In der Phase des Rückzugs und der tiefen Trauer findet er Trost beim Lesen des Evangeliums. Da hört er eine Stimme: „Martin, Martin, morgen will ich zu dir kommen!“

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LICHTBLICKE IM ADVENT_4

  

 

 

(Foto Fantur: Maria Immaculata über dem Hochaltar der Kollegienkirche in Salzburg)

 

 

Im strahlenden Licht erscheint die Madonna in der Kollegien- oder Universitätskirche in Salzburg. Die weiße Kalklasur trägt einen entscheidenden Beitrag dazu. Die Mutter Gottes befindet sich über den prachtvollen barocken Hochaltar und wird von 71 Engeln begleitet.

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LICHTBLICKE IM ADVENT_2

    (Foto Fantur: die erste Kerze leitet die vier Adventsonntage ein)

 

 

Lange Warteschlangen vor der Kassa, hektisches Treiben in den Einkaufszentren, drängelnde Autofahrer, nervenaufreibende Situationen in Familien, die To-do Liste wird immer länger. Der Zeitraum steht auf Hochdruck des Pulses, der Anstrengung und der Überbelastung. Das ist die eine Seite des Advents und der vorweihnachtlichen Zeit.

 

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DER HIMMELSSTÜRMER DES SAKRALBAUS

Das Mittelalter war nicht nur rosig und friedvoll. Es wurde nämlich auch von Bedrohungen, Gewalt und Tod heimgesucht. Ab dem 11. Jahrhundert hinterließen die Kreuzzüge Spuren von Verwüstung und Tod. Bereits erwähnt wurde der Schwarze Tod im 14. Jahrhundert. Zudem kam durch eine Klimaveränderung eine verheerende Hungersnot (1315-17). Außerdem wütete im 14. und 15. Jahrhundert der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England. Die sakrale Antwort auf die Krisen war die Gotik.

 

 

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ZUM ALLERLETZTEN TANZ, BITTE

 

(Foto Fantur: der Totentanz in Hrastovlje, SLO – Mrtvaški ples v cerkvi sv. Trojice v Hrastovljah)

 

1397 brach in Europa die Pest (der Schwarze Tod) aus und die Pandemie dauerte mehr als fünf Jahre. Auch danach breitete sie sich zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten immer wieder aus. Infolgedessen fiel ihr ein Drittel der europäischen Bevölkerung zum Opfer. In den Städten starb fast jede zweite Person. Die Pest kam über Asien, die Seidenstraße und über Marseille nach Europa.

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BEWEGENDE ENERGIE DURCH DIE URKRÄFTE

      (Foto Fantur: gesunde Weidenröschen in den Dolomiten Italiens)

 

Ein Erfolgsrezept der Urkirche war, dass Christen nach ihren Gnadengaben wirkten. So zeichneten sie sich durch Weisheit, Wunderkräfte, Prophetie, … (siehe 1. Kor. 12,8-10) aus – jeder nach seinen Fähigkeiten und Talenten. Infolgedessen waren sie überzeugend und mitreißend. Ein Leben aus Überzeugung zeichnete ihren christlichen Glauben aus.

 

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DIE GEBURT MARIENS UND DIE SCHWALBEN IM ABFLUG

(Foto Fantur:  Geburt Mariens von Giotto in der Scrovegni Kapelle in Padua, Italien)

 

(Foto Fantur: Mariä Geburt am Hochaltar der Waisenhauskirche Maria Geburt in Rennweg, Wien)

 

Die Geburt Mariens hat auch einen fixen Platz im Kirchenjahr. Daher feiern am 8. September die Katholiken und die Orthodoxen ihre Geburt. Folglich wird dieser Tag  auch als „kleiner Frauentag“ bezeichnet. Somit hebt er sich vom „großen Frauentag“ (15. August) ab, der die Himmelfahrt Mariens zum Inhalt hat.

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