(Fotos Fantur: frühchristliche Basilika Sant’Apollinare in Classe, Ravenna, Italia)

 

Die frühchristlichen Basilika, der erste Kirchenbaustil (4. – 7. Jahrhundert), begleitet den Gläubigen symbolisch vom irdisch begrenzten Leben (Westportal) zur aufgehenden Sonne, den Ort der Auferstehung, im Osten.

 

 

Vor diesem allerersten Baustil war der Ort für religiöse Praktiken eher bescheiden. Ursprünglich feierten die Christen die Gottesdienste im Privathäusern und Katakomben. Hauptsächlich wurden in den Katakomben aber Verstorbene bestattet und Seelenmessen abgehalten. Sie erfüllten fallweise ihre Funktion auch als Versteck vor den Christenverfolgern. Mit der Duldung des Christentums (Konstantinische Wende, 313 n. Chr.) und einer großzügigen staatlichen Unterstützung bekamen die Christen durch die frühchristlichen Basilika ein Gotteshaus für gottesdienstliche Zwecke.

 

 

Das Kirchenschiff navigiert gen Osten 

Der Weg zum Heiligtum war ein weiter. Er führte über das Atrium, einem rechteckigen Vorhof, wo sich die Christen bei einem zentral gelegenen Brunnen reinigen und auffrischen konnten. Vor der Hauptfassade der Basilika, befand sich eine Vorhalle mit der Bezeichnung „Narthex“. Dies war der Aufenthalt für alle Ungetauften, Katechumenen (Vorbereitenden auf die Taufe) und die Büßer. An diesem Ort erfolgte auch die Segnung der Särge.

 

 

 

(Foto Fantur: Grundriss der Brotvermehrungskirche in Tabgha, Israel)

 

 

Über das Westportal führte der Weg in die Kirche, mit einem Mittelschiff und zwei bzw. vier Seitenschiffen. Im Osten war der Chorbereich mit der Apsis (Chorabschluss), einer Priesterbank und der Kathedra (Bischofssitz). Der Sakralbereich im Osten mit dem steinernen Altar im Mittelpunkt, wirkte durch eine Stufe vom Mittelschiff abgehoben. Chorschranken grenzten den Chor vom Mittelschiff, wo sich die Gläubigen aufhielten, ab. Ein Märtyrergrab unter dem Altar gab der Basilika eine besondere heilige Note.

 

 

 

(Foto Fantur: Basilica Santa Maria Assunta mit Campanile in Aquileia, Italia)

 

(Foto Fantur: Innenansicht der Basilica Santa Maria Assunta in Aquileia, Italia)

 

 

* Anm. zum Grundriss: westlich und östlich der Apsis wurden weitere Räume (Pastophorien: Prothesis und Diakonikon) angebaut. Sie dienten liturgischen Zwecken.

Von Peter Fantur

Mein Name ist Peter Fantur, bin pensionierter Religionsprofessor und bin Redakteur des Blogs "GlaubeLeben" (reli4life)

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