Mai 2026

DER WEIßE FRIEDENSBOTE IN NOTZEITEN

(Foto Fantur: Friedenstauben für den Verstorbenen – ein Teil des Mosaiks im Mausoleum der Galla Placidia, Ravenna, Italia)

 

40 Tage regnete es und die Sintflut hinterließ eine Spur der Verwüstung. Demzufolge breitete sich das Wasser in Sekundenschnelle aus und erstickte alles Lebenswerte. Es ist so, wie mit einem geworfenen Stein, der im Wasser immer weitere Kreise zieht. Ebenso verhält es sich auch mit der Gewalt und dem Bösen. 

 

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FIXIERTER ANKERPLATZ DER HOFFNUNG

(Foto Fantur: Symbole „Glaube, Hoffnung, Liebe“ am Kirchturm der Hundertwasserkirche Bärnbach, Steiermark)

 

 

Anker über Bug werfen gehört zur Schifffahrt, um das Wasserfahrzeug auf festem Boden zu verankern und nach Bedarf an Land zu bringen. Somit wünscht man sich nach jeder Ausfahrt wieder einen Halt und Trittfestigkeit.
 
Ebenso wirft man im Leben Anker, um wieder festen Untergrund und sicheren Halt zu verspüren.

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DAS KREUZ MIT DEM KREUZ BIS ZUM WANDEL

(Foto Fantur: das Kreuz – ein Pendel zwischen Angst und Hoffnung)

 

 

Das Kreuz erinnert an die Hinrichtung des Religionsstifters Jesus von Nazareth. Die Ausrichtung des Kreuzes birgt Symbolkräfte. So drückt der Längsbalken die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott bzw. zwischen dem Irdischen und dem Jenseitigen aus. Im Gegensatz dazu steht der Querbalken für die zwischenmenschlichen Beziehungen genauso, wie die offenen Arme zum Willkommensgruß. Der Mittelpunkt des Kreuzes, wo sich die horizontale und die vertikale Ebene begegnen, ist das tragende, ausgleichende und verbindende Element beider Ebenen. Da vereinen sich das Diesseits und das Jenseits.

 

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VON DER AUFGEBROCHENEN SCHALE ZU NEUEM LEBEN

(Foto Fantur: das Ei ist ein typisches österliches Auferstehungssymbol)

 

Zu Ostern sticht das Osterei besonders heraus. Darüber hinaus symbolisiert es die Entstehung neuen Lebens, während das Leben über das Irdische hinausgeht. So wie aus der Schale ein neues Leben in Form eines Küken entspringt, genauso symbolisiert das Osterei das Leben nach dem Tod, die Auferstehung. Außerdem bleibt die Schale das Körperliche, das letztlich zurückbleibt.

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DIE KERZE, DIE NIE ERLISCHT

     (Foto Fantur: Grablegung Jesu, Fresko im Eingangsbereich der Grabeskirche in Jerusalem)

 

Der Tod hinterlässt eine langen Schatten. Die einen scheren aus, andere suchen nach Auswegen und leben von Erinnerungen, wieder andere halten Ausschau nach existenziellen Lichtimpulsen und Hoffen auf ein Kerzenlicht, das niemals erlischt.

 

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DER ABSCHIED BIS ZUR LETZTEN BERÜHRUNG

   (Foto Fantur: Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt, am Kalvarienberg in Eisenstadt)

 

 (Foto Fantur: Michelangelos Pietà im Petersdom in Rom)

 

 

Der traurigste Moment und der Tiefpunkt im Leben passieren, wenn eine Mutter den Tod ihres Kindes betrauern muss. Dies drückt sich in der Sakralkunst in der Darstellung der Pietà aus. Da wird Maria mit ihrem toten Sohn in den Armen gezeigt und es erfolgt die letzte zärtliche Berührung Marias.

 

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DIE LIEBE STEHT AUF DER NAGELPROBE

(Foto Fantur: der griechisch-orthodoxe Kreuzigungsaltar am Kalvarienberg/Golgotha in der Grabeskirche in Jerusalem)

 

(Foto Fantur: der katholische Altar der Annagelung am Kalvarienberg/Golgotha in der Grabeskirche in Jerusalem)

 

(Foto Fantur: freigelegter Golgotafelsen in der Grabeskirche in Jerusalem, Israel)

 

 

Nagel um Nagel

Schlag um Schlag

Schmerz um Schmerz

Wunde um Wunde

Eingeschlagen ins Kreuz

 

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DIE BLOßSTELLUNG DES WERTLOSEN

(Foto Fantur: X. Kreuzwegstation von Valentin Oman in der Pfarrkirche Latschach / Loče am Faaker See / Baško jezero)

 

 

„Ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben. … Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“ (Mt 25, 43.45) Dies ist ein Ausschnitt aus dem Gleichnis des Weltgerichts. Diese Aussage drückt ein Richtmaß für das Leben aus und stellt eine Messlatte für das Leben danach dar. 

 

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GEKNICKT DURCH DIE LAST DES KREUZES

(Foto Fantur: IX. Kreuzwegstation von Valentin Oman in der Pfarrkirche Latschach am Faaker See / Loče ob Baškem jezeru)

 

 (Foto Fantur: geknicktes Kreuz im Naturschutzgebiet Dragositschach / Dragožiče)

 

 

Meine Würde

verdreht ein Zerrbild

 

Mein Wesen

überschüttet

mit Hasstiraden

 

Meine Existenz

ausgegrenzt

infolge der Anders-Artigkeit

 

Meine Person

mithilfe von Meineidern

gezerrt vor die Gerichte-Küche

 

Mein Sein

verpixelt bis zur

Unkenntlichkeit

 

Meine unerwünschte Person

gejagt und geknickt

vom auferlegten Kreuz

 

Peter Fantur

 

 

 

IX. Station: JESUS FÄLLT ZUM DRITTEN MAL UNTER DEM KREUZ

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34)

 

 

(Foto Fantur: 9. Station auf der Via Dolorosa in Jerusalem vor der koptisch-orthodoxen Kirche St. Helena)

 

 

 

 

WEINT ÜBER EUCH UND EURE KINDER

(Foto Fantur: Andrea d’Agnolo gen. del Sarto, Beweinung Christi 1519/20, KHM Wien)

 

 

 

Weinende Mütter

am Grab der Sternenkinder

Trauernde Mütter

mit verhungerten Babys in den Armen

Schreiende Mütter

vor der Todesliste der Kriegssoldaten

Herzzerreißende Mütter

vor dem Sack des lebensmüden Kindes

Wehklagende Mütter

bei vorzeitigem Ableben ihres Sohnes von

 

Peter Fantur

 

 

 


VIII. Station: JESUS BEGEGNET DEN WEINENDEN FRAUEN

„Es folgte ihm aber eine große Volksmenge und viele Frauen, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: ‚Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.'“ (Lk 23,27f.)

 

 

 

      (Foto Fantur: 8. Station auf der Via Dolorosa in Jerusalem)

DER BEFUND EINES SCHWEIßTUCHES

(Foto F.: Veronika gibt Jesus das Schweißtuch in der Nikolaikirche in Villach, Kärnten)

 

 

Ein Schweißtuch schreibt Geschichte. So sammelt dieser Stoff Schweißtropfen und diese erzählen den Alltag einer Person. Darin spiegeln sich die anstrengende Mühe und Plage einer Person wider.                                                                                                      Im Schweiße des Angesichts wird der Ernährungshaushalt aufgefüllt.

 

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FREMDER IN NOT

[Foto Fantur: Simon aus Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen in der Wallfahrtskirche Maria Gail / Marija na Zilji bei Villach]

 

 

Und die mühevolle Feldarbeit ist abgeschlossen; allerdings zwingen Soldaten Simon aus Kyrene, das Kreuz des körperlich geschwächten Jesus zu tragen. Den Ausgang des Tages hat sich Simon wohl anders und entspannter vorgestellt.

 

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DER SEELEN-PEIN AUSGELIEFERT

(Foto Fantur: Was für ein Anblick für eine Mutter? Jesu Dornenkrönung von Caravaggio, 1603, Kunsthistorisches Museum Wien)

 

 

Was für ein Anblick für die Mutter Jesu! Sie sieht ihren Sohn von Schlägen, Verletzungen und dem tragenden Kreuz körperlich schwer gezeichnet. Am liebsten würde sie ihm gerne beistehen, doch in diesem Augenblick fühlt sie sich meilenweit von ihm entfernt.

 

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GUT BEHÜTET INS NEUE JAHR

(Foto Fantur: Frauenkirchen in Burgenland: Gnadenbild, das sogar die Türkenbelagerung 1683 überstand)

 

 

Nach einer berauschenden Silvesternacht folgt die Ernüchterung. Es beginnt ein neues Jahr, mit neuen Voraussetzungen, Herausforderungen und Hoffnungen. Am 1. Jänner feiert die katholische Kirche das „Hochfest der Gottesmutter Maria“. Somit wird das neue Jahr unter den Schutzmantel Marias gestellt.

 

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LICHTBLICKE IM ADVENT_9

 (Foto Fantur: Vier Kerzen mit Strahlkraft)

 

 

Die erste Kerze 
erleuchtet das Heim,
spendet Lächeln der Familie,
gibt Geborgenheit und Rückhalt,
Erlisch, lieber Docht nicht
und wirf keinen Schatten!
 
Die zweite Kerze
belichtet Brücken,
entzündet Lichterketten der Begegnung,
sucht das Verbindende.
Lieber Docht, lass dich niemals
von Neid und Hass ausblasen!
 
Die dritte Kerze
erstrahlt am Horizont,
entflammt die Solidarität und Friedfertigkeit
bei allen Gutmenschen.
Liebes Flämmchen, lass keine Raketen regnen
und vermeide eine globale Verdunkelung!
 
Die vierte Kerze
bringt trotz Aufbruch, Flucht und Bedrängnis
und Hoffnung auf Ankunft,
die Asylkrippe zum Aufleuchten.
Liebe Flamme, erlisch nicht und
wandle dich in einen wegweisenden Stern!
 
Peter Fantur

LICHTBLICKE IM ADVENT_8

(Foto Fantur: KI-generiertes Bild vom Rathaus in Lienz)

 

(Foto Fantur: Acryl auf Leinwand von Su Sigmund)

 

(Foto Fantur: der Weltbaum von Krassimir Kolev)
(Foto Fantur: verlinktes Linien-Porträt von Martin Tardy)

 

 

Der Adventkalender begleitet und verkürzt die Tage bis zum Heiligen Abend. Einen besonderen Adventkalender bietet Lienz in Osttirol, der auch für Diabetiker gut geeignet ist. Er ist kalorienarm und zugleich besonders geistreich.

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LICHTBLICKE IM ADVENT_7

(Foto Fantur: Schuster Martin, gespielt von Ernst Müller vom Ensemble EliThe)

 

 

 

 

 

 

 

(Foto Fantur: v. l. Harald Triebnig, Ernst Müller, Berlinda Wriessnegger, Leo Moser, Sebastian Gutschi und Horst Bernel vom Ensemble EliThe).
.       
(Foto Fantur: Ernst Müller alias Schuster Martin beim Lesen der Lebensquelle – Bibel, l. Ernst Müller mit dem Engelsboten Marie Lisa Korb).
Schuster Martin werkt Tag und Nacht in seinem Keller. Sein Blick in die Außenwelt führt durch ein kleines Kellerfenster. Hier beobachtet er die Schuhe von vorbeigehenden Passanten, die allesamt von ihm angefertigt worden sind. Er zog sich zurück, nachdem seine Frau früh verstorben war und er Jahre später auch noch seinen einzigen Sohn verloren hatte. In der Phase des Rückzugs und der tiefen Trauer findet er Trost beim Lesen des Evangeliums. Da hört er eine Stimme: „Martin, Martin, morgen will ich zu dir kommen!“

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LICHTBLICKE IM ADVENT_5

 

 

(Foto Fantur: Advent-Impressionen aus Velden 1995)

 

Die Lichterketten reichen sich am Adventmarkt die Hände, so auch in Velden am Wörthersee / Vrba ob Vrbskem jezeru. Der vorweihnachtliche Markt greift alle Sinne an. Der schwimmende Adventkranz wird vom beleuchteten Schiffen umgeben. Die Krippe ist eingebettet in zahlreiche Adventhütten, die für Gaumenfreuden sorgen und Kunsthandwerksarbeiten anbieten. Engel gibt es klein und groß, in allen Variationen. Dazwischen gibt es immer wieder Musikeinlagen von Sängern, Blasmusikern und Chören. Die Gründerin und ehemalige Leiterin des Kärntner Doppelsextett Velden Margit Heissenberger lud am vergangenen Samstag zum Singen der Advent- und Weihnachtslieder in die Jakobuskirche in Velden ein. Sie kamen, Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, und sangen beherzt „O Tannenbaum“, „Es ist ein Ros entsprungen“, … Jedem wurde ein Gesangsbüchlein in die Hand gedrückt. Das Lichtmeer an Eindrücken erfüllte das Herz und Gemüt der zahlreichen Besucher aus dem In- und Ausland.

 

 

(Foto Fantur: Lichter-Schloss am Wörthersee)

 

(Foto Fantur: schwimmende Krippe)

 

(Foto Fantur: Gemeinsames Singen von Advent- und Weihnachtsliedern mit Margit Heissenberger in der Jakobuskirche in Velden)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto Fantur: Advent-Impressionen aus Velden 1995)

 

 

LICHTBLICKE IM ADVENT_4

  

 

 

(Foto Fantur: Maria Immaculata über dem Hochaltar der Kollegienkirche in Salzburg)

 

 

Im strahlenden Licht erscheint die Madonna in der Kollegien- oder Universitätskirche in Salzburg. Die weiße Kalklasur trägt einen entscheidenden Beitrag dazu. Die Mutter Gottes befindet sich über den prachtvollen barocken Hochaltar und wird von 71 Engeln begleitet.

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LICHTBLICKE IM ADVENT_3

   (Foto Fantur: Nikolo und zwei Engeln beim Hausbesuch der „Braven“

 

Es ist ein Tag, an dem das Gesicht der Kinder zum Strahlen gebracht und die Familien zusammengeführt werden. Oft sind auch Partner auf Besuch, die getrennt vom Kind leben. Sie sitzen um den Tisch herum, die Kerzen am Adventkranz werden angezündet und vor allem die Kinder greifen gerne in die Dose mit Lebkuchen, Vanillekipferln und Kokosbusserln. Es ist der Tag, an dem der Nikolo die Kinder besucht.

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LICHTBLICKE IM ADVENT_2

    (Foto Fantur: die erste Kerze leitet die vier Adventsonntage ein)

 

 

Lange Warteschlangen vor der Kassa, hektisches Treiben in den Einkaufszentren, drängelnde Autofahrer, nervenaufreibende Situationen in Familien, die To-do Liste wird immer länger. Der Zeitraum steht auf Hochdruck des Pulses, der Anstrengung und der Überbelastung. Das ist die eine Seite des Advents und der vorweihnachtlichen Zeit.

 

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LICHTBLICKE IM ADVENT_1

(Foto Fantur: Drau Biotop in der Marktgemeinde St. Jakob im Rosental / Šentjakob v Rožu)

 

 

Machtlos den Schreckensmeldungen der Medien ausgeliefert! News zeigen wieder Bilder der Zerstörung und Vernichtung. Nur wenige ziehen in diesem Fall die Schalthebel und bestimmen „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“. 

Für die abgesicherten Turbokapitalisten ist der Mensch nur eine Ware, dem Angebot und Nachfrage ausgeliefert, ein Sonderangebot oder er wird gleich als wertlos herabgestuft. 

Für die unangreifbaren Hardliner und Diktatoren ist der Mensch ein gefügiger und rechtloser Sklave. Eine stickige und erstickende Atmosphäre breitet sich aus.

Flucht vor dem Mief

Ich muss raus, um den Schleier der depressiven Stimmung zu durchbrechen. Die Sonne durchdringt den Nebel. Eine Wanderung bei frischer Luft im November gibt Hoffnung. Jeder Schritt ermöglicht, dass die Schreckensbilder zu Silhouetten werden und langsam verblassen. Ich kann sie zurücklassen. Die von der Sonne bestrahlte Natur lebt auf und ich mit ihr. Mit AirPods in den Ohren und angenehmer Musik schwebe durch die unberührte Winterlandschaft und bin abgehoben von den Herausforderungen und Belastungen des Alltags. Es ist ein majestätisches Gefühl durch die Landschaft zu pilgern, durch jene Natur, die den Sommermantel und ihre Ernte abgelegt hat.

Ankommen am Zufluchtsort

Ich ziehe zu einem Ort, der mir paradiesisch erscheint und der von mir in der Corona-Zeit entdeckt worden ist. Umgeben von Wasser und leicht verschneiten Bergen sorgt sie für die Superlative und bringt Lichtblicke in die Winterzeit.

 

 

 

 

 

 

(Foto Fantur: Drau Biotop in der Marktgemeinde St. Jakob im Rosental / Šentjakob v Rožu)

MIT STIMMUNGSAUFHELLER GEGEN NOVEMBERBLUES

(Foto Fantur: Novemberimpression)

 

Die Tage werden kürzer und die zunehmende Dunkelheit drückt die Stimmung. Deshalb macht sich eine gewisse Melancholie breit. Die Antriebslust nimmt deutlich ab und eine gewisse Müdigkeit macht sich breit. Zudem kriecht man in der Früh nur ungern aus den Federn. Einige suchen den Ersatz gegen diese missliche Stimmung mit dem Griff in die Keks- oder Schokodose. Außerdem können manche eine unangenehme Gereiztheit an den Tag legen. Ein Stimmungshoch bricht erst dann aus, wenn die Sonne den Nebel durchbricht.  

 

Novemberblues, Winterdepression und Co.

Gerne spricht man umgangssprachlich von der Novemberdepression. „Depression“ klingt hingegen zu hart. Somit klingt die Bezeichnung „Novemberblues“ besser. Schließlich ist es eine Saison, wo man gerne in sich einkehrt und reflektiert. Deswegen wäre es sehr hilfreich, wenn das Tief als Chance genutzt wird, um einen Widerstand dagegen zu entwickeln. Darüber hinaus sollte man mit mehr Immunantworten Lichtblicke in den Alltag bringen.

 

 

  (Foto Fantur: Novemberimpression)

 

Immunantworten gegen die November-Melancholie

Im Folgenden werden einige Vorschläge aufgezählt, wie das Rausgehen, Aufnahme von mehr Vitamin D und die innere Einkehr. Außerdem wären ausgewählte Rituale recht förderlich: Tee trinken, Buchlesen, Schreiben, Ausfahrten, Sport betreiben, kirchliche Angebote wahrnehmen, Besuche abstatten usw.

DAS GEWINNBRINGENDE GESCHÄFT MIT DER ANGST

(Foto Fantur: Detailansicht der Hölle, Jüngstes Gericht von Giotto, Scrovegni Kapelle in Padua)

 

IRDISCHES JAMMERTAL

„Wenn du nicht sofort aufhörst zu schreien, sperre ich dich in den dunklen Keller ein“, droht die Mutter ihrem kleinen Sohn.

„Wir leben in einer gefährlichen Welt. Nirgends ist man mehr sicher, man kann keinem mehr vertrauen und ein Weltkrieg hängt an einem seidenen Faden“, verwickeln mich zwei missionierende Frauen in ein Gespräch vor der Haustüre.

Schlagzeile: „Türke ermordete seine Nachbarin!“

„Geld geht flöten! Nach dem Crash der Weltwirtschaft und dem Geldwertverlust steuerst du der Armut zu“, so die Prognose eines Wertberaters im Internet.

„Du wirst in der Hölle schmoren“, war und ist ein nachhaltiges Schreckensszenario. In der Scrovegni Kapelle in Padua widmet Giotto ein Fresko dem Jüngsten Gericht. Den Höllenabgrund (siehe Bild: Detailansicht des Jüngsten Gerichts) zeigt Giotto als Ort der Verzweiflung und Aussichtslosigkeit. Einige Verdammten werden von den Dämonen kopfüber in die Hölle geworfen, einen Verfluchten frisst gerade der Teufel auf. Viele erhängen sich aus Verzweiflung oder um der Mahlzeit des Höllenfürsten zu entgehen.

 

 

PUPPENSPIELER/INNEN IM JAMMERTAL

Durch die Drohworte seiner Mutter ging den kleinen Sohn die Angst durch Mark und Bein. Seitdem hat er panische Angst vor dunklen Räumen, dem Keller und auch in der Dunkelheit in den Wald zu betreten.

Die einfühlsamen Frauen an der Haustüre versprechen durch ihre Anwesenheit und durch die Überreichung einer Visitenkarte, den Ausweg aus dem Worst-Case-Scenario.

Wer ermordete die Nachbarin? War es Mehmet, eine feige Türkenbande oder liegt das im Blut diese Rasse?

Freundliche Web-Anbieter geben per Telefon genaueste und gewinnbringende Anweisungen zum „Klick und das Geld ist weg“, um dem sicheren Zusammenbruch der Wirtschaft am kommenden Wochenende rechtzeitig zu entgehen.

„Ich pariere, ich widerspreche nicht mehr, ich leiste brav Folge – bewahre mich vor dem Feuer der Hölle!“

 

 

LICHTBLICKE AUS DEM JAMMERTAL

Motivation, klare Regeln, positive Einstellung und vertrauensvolle Umgebung geben den kleinen Jungen mehr Zuversicht und Hoffnung.

Wer droht, hat meist selbst Angst oder will daraus nur Kapital schlagen. Mission mit Angst beruht auf fragwürdiger Herkunft und zweifelhaften Grundlagen.

Medialen Marktwert steigern ohne verzerrende Pauschalurteile! Das Böse liegt nicht in der Rasse, sondern im Wesen eines Menschen, umgeben von sozialen Einflüssen. Der Wettkampf um Berichte über Vorbilder und positive Berichterstattungen soll das Ziel der Medien sein.

Ein Grundeinkommen für jeden, der nicht arbeiten kann, sichert die Existenz und garantiert den sozialen Frieden.

Der verlorene Sohn soll dort abgeholt werden, wo er sich befindet – auf dem gemeinsamen Weg zur Erlösung.

DER HIMMELSSTÜRMER DES SAKRALBAUS

Das Mittelalter war nicht nur rosig und friedvoll. Es wurde nämlich auch von Bedrohungen, Gewalt und Tod heimgesucht. Ab dem 11. Jahrhundert hinterließen die Kreuzzüge Spuren von Verwüstung und Tod. Bereits erwähnt wurde der Schwarze Tod im 14. Jahrhundert. Zudem kam durch eine Klimaveränderung eine verheerende Hungersnot (1315-17). Außerdem wütete im 14. und 15. Jahrhundert der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England. Die sakrale Antwort auf die Krisen war die Gotik.

 

 

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ZUM ALLERLETZTEN TANZ, BITTE

 

(Foto Fantur: der Totentanz in Hrastovlje, SLO – Mrtvaški ples v cerkvi sv. Trojice v Hrastovljah)

 

1397 brach in Europa die Pest (der Schwarze Tod) aus und die Pandemie dauerte mehr als fünf Jahre. Auch danach breitete sie sich zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten immer wieder aus. Infolgedessen fiel ihr ein Drittel der europäischen Bevölkerung zum Opfer. In den Städten starb fast jede zweite Person. Die Pest kam über Asien, die Seidenstraße und über Marseille nach Europa.

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STEINERNE FÜRBITTE GEGEN DEN TOD

Seuchen verursachen nicht nur Elend und Tod. Sie sind ein tiefer Einschnitt in der Geschichte der Menschheit. So riss im Jahre 1679 die Pest tausende Menschen in Wien in den Tod. Regionen wurden menschenleer und Familienangehörige wurden von heute auf morgen ausgelöscht. Zudem kam die Belagerung durch die Osmanen und die Befreiung von den Türken. 

 

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