Philosophie / Psychologie

LICHTBLICKE IM ADVENT_2

    (Foto Fantur: die erste Kerze leitet die vier Adventsonntage ein)

 

 

Lange Warteschlangen vor der Kassa, hektisches Treiben in den Einkaufszentren, drängelnde Autofahrer, nervenaufreibende Situationen in Familien, die To-do Liste wird immer länger. Der Zeitraum steht auf Hochdruck des Pulses, der Anstrengung und der Überbelastung. Das ist die eine Seite des Advents und der vorweihnachtlichen Zeit.

 

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NOVEMBERBLUES, WINTERDEPRESSION UND CO.

(Foto Fantur: Novemberimpression)

 

 

Die Tage werden kürzer und die zunehmende Dunkelheit drückt die Stimmung. Eine gewisse Melancholie macht sich breit. Die Antriebslust nimmt deutlich ab und eine gewisse Müdigkeit macht sich breit. Man kriecht in der Früh nur ungern aus den Federn. Einige suchen den Ersatz gegen diese missliche Stimmung mit dem Griff in die Keks- oder Schokodose. Manche können eine unangenehme Gereiztheit an den Tag legen. Ein Stimmungshoch bricht erst dann aus, wenn die Sonne den Nebel durchbricht.

 

  (Foto Fantur: Novemberimpression)

 

Immunantworten gegen die November-Melancholie:

Rausgehen, Vitamin D, innere Einkehr, Rituale: Tee, Buchlesen, Schreiben, Ausfahrten, Sport betreiben, kirchliche Angebote wahrnehmen, Besuche abstatten.

KI – SEGEN ODER FLUCH?

         (Foto erstellt mit Hilfe von ChatGPT: Wissensinjektion ins Gehirn)

 

 

Keine Idee – frag die Künstliche Intelligenz (KI). Prompt erstellte ChatGPT für mich einen menschlichen Schädel, in dessen Gehirn das Wissen injiziert wird. Es zeigt die Funktion der Künstliche Intelligenz, die „in Minutenschnelle“ Informationen jeglicher Art einflößen kann. ChatGPT generierte für mich Bilder, nachdem ich keine passenden Fotos zu einem Posting finden konnte. Gerne recherchiere und „google“ ich mithilfe der Künstlichen Intelligenz. Ist KI ein Segen oder Fluch?

 

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RING UM RING

(Foto Fantur: Baumringe – Lebensringe)

 

Ringe winden sich
um den Kern
Jahr um Jahr
umkreisen sie Ringe
hinterlassen Spuren
trotzen dem Gegenwind
überwallen Faulstellen
stellen einen strammen Stamm 
schöpfen Energie aus dem Vorrat
teilen die Luft zum Atmen.
 
Ring um Ring
Wandern auf verstrichenen Formspuren
Saugen vom Lebenssaft der Wurzeln
Umringen des Befalls
Erschließen und Heimkehr zum Abbild.

Peter Fantur

PARADIESISCHE AUSSICHTEN

      (Foto Fantur: am Meeresstrand von Caorle, Italien)

 

 (Foto Fantur: am Strand von Bašanija in Kroatien)

 

 

Wasserteilchen setzen sich in Bewegung,                                      

Wellen rücken immer näher                                                       

überschwemmen stachelige Gedanken                                                  

und verbreiten innere Ruhe.

 

 

Das Rauschen des Meereswassers,                                                        

wie ein Sinfonieorchester                                                                    

übertönt im fast harmonischen Einklang                                                 

die Misstöne der schaurigen Eilmeldungen.

 

 

Bewegungslose und versteinerte Felsbrocken                                        

wehren den starken Wellengang ab,                                                        

halten Ablagerungen fern und                                                                

führen zu Verwitterung vom alltäglichen Groll und Joch.

 

 

Ein Wasserstrahl plumpst auf die Steinplatte,                                        

erfrischt den aufgeheizten Körper                                                          

und belebt den Geist                                                                                

vor der sengenden Sonne.

 

 

Ein unendlicher Blick in die Weite,                                                        

ein Blitzgewitter der tänzelnden Strahlen im Wasser,                        

die Weite des Meeres wirkt grenzenlos und                                            

wie ein Ruhepol im Paradies. 

 

 

Peter Fantur             

SPUREN – LESEN

(Foto, erstellt von ChatGPT: versandete Spuren)

 

(Foto Fantur: suchende Spuren im Schnee)

 

Abdrücke der kleinen Schritte 

zappeln leichtfüßig den Großen nach.  

Kniefall und Aufbäumen begleiten sie, 

auf den Spuren des Fort-Tritts.

 

Es sind Laufschritte,

gehetzt vom Tempo der Zeit.

Stolpersteine und Mauern behindern sie,

auf den Spuren des Fortschritts.

 

Unvermeidbare Fehltritte,

zermürbt durch Entgleisungen. 

Sie vereiteln eine Neuausrichtung

auf den Spuren des Rückschritts.

 

Unregelmäßige Schrittbewegungen,

getragen von Stock und stützendem Arm.

Das Schritthalten wird stark behindert,

auf den Spuren der Hilflosigkeit.

 

Suchende Schritte,

geleiten und entfachen das Feuer,

auf der Suche nach Höherem

und auf den Spuren der Erkenntnis.

 

Gemächlich kleine Schritte,

zeugen von Müdigkeit und Erschöpfung.

Sie tragen Erfahrung und Weisheit

auf den Spuren zum letzten Auftritt.

 

Übernatürliche Spuren,

ermöglichen die Komposition der Natur,

beleben die unruhigen Herzen der Lebenden,

Schritt für Schritt der himmlischen Vollendung entgegen. 

 

Peter Fantur

AUFOPFERNDE TAPFERKEIT

  (Foto Fantur: Blick von Stephanus gegen den Himmel – Hochaltar Dom zu Passau, Bayern)

 

 (Foto Fantur: Steinigung des hl. Stephanus, Hochaltar des Stephansdoms in Wien)

 

(Foto Fantur: Stephanus mit Steinen in der Hand  – Seitenaltar Gurker Dom, Kärnten)

 

So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“ (Apg. 7,59) Stephanus war der erste Märtyrer (Protomärtyrer) der Christenheit. In Erinnerung an seine Todesart wird er in den Kirchen mit Steinen und einer Märtyrerpalme dargestellt. An der Hinrichtung war auch Saulus beteiligt. Aus dem Christenverfolger Saulus wurde nach einer Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus der christliche Missionar Paulus.

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TAPFERKEIT UNTER LEBENSGEFAHR

 

 (Foto erstellt mit ChatGPT: Diebe in Aktion)

 

Der Prophet Amos (Erstes Testament) wettert gegen die Ungerechten, „weil sie den Unschuldigen für Geld verkaufen…, weil sie die Kleinen in den Staub treten und das Recht der Schwachen beugen.“ (Am 2,6f.) Der alttestamentliche Prophet nimmt sich tapfer kein Blatt vor den Mund und greift die Ausbeuter an, die sich mit untadeligen Werken anstacheln: „Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.“ (Am 8,5f.)

 

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FRIEDE KÜSST GERECHTIGKEIT

 (Foto Fantur: Gerechtigkeit auf die Waagschale legen)

 

 

„Es begegnen sich Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt es einen Ertrag.“ (Psalm 85, 11-14)                                                                      

Dieser Psalm im Alten Testament setzt zum Wohlergehen im Herrschaftsgebiet Jahwes bestimmte Werte des Zusammenlebens voraus. Dazu zählen die Gnade, die Treue, der Friede und die Gerechtigkeit. Erst dann spendet Gott seinem Volk den Segen und gibt seinen Ertrag. 

 

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IM NAMEN DER GERECHTIGKEIT

(Foto Fantur: Büste des römischen Kaiser und Stoikers Marcus Aurelius, Kunsthistorisches Museum, Wien)

 

„Wer Unrecht handelt, handelt gottlos. Denn die Natur hat die vernünftigen Wesen füreinander geschaffen nicht, daß sie einander schaden, sondern nach Würdigkeit einander nützen sollen,“ stellt der römische Kaiser Marc Aurel (121-180 n. Chr.) in seinen „Selbstbetrachtungen“ (9. Buch, Kapitel 1) fest.

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LEBEN IN MAßEN

 (Foto Fantur: Pythagoräische Gerechtigkeitsschale)

 

Auf der Insel Samos ging der Bau der Wasserleitung nur schleppend bis gar nicht voran. Die Arbeiter gaben sich lieber dem Genuss des Weintrinkens hin. Pythagoras (580-500 v. Chr.) erfand dann einen Becher der Gerechtigkeit. Einen halber Becher Wein durfte der Arbeiter genießen. Wer aber maßlos und gierig den ganzen Becher mit Wein auffüllte, da lief der ganze Wein aus und der Arbeiter hatte nichts zu trinken.

 

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LUST AUF GLÜCK

(Foto Fantur: Graffiti am Neuen Platz in Klagenfurt)

 

Sie haben nicht viel und sie können sich nicht viel leisten. Kinder freuen sich über jede Kleinigkeit, auch über ein Bild, und strahlen dabei Glück aus. Das kann sich schnell ändern, wenn ihnen das Mehr-Haben-Wollen anerzogen wird. Dann wird das kindliche Glück messbarer und kalkulierbarer.

Die innere Stimme des Glücks

Was macht menschliches Glück aus? Dazu der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.): „Die Glückseligkeit (Eudaimonia) stellt sich dar als ein Vollendetes und sich selbst Genügendes, da sie das Endziel allen Handelns ist.“ (Aristoteles, Nikomachische Ethik) „Eudaimonia“ (griech.) wird als Glückseligkeit übersetzt. „Daimonia“ steht wie das göttliche Wesen, das durch die innere Stimme dem Menschen den Zustand des Glücks, des Guten und des Schönen (griech. eu) ermöglicht.

Materielle Glücksgrenzen

Aristoteles erläutert zuerst das Glück, das etwas „Greifbares und Sichtbares wie Lust, Reichtum und Ehre“, ist. Der Notleitende strebt nach Reichtum und der Kranke nimmt alles für seine Gesundheit in Kauf. Hier werden die diesseitigen Güter zum Prinzip des Glücks erhoben. Diese Glücksgefühle müssen mit immer mehr Lust, Reichtum, Ehre, Medikamente, … gefüttert werden. Dies geht so lange, bis die Glückssträhne Rückschläge erleidet und materielle Glücksangebote nicht mehr verfügbar sind. „Das auf Gelderwerb gerichtete Leben hat etwas Unnatürliches und Gezwungenes an sich und der Reichtum ist das gesuchte Gut offenbar nicht. Es ist nur für die Verwendung da und nur Mittel zum Zweck.“ (Aristoteles)

Grenzüberschreitendes Glücksgefühl

Aristoteles bezeichnet die Güter der Seele als die vollkommenen Güter. Das Glück ist ein Geschenk der Götter an den Menschen. Aristoteles war umgeben von der damaligen altgriechischen Götterwelt. Der Philosoph erhebt das Glück, das von Gott ausgeht, zum Prinzip, welches uns leitet. So wird der Mensch mit den „Unfällen des Lebens“ erst leichter fertig.

Von der Genügsamkeit zum Glück

Das von Gott gegebene Glück äußert sich in der menschlichen Tugend, der „tätigen Seele“. Aristoteles: „Verstandestugenden sind Weisheit, Verstand und Klugheit, sittliche Tugenden Freigebigkeit und Mäßigkeit.“ Demnach soll sich der Mensch von der Trägheit der Vernunft befreien. Für die von Leidenschaften und Begierden befreite Seele, werden die verfügbaren Gütermittel nur zum Zweck sein. Die Seele wird nicht in Geiselhaft der materiellen Güter sein, sondern in der Leidenschaftslosigkeit die Ruhe erst erleben. Aus Lust auf mehr, wird Lust auf Lebenserfüllung. Die Enthaltsamkeit wird erst den Horizont für weitere seelische und geistige Errungenschaften ermöglichen und die Mäßigung wird die Gier, den Neid und die Völlerei eindämmen.

Lit.: Aristoteles, Nikomachische Ethik, Aristoteles Media, Erstes Buch, Kapitel 1-13