Brauchtum

DAS KREUZ MIT DEM KREUZ

(Foto Fantur: das Kreuz – ein Pendel zwischen Angst und Hoffnung)

 

 

Das Kreuz erinnert an die Hinrichtung des Jesus von Nazareth. Die Ausrichtung des Kreuzes birgt Symbolkräfte. Der Längsbalken drückt die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott bzw. zwischen dem Irdischen und dem Jenseitigen aus. Der Querbalken steht für die zwischenmenschlichen Beziehungen genauso, wie die offenen Arme zum Willkommensgruß. Der Mittelpunkt des Kreuzes, wo sich die horizontale und die vertikale Ebene begegnen, ist das tragende, ausgleichende und verbindende Element beider Ebenen, wo sich das Diesseits und das Jenseits vereinen.

 

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ÖSTERLICHE ÜBERLEBENSGRÜßE

(Foto Fantur: Ei – ein typisches österliches Auferstehungssymbol)

 

 

Zu Ostern sticht das Osterei besonders heraus. Es symbolisiert die Entstehung neuen Lebens, ja das Leben geht über das Irdische hinaus. Wie aus der Schale ein neues Leben in Form eines Küken entspringt, so symbolisiert das Osterei das Leben nach dem Tod, die Auferstehung. Die Schale ist das Körperliche, das letztlich zurückbleibt.

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KREUZWEG – XIII. STATION

   (Foto Fantur: Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt, Kalvarienberg in Eisenstadt)

 

 (Foto Fantur: Michelangelos Pietà im Petersdom in Rom)

 

 

Der traurigste Moment und der Tiefpunkt im Leben passieren, wenn eine Mutter den Tod ihres Kindes betrauern muss. Eine beliebte Ausdrucksform in der Sakralkunst ist dabei die Pietà. Da wird Maria mit ihrem toten Sohn in den Armen dargestellt und es erfolgt die letzte zärtliche Berührung Marias.

 

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KREUZWEG – XI. STATION

(Foto Fantur: Grabeskirche in Jerusalem mit dem griechisch-orthodoxen Kreuzigungsaltar am Kalvarienberg/Golgotha)

 

(Foto Fantur: Grabeskirche in Jerusalem mit dem katholischen Altar der Annagelung am Kalvarienberg/Golgotha)

 

(Foto Fantur: Grabeskirche in Jerusalem, freigelegter Golgotafelsen)

 

 

Nagel um Nagel

Schlag um Schlag

Schmerz um Schmerz

Wunde um Wunde

Eingeschlagen ins Kreuz

Geschändeter Ruf

Verschmähte Liebe

Kaltherzige Gleichgültigkeit

Eingefrorene Feindschaft

Abgebrühter Eigennutz

Vergossenes Blut

 

 

 

XI. Station: JESUS WIRD ANS KREUZ GENAGELT

„Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und eine Aufschrift (auf der Tafel) gab seine Schuld an. Der König der Juden.“ (Mk 15, 25f.)

 

 

(Foto Fantur: Grabeskirche in Jerusalem, Ort der Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung Christi)

KREUZWEG – X. STATION

(Foto Fantur: X. Station des Kreuzweges von Valentin Oman, Pfarrkirche Latschach / Loče am Faaker See / Baško jezero)

 

 

„Ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben. … Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“ (Mt 25, 43.45) Das ist ein ausgewählter Ausschnitt aus dem Gleichnis des Weltgerichts. Es ist ein Richtmaß für das Leben und eine Messlatte für das Leben danach. 

 

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KREUZWEG – IX. STATION

(Foto Fantur: IX. Kreuzwegstation von Valentin Oman, Pfarrkirche Latschach am Faaker See / Loče ob Baškem jezeru)

 

 (Foto Fantur: geknicktes Kreuz im Naturschutzgebiet Dragositschach / Dragožiče)

 

 

 

Meine Würde

verdreht ein Zerrbild

Mein Wesen

überschüttet

mit Hasstiraden

Meine Existenz

ausgegrenzt

infolge der Anders-Artigkeit

Meine Person

mithilfe von Meineidern

gezerrt vor die Gerichte-Küche

Mein Sein

verpixelt bis zur

Unkenntlichkeit

Meine unerwünschte Person

gejagt und geknickt

vom auferlegten Kreuz

 

 

 

IX. Station: JESUS FÄLLT ZUM DRITTEN MAL UNTER DEM KREUZ

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34)

 

 

(Foto Fantur: 9. Station auf der Via Dolorosa in Jerusalem vor der koptisch-orthodoxen Kirche St. Helena)

KREUZWEG – VIII. STATION

(Foto Fantur: Andrea d’Agnolo gen. del Sarto, Beweinung Christi 1519/20, KHM Wien)

 

 

 

Weinende Mütter

am Grab von Sternenkindern

Trauernde Mütter

mit verhungerten Babys in den Armen

Schreiende Mütter

vor der Todesliste der Kriegssoldaten

Herzzerreißende Mütter

vor dem Sack des lebensmüden Kindes

Wehklagende Mütter

bei vorzeitigen Ableben ihres Sohnes

 

 


VIII. Station: JESUS BEGEGNET DEN WEINENDE FRAUEN

„Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um in klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: ‚ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich, weint über euch und eure Kinder.'“ (Lk 23,27f.)

 

 

 

      (Foto Fantur: 8. Station auf der Via Dolorosa in Jerusalem)

KREUZWEG – VI. STATION

(Foto Fantur: 6. Kreuzwegstation, Kreuzweg in der Nikolaikirche in Villach, Kärnten)

 

 

Ein Schweißtuch schreibt Geschichte. Der Stoff sammelt Schweißtropfen und diese erzählen den Alltag einer Person. Darin spiegeln sich die anstrengende Müh und Plag einer Person wider. … denn im Schweiße des Angesichts wird der Ernährungshaushalt aufgefüllt.

 

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KREUZWEG – V. STATION

[Foto Fantur: zweisprachiger (slowenisch-deutscher) Kreuzweg in Maria Gail / Marija na Zilji bei Villach]

 

 

Die mühevolle Feldarbeit ist abgeschlossen und Simon aus Zyrene wird von den Soldaten gezwungen das Kreuz des körperlich geschwächt Jesus zu tragen. Den Ausgang des Tages hat sich Simon wohl anders und entspannter vorgestellt.

 

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GUT BEHÜTET INS NEUE JAHR

(Foto Fantur: Frauenkirchen in Burgenland: Gnadenbild, das sogar die Türkenbelagerung 1683 überstand)

 

 

Nach einer berauschenden Silvesternacht folgt die Ernüchterung. Es beginnt ein neues Jahr, mit neuen Voraussetzungen, Herausforderungen und Hoffnungen. Am 1. Jänner feiert die katholische Kirche das „Hochfest der Gottesmutter Maria“. Somit wird das neue Jahr unter den Schutzmantel Marias gestellt.

 

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LICHTBLICKE IM ADVENT_9

 (Foto Fantur: Vier Kerzen mit Strahlkraft)

 

 

Die erste Kerze 
erleuchtet das Heim,
spendet Lächeln der Familie,
gibt Geborgenheit und Rückhalt,
Erlisch, lieber Docht nicht
und wirf keinen Schatten!
 
Die zweite Kerze
belichtet Brücken,
entzündet Lichterketten der Begegnung,
sucht das Verbindende.
Lieber Docht, lass dich niemals
von Neid und Hass ausblasen!
 
Die dritte Kerze
erstrahlt am Horizont,
entflammt die Solidarität und Friedfertigkeit
bei allen Gutmenschen.
Liebes Flämmchen, lass keine Raketen regnen
und vermeide eine globale Verdunkelung!
 
Die vierte Kerze
bringt trotz Aufbruch, Flucht und Bedrängnis
und Hoffnung auf Ankunft,
die Asylkrippe zum Aufleuchten.
Liebe Flamme, erlisch nicht und
wandle dich in einen wegweisenden Stern!
 
Peter Fantur

LICHTBLICKE IM ADVENT_8

(Foto Fantur: KI-generiertes Bild vom Rathaus in Lienz)

 

(Foto Fantur: Acryl auf Leinwand von Su Sigmund)

 

(Foto Fantur: der Weltbaum von Krassimir Kolev)
(Foto Fantur: verlinktes Linien-Porträt von Martin Tardy)

 

 

Der Adventkalender begleitet und verkürzt die Tage bis zum Heiligen Abend. Einen besonderen Adventkalender bietet Lienz in Osttirol, der auch für Diabetiker gut geeignet ist. Er ist kalorienarm und zugleich besonders geistreich.

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LICHTBLICKE IM ADVENT_5

 

 

(Foto Fantur: Advent-Impressionen aus Velden 1995)

 

Die Lichterketten reichen sich am Adventmarkt die Hände, so auch in Velden am Wörthersee / Vrba ob Vrbskem jezeru. Der vorweihnachtliche Markt greift alle Sinne an. Der schwimmende Adventkranz wird vom beleuchteten Schiffen umgeben. Die Krippe ist eingebettet in zahlreiche Adventhütten, die für Gaumenfreuden sorgen und Kunsthandwerksarbeiten anbieten. Engel gibt es klein und groß, in allen Variationen. Dazwischen gibt es immer wieder Musikeinlagen von Sängern, Blasmusikern und Chören. Die Gründerin und ehemalige Leiterin des Kärntner Doppelsextett Velden Margit Heissenberger lud am vergangenen Samstag zum Singen der Advent- und Weihnachtslieder in die Jakobuskirche in Velden ein. Sie kamen, Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, und sangen beherzt „O Tannenbaum“, „Es ist ein Ros entsprungen“, … Jedem wurde ein Gesangsbüchlein in die Hand gedrückt. Das Lichtmeer an Eindrücken erfüllte das Herz und Gemüt der zahlreichen Besucher aus dem In- und Ausland.

 

 

(Foto Fantur: Lichter-Schloss am Wörthersee)

 

(Foto Fantur: schwimmende Krippe)

 

(Foto Fantur: Gemeinsames Singen von Advent- und Weihnachtsliedern mit Margit Heissenberger in der Jakobuskirche in Velden)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto Fantur: Advent-Impressionen aus Velden 1995)

 

 

LICHTBLICKE IM ADVENT_3

   (Foto Fantur: Nikolo und zwei Engeln beim Hausbesuch der „Braven“

 

Es ist ein Tag, an dem das Gesicht der Kinder zum Strahlen gebracht und die Familien zusammengeführt werden. Oft sind auch Partner auf Besuch, die getrennt vom Kind leben. Sie sitzen um den Tisch herum, die Kerzen am Adventkranz werden angezündet und vor allem die Kinder greifen gerne in die Dose mit Lebkuchen, Vanillekipferln und Kokosbusserln. Es ist der Tag, an dem der Nikolo die Kinder besucht.

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LICHTBLICKE IM ADVENT_2

    (Foto Fantur: die erste Kerze leitet die vier Adventsonntage ein)

 

 

Lange Warteschlangen vor der Kassa, hektisches Treiben in den Einkaufszentren, drängelnde Autofahrer, nervenaufreibende Situationen in Familien, die To-do Liste wird immer länger. Der Zeitraum steht auf Hochdruck des Pulses, der Anstrengung und der Überbelastung. Das ist die eine Seite des Advents und der vorweihnachtlichen Zeit.

 

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GESUNDHEITSTIPP: 40-MAL FASTEN

(Foto Fantur: Tor zur Wüste, Tataouine, Chenini, Tunesien)

 

Die 40-tägige Fastenzeit im Christentum erstreckt sich vom Aschermittwoch bis Ostern. Nicht mitgerechnet werden dabei die Sonntage, die wie Ostern an die Auferstehung Christi erinnern. In Vorbereitung an das Osterfest soll in dieser Zeit an Körper und Seele gefastet werden. Es ist eine Zeit der Umkehr und der Erwartung der Auferstehung.

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SCHWEIN GEHABT

(Foto Fantur: Schweine-Standl vor dem Jahreswechsel)

 

„Schwein gehabt“, sagt man gerne, wenn der Ausgang einer Handlung erfolgreich war. Schweinchen in allen Variationen haben zu Silvester Hochsaison, um sich Glücksbringer für das Neue Jahr erkaufen. Zu diesen abergläubischen Dingen gesellen sich noch ein Hufeisen, ein Fliegenpilz und ein 4-blättriges Kleeblatt dazu. Am Silvester, an dem man sich nur Gutes für das Neue Jahr erhofft, haben normalerweise Unglücksbringer keinen Platz. Für einige sind die Glücksbringer kein Spaß, sondern ein haptischer Hoffnungsschimmer.

Haptische Hoffnungsträger

Der Glaube ist kaum greifbar und man kann sich nur Kraft von oben erbitten, um daraus Hoffnung zu schöpfen. Der Aberglaube und diese Dinge bieten etwas Handfestes, geben einen magischen Touch und man gibt ihnen eine Seele. Dabei versucht man den ausstehenden Leerräumen einen Inhalt zu geben. Glücksbringer werden zu dominanten Lebensbegleitern. Abergläubische Menschen hoffen, dass sie von ihnen nicht enttäuscht werden. Sonst …?

Wendepunkt zwischen Hoffnung und Angst

Der Silvester kann aber auch einen negativen Beigeschmack bekommen, wenn beim Kaffeesudlesen, im dunklen Rest der Tasse, Symbole oder Figuren aufscheinen, aus denen die schlechten Zukunftsprognosen herausgelesen werden. Ähnlich ist es beim Bleigießen, wo über einer Kerze in einem Löffel das Blei gegossen wird und daraus seltsame Figuren entstehen. Die Interpretationen labiler Menschen können Unruhe und Ängste schüren. So wird der Unglücksbringer kein Spaßfaktor mehr, wenn Ängste für das kommende Jahr, wie ein Damoklesschwert, über dem Alltag schweben.

VOLLER ERWARTUNG

(Foto-Collage Fantur: Adventsingen im Großen Festspielhaus in Salzburg, Dezember 2024)

Advent und Weihnachten werden wirtschaftlich, kulturell und religiös geprägt sowie durchdrungen.

 

Es leuchtet der Markt 

Der Kommerz kann diese Zeit wohl kaum erwarten. Vor Allerheiligen stehen schon Krampus und Nicolo stramm in den Stellagen der Läden und der Adventkranz- und Christbaumschmuck gesellen sich in der entsprechenden Sortiment-Abteilung dazu. Für Stimmung sorgt der Christkindlmarkt mit heller Beleuchtung, der Duft des Punsches und die verkaufswütigen Verkäufer. Vereinzelt findet man auch Handwerksprodukte und Angebote (Krippe,…), die mitunter auch auf das Inhaltliche von Weihnachten hinweisen.

Es leuchtet das Herz 

Karitative Angebote sprechen das Herz und auch das schlechte Gewissen an. Im Rahmen der weihnachtlichen Konzerte und Hilfsaktionen werden den Besuchern Banknoten entlockt. Freigiebig werden Randgruppen und Hilfsbedürftige unterstützt.

Es leuchtet das Gemüt 

Es sickert aber auch das Wesentliche der Advent- und Weihnachtszeit durch. Krippenspiele und Adventsingen versinnbildlichen die Zeit von der Herbergsuche bis zur Geburt Jesu. In den Häusern werden Adventskränze aufgestellt und bis Weihnachten jeden Sonntag eine Kerze angezündet. Selbst gebackene Weihnachtsbäckerei und der Adventkalender steigern die Erwartung.

Es leuchtet das Licht 

Von spiritueller Bedeutung ist unter anderem die Rorate. Vor dem Sonnenaufgang wird in der Früh bei Kerzenlicht der Gottesdienst gefeiert. Dabei soll Hoffnungsschimmer im Alltag entfacht werden. Nach der Rorate – Messe wird in vertrauter Umgebung, meist im Pfarrhof, eine Agape gefeiert. Es wird ein Frühstück serviert und die Pfarrgemeinschaft gestärkt.
Man soll nicht nur den äußeren Christkindl, sondern genauso auch den inneren Christus suchen. Advent und Weihnacht ist nicht nur die Zeit, um Sternspritzer und Kerzen anzünden. Ebenso sollte man sich nicht nur auf das Kulinarische beschränken. Einen Stellenwert sollte auch der spirituelle Aspekt einnehmen.

Anm. Collage – Mitte: „Glaube, Hoffnung, Liebe“ war ein herausragendes Adventsingen, aufgeführt im Großen Festspielhaus in Salzburg. Das diesjährige szenische Oratorium thematisierte die Kindheitsgeschichte Jesu in Wort, Spiel, Musik und vortrefflichem Gesang. Das Werk ist vom alttestamentlichen „Hohelied der Liebe“ inspiriert.