
(Foto Fantur: das Kreuz – ein Pendel zwischen Angst und Hoffnung)
Das Kreuz erinnert an die Hinrichtung des Jesus von Nazareth. Die Ausrichtung des Kreuzes birgt Symbolkräfte. Der Längsbalken drückt die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott bzw. zwischen dem Irdischen und dem Jenseitigen aus. Der Querbalken steht für die zwischenmenschlichen Beziehungen genauso, wie die offenen Arme zum Willkommensgruß. Der Mittelpunkt des Kreuzes, wo sich die horizontale und die vertikale Ebene begegnen, ist das tragende, ausgleichende und verbindende Element beider Ebenen, wo sich das Diesseits und das Jenseits vereinen.
Kreuz-Zeichen
Das Kreuz ist auch ein Symbol des Leidens und Ausgangspunkt der Erlösung bzw. der Auferstehung. Zum Zeichen des Kreuzes bekreuzigen sich die Christen. Kreuze befinden sich in Kirchen, christlichen Häusern, auf Wegkreuzen, Gipfeln und so weiter.
„Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“ (1. Kor. 1,18) Paulus setzt sich im 1. Korintherbrief mit den kontroversen Zugängen in Bezug auf das Kreuz auseinander. Für die sog. Weisen dieser Welt ist das Kreuz eine Dummheit und für die Glaubenden eine Kraftquelle.
Getrennte Kreuz-Wege
Mit dem Kreuz nichts anzufangen haben Menschen, denen das Leid ein Betriebsunfall des Lebens ist. Das Leid ertragen ist für sie keine Tugend und sollte tunlichst unterbunden oder beendet werden. Die Devise lautet: „Man soll ein angeschlagenes Leben loslassen können.“
Das Kreuz ist für jene Menschen eine Kraftquelle, die in ihm Hoffnung und Kraft schöpfen und motiviert sind nicht aufzugeben. Eine ältere Dame erlebte eine Abfolge von Schicksalsschlägen und sie sagte mir einmal: „Ich schaue auf das Kreuz im Herrgottswinkel und denke mir, dass es den am Kreuz schlechter ergangen, ist als mir. Das gibt mir Stärke und Lebensmut.“ Die Devise lautet: „Man soll ein angeschlagenes Leben in Würde bis zum letzten Atemzug behandeln.“

