Bibel

DAS KREUZ MIT DEM KREUZ

(Foto Fantur: das Kreuz – ein Pendel zwischen Angst und Hoffnung)

 

 

Das Kreuz erinnert an die Hinrichtung des Jesus von Nazareth. Die Ausrichtung des Kreuzes birgt Symbolkräfte. Der Längsbalken drückt die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott bzw. zwischen dem Irdischen und dem Jenseitigen aus. Der Querbalken steht für die zwischenmenschlichen Beziehungen genauso, wie die offenen Arme zum Willkommensgruß. Der Mittelpunkt des Kreuzes, wo sich die horizontale und die vertikale Ebene begegnen, ist das tragende, ausgleichende und verbindende Element beider Ebenen, wo sich das Diesseits und das Jenseits vereinen.

 

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TEUFLISCHES SAATGUT

(Foto Fantur: Fresko „Der Sämann und der Teufel“ von Albin Egger-Lienz, Gedächtniskapelle in Lienz)

 

An der Westwand der Lienzer Gedächtniskapelle sind der Sämann und im Hintergrund in Lauerstellung der Teufel dargestellt. Es ist das zweite Fresko des Malers Albin Egger-Lienz (1868-1926) in der Kapelle. Die Kriegergedächtniskapelle wurde 1924/25 vom Architekten Clemens Holzmeister geplant.

 

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GESUNDHEITSTIPP: 40-MAL FASTEN

(Foto Fantur: Tor zur Wüste, Tataouine, Chenini, Tunesien)

 

Die 40-tägige Fastenzeit im Christentum erstreckt sich vom Aschermittwoch bis Ostern. Nicht mitgerechnet werden dabei die Sonntage, die wie Ostern an die Auferstehung Christi erinnern. In Vorbereitung an das Osterfest soll in dieser Zeit an Körper und Seele gefastet werden. Es ist eine Zeit der Umkehr und der Erwartung der Auferstehung.

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GERECHTIGKEITS-EIFERER GESUCHT!

(Foto Fantur: Schüler:innen der HTL Villach spendeten für die Ukraine)

 

„Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ (Mt 5,9)

Einige Religionskritiker werfen der Religion vor, die Menschen zur Passivität zu verleiten und nur ins Jenseits zu vertrösten. In dieser Seligpreisung Jesu werden aber Friedens-Stifter angesprochen, das wären jene Personen, die sich nicht friedlich verhalten und wegschauen, sondern Akzente für den Frieden setzen. Kürzlich berichtete „Vatican News“, dass in Polen mehr als 2.000 Ordensfrauen Juden retten. Auch Bischof Oscar Romero setzte sich für die Armen und Entrechteten in El Salvador ein und wurde 1980 während der Messe hingerichtet. Franz Jägerstätter (St. Radegund, OÖ.) lehnte den Wehrdienst mit der Waffe für das Naziregime ab und wurde hingerichtet. Das waren Taten und keine Vertröstungen.
Friedensstifter sind auch jene, die nicht medial auffallen und nicht in Geschichtsbüchern genannt werden. Darunter ist Hans, der täglich den Obdachlosen der Caritas ein warmes Essen verteilt; Trude, die gegen die Gewalt gegen Kinder aufbegehrt; Eltern, die den Kindern das Gewissen verfeinern und ein anständiges Leben vorleben. Dazu gehört auch Peter, der die verfolgten Christen unterstützt sowie die Spendenaktion der HTL Villach für die Kriegsopfer in der Ukraine.

„Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Mt 5,10)

Das Weisheitsbuch im Alten Testament beschreibt, dass Gerechte für die Gesellschaft störend sind: „Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist unbequem und steht unserem Tun im Wege. … Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf … Als falsche Münze gelten wir ihm.“ (Weish 2,12.14.16)
Der Selbstgerechte schafft sich in der Gesellschaft Rahmenbedingungen, in denen er immer gut abschneidet, koste es, was es wolle. So werden Paragrafen zu seinem Gunsten zurecht geschoben und das Gewissen dem eigenen Nutzen untergeordnet. Seiner Meinung nach strapazieren Gerechtigkeitsfanatiker nur sein Gewissen und sie werden mit Drohungen, Geld, Inhaftierung, Ermordung, … mundtot gemacht.
Synonyme für Gerechtigkeit wären: Unbestechlichkeit, Objektivität, Gemeinwohlbestrebungen, Fairness, Nächstenliebe, … Damit schläft man ruhiger.

IM NAMEN DER BIBEL

(Foto Fantur: Bibel, Holy Bible, Sveto Pismo und Co.)

 

Schlagzeilen aus evangelikalen Kreisen: Promipastor (Ted Haggard) tritt als Homosexueller zurück und bezeichnet sich als „Lügner und Sünder“. Baptisten lehnen Homosexualität ab. Weiße Evangelikale in den USA schreiben Naturkatastrophen eher der Endzeit als dem Klimawandel zu. Für Trennung von Kirche und Staat, aber für Donald Trump. Trennung von Glaube und Wissen, und Darwin meiden. Gewisse evangelikale und freikirchliche Gemeinschaften berufen sich dabei gerne wortwörtlich auf die Holy Bible, die von Gott inspirierte Bibel. Und wer die Auslegung des Predigers, der sich nur auf die Bibel beruft, hinterfragt, der erhebt die Hand gegen Jesus selbst.

Bibel und sonst gar nichts?

Die Lehre der Reformatoren geht von der Sola Scriptura aus, das heißt, der Ausgangspunkt ist nur die Heilige Schrift. Es gilt auch für Evangelikale nur die Heilige Schrift, die von Gott inspiriert, die Wahrheit ausdrückt. Wenn ein Fernsehprediger aus der Heiligen Schrift vorliest und sie auslegt, ist es nicht mehr nur die Heilige Schrift. Mit der Auslegung fließen schon Interpretationen hinein. Nicht nur ein Prediger ist vom kulturellen Umfeld, seinen guten und weniger guten Lebenserfahrungen, seiner persönlichen Weltanschauung und vererbten Anlagen beeinflusst. All dies ist in die predigende Auslegung der Heiligen Schrift gründlich hineingepackt.

Wort Gottes und menschliche Interpretation 

Die von Gott inspirierte Bibel (Altes und Neues Testament) ist auch durch menschliches Zutun verfasst worden. Das Alte Testament ist über Jahrhunderte und das Neue Testament über einige Jahrzehnte mündlich tradiert worden. Da vereinen und ergänzen sich Wort Gottes und menschliche Begriffsfelder sowie das sozio-kulturelle Umfeld. Die Evangelisten versuchten die Frohbotschaft wortgetreu (mnemotechnisch) weiterzugeben und setzten auch eigene Akzente.

Päpstlicher als der Papst

Legitim wäre es die Bibel von Fachkundigen (Wissenschaftlern, Berufenen) auslegen zu lassen und die Heilige Schrift nicht zu einem Supermarkt von Interpretationen zu degradieren. Ein Muslime sagte, dass er keine Beichte kenne und er in der Moschee die Sünde mit seinem Gott selbst bereinige. Auf das Thema bezogen: man liest die Bibel ideologisch, holt das Passende heraus und konstruiert ev. einen Religionskrieg. Jeder Christ ist in gewisser Hinsicht ein Berufener, aber zur Bibelauslegung gehört auch eine inhaltliche Richtschnur von Berufen. Wer sind diese Personen? Es sind jene, die fachkundig sind, eine Legitimation der Glaubensgemeinschaft haben, in einem historischen Kontext und der Tradition agieren, auf dem historischen Jesus Bezug nehmen und prophetisch auf die Herausforderungen der Zeit eingehen.
Der biblische Gott wird auch den Promipastor so nehmen wie er ist, weil er jedem Sünder durch Verzeihen die Chance gibt, einerseits sich so zu nehmen, wie man ist, und andererseits immer wieder umzukehren.