April 2026

AUF-ER-STEHEN

(Foto: Fantur)

Als Kleinkind krabbelte ich am Boden,

Mein Blick war nach oben gerichtet,

die Hand streckte sich suchend nach Hilfe,

um endlich zum ersten Mal auf-zu-stehen.

Als Jugendlicher schürfte ich nach Orientierung,

ich irrte und suchte auf vielen Umwegen,

pendelte zwischen Welten und Meinungen,

um endlich zur reifen Persönlichkeit aufzustehen.

Als fehlerhafter Mensch litt ich an Schuldgefühlen

und baumelte zwischen Zweifeln und Selbstvorwürfen,

ich versteckte mich vor meinem eigenen Ich

und erhoffte eine rettende Hand, um aufzustehen.

Als junger Erwachsener sehnte ich mich nach Familie,

einem starken Rückhalt und Geborgenheit und

bewegte mich zwischen Glück und Sorgen, Mitgefühl und Freuden,

um in der Rolle als Familienvater beizeiten aufzustehen.

Als Leidtragender wurde mein Name beschmutzt,

wehrlos war ich Anschuldigungen und Beleidigungen ausgesetzt,

ich wurde von Ängsten und Befürchtungen hin- und hergerissen,

um sich durch kräftige Hoffnungsschübe aufzurichten.

Ich kehre zu Staub und Asche zurück,

Spuren meines Daseins werden zu Silhouetten,

Erinnerungen an mich verblassen,

um wie aus einer Raupe entschlüpft, auf-zu-erstehen.

Peter Fantur