
(Foto Fantur: die erste Kerze leitet die vier Adventsonntage ein)
Lange Warteschlangen vor der Kassa, hektisches Treiben in den Einkaufszentren, drängelnde Autofahrer, nervenaufreibende Situationen in Familien, die To-do Liste wird immer länger. Der Zeitraum steht auf Hochdruck des Pulses, der Anstrengung und der Überbelastung. Das ist die eine Seite des Advents und der vorweihnachtlichen Zeit.
Advent zwischen Shop- und Soulbeleuchtung
Es kann aber auch Ruhe und Besinnung einkehren. Mit dem ersten Adventsonntag zünde ich die erste Kerze am Adventkranz an. Es ist höchste Zeit mehr Licht in die eigene Seelenlandschaft zu bringen. Die angezündete Kerze im dunklen Raum in der Küche lädt mich zur Ruhe ein. Ich spüre in diesem Ambiente eine gewisse angstfreie Geborgenheit. Die Hektik kommt zum Stillstand, der Vorhang fällt vor den bösen Blicken, Schimpfwörter verstummen, die Bürde wird federleicht, dämonische Gedanken verblassen. Die innere Einkehr schenkt mir ein Stück Paradies zurück.
Leuchtimpulse im Advent
Diese angenehme Stimmung ist verbunden mit Erwartung und Ankunft (lat. adventus). Aus der geschenkten inneren Ausgeglichenheit erwächst bei mir die Erwartung, dass nach Jahrzehnten eine langersehnte Person an meine Tür klopft, dass die Gesundheit konstant bleibt, positive Impulse in meiner Umgebung ausgestrahlt werden, niemand auf dieser Welt hungern muss, für die Leisen die Stimme erhoben wird und Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden. Der Blick der ersten Adventkerze weist in Richtung Weihnachten, dem Gedenken an die Geburt Jesu. Möge der christliche Glaube mit vorbildlichen Christen einen Lichtblick entfachen und den Weg zu den Erwartungen ebnen.

