

(Foto erstellt mit ChatGPT: Diebe in Aktion)
Der Prophet Amos (Erstes Testament) wettert gegen die Ungerechten, „weil sie den Unschuldigen für Geld verkaufen…, weil sie die Kleinen in den Staub treten und das Recht der Schwachen beugen.“ (Am 2,6f.) Der alttestamentliche Prophet nimmt sich tapfer kein Blatt vor den Mund und greift die Ausbeuter an, die sich mit untadeligen Werken anstacheln: „Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.“ (Am 8,5f.)
Amos hält den Spiegel vor
Amos, der im Nordreich Israel wirkte, hält den Ausbeutern den Spiegel vor: „Denn ich kenne eure vielen Vergehen und eure zahlreichen Sünden. Ihr bringt den Unschuldigen in Not, ihr lasst euch bestechen und weist den Armen ab bei Gericht.“ (Am 5,12)
Der Prophet liegt weiterhin die Finger in die Wunden der Ausbeuter: „Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein und faulenzt auf euren Polstern. Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde und Mastkälber aus dem Stall. … Ihr habt das Recht in Gift verwandelt und die Frucht der Gerechtigkeit im bitteren Wermut.“ (Am 6,4 und 6,12)
Janusgesicht der Ausbeuter
Für Amos unvereinbar ist eine gottesfürchtige Haltung nach außen und ein verdorbenes Leben gegenüber dem Mitmenschen: „Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen.“ (Am 5,21f.) Gottes- und Menschendienst dürfen demnach nicht getrennt oder gegeneinander ausgespielt werden.
Amos wurde in Israel zur „unerwünschten Person“ erklärt und wegen seines moralisch aufmüpfigen Verhaltens des Landes verwiesen. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
Aufmüpfige Propheten
Die alttestamentlichen Propheten standen für Mut und Tapferkeit ohne Abstriche und sie waren das Gewissen Israels. Ihnen wurde Gehör geschenkt, einige wurden aber auch getötet. Ihre Worte fanden trotzdem Widerhall und verstummten nicht.
Die alttestamentlichen Propheten waren keine Kaffeesudleser oder benötigten Kristallkugeln als Requisit. Unter Beobachtung der Lebensumstände, beeinflusst von hohen religiös-moralischen Vorstellungen und als von Gott Berufene, prophezeiten sie, wohin sich das unverbesserliche Volk entwickeln kann und wird. Sie schlossen Drohbotschaften nicht aus. Sie kritisierten die Verfehlungen auch der scheinbar mächtig Reichen. Sie schauten nicht weg und hatten den Mut, das sündhafte Verhalten beim Namen zu nennen. Sie zeigten keine Angst, denn der Kampf um das Gute, war ihr höchst erstrebenswertes Gut.

