Ausbeutung

TAPFERKEIT UNTER LEBENSGEFAHR

 

 (Foto erstellt mit ChatGPT: Diebe in Aktion)

 

Der Prophet Amos (Erstes Testament) wettert gegen die Ungerechten, „weil sie den Unschuldigen für Geld verkaufen…, weil sie die Kleinen in den Staub treten und das Recht der Schwachen beugen.“ (Am 2,6f.) Der alttestamentliche Prophet nimmt sich tapfer kein Blatt vor den Mund und greift die Ausbeuter an, die sich mit untadeligen Werken anstacheln: „Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.“ (Am 8,5f.)

 

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DIE WELT IM BEICHTSTUHL

(Foto Fantur: die Welt beichtet:  …)

 

Mein Herz ist stark belastet und möchte, dir o Herr, all meine Sünden bekennen.

Es tut mir leid, dass das Sündenbewusstsein in der Welt stark abnimmt.

Der Mensch macht sich zum alleinigen Maß aller Dinge und schubladisiert dich, sein Gewissen stumpft ab und er legt seine Bedürfnisse auf den Altar seines Egos. 

Ich fühle mich schuldig, dass ich deine Schöpfung vor der Gier der Bewohner nicht beschützen konnte.

Ich konnte nicht verhindern, dass Menschen von Neid zerfressen, Hass schüren und ein friedliches Miteinander beeinträchtigen.

Mir tut es leid, dass trotz des weltweit geflochtenen Netzwerkes, Rassismus und Ausbeutung nicht bekämpft wurden.

Ich habe zugelassen, dass in deinem Namen Gewalt ausgeübt wird und dadurch viele Menschen den Glauben an dich verloren haben.

Ich konnte nicht verhindern, dass Weltverbesserer, Friedensstifter und Gutmenschen mundtot gemacht werden. Unterstützung bekommen hingegen skrupellos Gierige, Machtgeile und aufhetzende Kriegstreiber.

Du bist der einzige Schöpfergott und trotzdem gibt es Personen, die glauben, sie sind päpstlicher als der Papst, prophetischer als der Prophet, priesterlicher als der Priester, nur um dich selbstherrlich zurechtzulegen.

Ich bedaure, dass der Mief der Abgase und des Abfalls bis in den Himmel stinkt.

Ich bereue zutiefst, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Du hast mich als dein Abbild geschaffen ich werde Buße tun und mich bemühen, die Brandflecken der verbrannten Erde zu beseitigen, die von Blut getränkte Schlachtfelder trockenzulegen, die Spirale der Gewalt zu unterbinden und die Spitze des Egoismus umzudrehen. 

 

 

SELIG DIE ERFOLG-REICHEN UND MACHT-GEILEN?

(Foto Fantur: Kletterer in der Berglandschaft von Gosau, Salzburg)

 

Im Neuen Testament drückt sich das Glück im Eigenschaftswort „selig“ aus (siehe Bergpredigt Mt 5). Jesus verleiht diesem wertvollen Gut eine tiefere Dimension. Dabei soll das Glück für alle, auch für die Entrechteten und Außenseiter gelten.

Passt das noch in die heutige Zeit? Widersprechen Jesu Seligpreisungen dem Massengeschmack des Zeitgeistes? Eine Gegenüberstellung von Jesus Seligpreisungen und irdischen Glücksbringern. Aber nicht alle schwimmen mit der Hauptströmung!

Seligpreisungen versus Mainstreaming

„Selig sind, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Mt 5,2).                                                                                      „Selig die ErfolgReichen und MachtGeilen, denn Ihnen gehört das Erdenreich.“ (Mainstreaming)

„Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.“ (Mt 5,4).                                                                                                        „Selig jene, die mit Lust, Spaß und Unterhaltung dem Leid immer ein Schnippchen schlagen.“ (Mainstreaming)

„Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.“ (Mt 5,5)                                                                                        „Selig jene, die am längeren Ast sitzend, den Schwächeren die Lebensgrundlage samt Land wegnehmen.“ (Mainstreaming)

„Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.“ (Mt 5,6)                                                          „Selig, die Kontrollfreaks über die Meinungsfreiheit und den Kapitalmarkt; denn sie werden bewundert, nachgeäfft und gewählt werden.“ (Mainstreaming)

„Selig, die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.“ (Mt 5,7)                                                                                                    „Selig jene, die populistischer Manier niemals vergessen können und immer auf Rache aus sind.“ (Mainstreaming)

„Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.“ (Mt 5,8)                                                                                            „Selig ist jener, der geschickt seine Schandtaten verstecken kann und sein Herz scheint vor den anderen weiß wie Schnee.“ (Mainstreaming)

„Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ (Mt 5,9)                                                                              „Selig die Wölfe im Schafspelz, die Unwahrheiten und Vorurteile verbreiten, um Gewalt zu rechtfertigen und selbst Lobeshymnen zu ernten.“ (Mainstreaming)

„Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Mt 5,10)                                        „Selig sind jene, die sich wie Chamäleons anpassen und mit der Masse schwimmen; so dass sie niemals Nachteile erfahren.“ (Mainstreaming)

 

(Foto Fantur: Seligpreisungen in der Kirche am Steinhof in Wien, Jugendstil-Bauwerk von Otto Wagner)

WOHL ERGEHEN OHNE ABSTRICHE

(Foto Fantur: Garten der Villa Carlotta in Tremezzina, Como, ITA)

Politisch Verantwortliche heben stets hervor, allein das Wohl der Wähler:innen im Auge behalten zu wollen und sie behaupten nur Diener des Volkes zu sein. Demnach dürfte es keine Kriege mehr geben, Andersdenkende nicht inhaftiert und getötet werden und jeder müsste einen Zugang zu den Grundbedürfnissen des Lebens haben. So müsste der Respekt vor dem Wert des menschlichen Lebens allgemein anerkannt und bei Verletzung verfassungsrechtlich angeprangert werden. Es ist halt leider nicht so, da doch immer wieder Eigeninteressen dem Gemeinwohl übergeordnet werden.
 

Lebenssaft „Gemeinwohl“ 

Ein Grundprinzip der Soziallehre der katholischen Kirche ist das Gemeinwohl (Bonum commune), das gefördert und allen Menschen zugänglich gemacht werden muss (vgl. Gaudium et spes, II. Vatikanisches Konzil, Nr. 26). Das Gemeinwohl ist wie ein Baum, der den Ästen, Zweigen und Blättern Halt, Erhalt und den „Saft“ gibt. Das Bonum commune enthält lebensgrundlegende Bausteine:

 
Da wären die Grundbedürfnisse, wie Recht auf Arbeit, gerechter Lohn, Nahrung, Kleidung, Wohnung, die gedeckt werden müssen. Das wäre die Grundlage für ein Leben und Alltag in Würde. Das Gemeinwohl sei das oberste Ziel des Wirtschaftens. Dem steht in der Realität die Lohn-Ungerechtigkeit, die ungerechte Verteilung der Ressourcen und der Grundnahrungsmittel, die Ausbeutung, … gegenüber.
 

Freiheit mit Verantwortung 

Zum Bonum commune (engl. Commonwealth) gehört auch die Freiheit. Sie ist die Summe aller persönlichen Freiheiten, die in Verantwortung die Freiheit des anderen achten und nicht einschränken. Trotz allem wird dieses Gut eingeschränkt: die Freiheit wird auf Kosten anderer rücksichtslos ausgelebt, der gute Ruf geschädigt, Andersdenkende verfolgt und getötet, Regierende bestellen willfährige Richter, … . Das Allgemeinwohl ist der Garant für die Würde des Menschen!

(Foto Fantur: Lienzer Passage am Hauptplatz)