Beim Betreten der gotischen Kathedrale gewinnt man den Eindruck, dass sich die Kirche gewaltig in die Höhe ausdehnt. Alles scheint himmelwärts zu streben.

 

 

Das Strebesystem mit dem Strebepfeilern gibt nämlich die Belastung zu den Strebebögen und Pfeilern mit den Fialen nach außen. So konnte man in die Höhen bauen und durch weniger Wandmassen und größere Fensterflächen mehr Licht in den Kirchenraum bringen.

 

 

(Foto Fantur: Kircheninneres des Prager Veitsdoms, Katedrála sv. Vita)

 

Gotisch ist die sogenannte Fensterrose (od. Rosette), die normalerweise die Westfassade schmückt. (Die schönste Rosette der Basilika San Antonio in Padua liegt an der Nordseite.) Wie die Rose mit ihren Blättern, soll auch die Fensterrose den Kirchenraum bunt und hell erleuchten.

 

 (Foto Fantur: Padua, Basilica San Antonio, Rosette)

 

Buntglasfenster zieren die gotische Kirche. Oberhalb des Fensters findet man aufwendige Maßformen. Zu den Ornamentformen zählen Drei- oder Vierpass, Dreischneuß, Fischblase (Flamboyant) usw.

 

Foto Fantur: Lanzettfenster des Stifts Heiligenkreuz, mit Drei- und Vierpass Maßwerk)

 

Eine Augenweide ist der „Himmel“ der gotischen Kathedrale – ein Meisterwerk der gotischen Architektur und der Dombauhütten mit den Gewerken. Das Kreuzrippengewölbe war die Weiterentwicklung des romanischen Kreuzgratgewölbes. Die Rippen fangen die Hauptlast des Gewölbedrucks auf und leiten sie über die Mittelschiffwände an die Dienste (Säule) weiter. Mit dem Einsetzen des Schlusssteins, kann das Hilfsgerüst entfernt werden und das Gewölbe trägt sich selbst und leitet die Kräfte weiter. Christus wird gerne mit dem Schlussstein verglichen.

 

 

(Foto Fantur: l. Kreuzrippengewölbe im Wiener Stephansdom, o. Sterngewölbe der Münchner Frauenkirche und u. Netzgewölbe im Dom zu Maria Saal)
(Foto Fantur: Kreuzrippengewölbe mit Schlussstein in der Stadtpfarrkirche St. Ulrich in Vöcklabruck, OÖ.)
(Foto Fantur: Fächergewölbe im King‘s College in Cambridge, Perpendicular Style – Spätgotik)

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