WEIßER FRIEDENSBOTE

 (Foto Fantur: Friedenstauben für den Verstorbenen, Teil des Mosaiks im Mausoleum der Galla Placidia, Ravenna, Italia)

 

40 Tage regnete es und die Sintflut hinterließ eine Spur der Verwüstung. Das Wasser breitete sich in Sekundenschnelle aus und erstickte alles Lebenswerte. Es ist so wie mit einem geworfenen Stein, der im Wasser immer weitere Kreise zieht. Genauso verhält es sich auch mit der Gewalt und dem Bösen. 

 

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VERANKERTE HOFFNUNG

(Foto Fantur: verankerte Symbole am Kirchturm der Hundertwasserkirche Bärnbach, Steiermark)

 

 

Anker über Bug werfen gehört zur Schifffahrt, um das Wasserfahrzeug auf festem Boden zu verankern und nach Bedarf an Land zu bringen. Nach jeder Ausfahrt wünscht man sich wieder einen Halt und Trittfestigkeit.
 
Auch im Leben wirft man Anker, um wieder festen Untergrund und sicheren Halt zu verspüren. Durch Rückzugsbereiche und rituelle Abläufe kommt man zu den Ruhepolen des Alltags. Die Standfestigkeit findet man, wo sich die Heimat oder das heimatliche Gefühl befindet. Das ist jener Ort, den man jederzeit und nicht nur in fröhlichen Tagen betreten kann. Vertrauenspersonen, liebevolle und ehrliche Menschen, die einen umgeben, vermitteln Zuversicht und bedingungslose Annahme.
 

Anker der Hoffnung

 
Der Ankerplatz im Alltag ist ein Rückzugsort, wo man Kraft schöpfen kann. Er wird auch zum Ruhepol, denn nur in der Ruhe entspringt neuer Lebensmut. Er ist ein Ort, wo man sich sicher fühlen kann. Wer immer nur davonläuft, findet das Ziel und die Ruheoase nicht. Glücklich ist doch jener der Ankerwerfer begegnet.
 

Christliche Anker

 
Der Anker ist ein Symbol für die Hoffnung, die all das umfasst, was der Ankerplatz uns bietet. Der Hoffnungsanker befindet sich auch am Zifferblatt des Turmes von Sankt Barbara in Bärnbach (Steiermark). Die Hundertwasser-Kirche verbindet den Anker mit dem Herzen und den griechischen Zeichen  α und ω (Alpha und Omega). Sie stellen die drei göttlichen Tugenden dar. Die christliche Hoffnung gewinnt erst durch die Verbindung mit der Liebe (Herz) und den Glauben an Gott, der der Anfang und das Ende ist, eine Wirkkraft. * 
* Quelle: Sankt Barbara Bärnbach, Hrsg. Röm. – kath. Pfarramt, Bärnbach 2007, Seite 69

DAS KREUZ MIT DEM KREUZ

(Foto Fantur: das Kreuz – ein Pendel zwischen Angst und Hoffnung)

 

 

Das Kreuz erinnert an die Hinrichtung des Jesus von Nazareth. Die Ausrichtung des Kreuzes birgt Symbolkräfte. Der Längsbalken drückt die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott bzw. zwischen dem Irdischen und dem Jenseitigen aus. Der Querbalken steht für die zwischenmenschlichen Beziehungen genauso, wie die offenen Arme zum Willkommensgruß. Der Mittelpunkt des Kreuzes, wo sich die horizontale und die vertikale Ebene begegnen, ist das tragende, ausgleichende und verbindende Element beider Ebenen, wo sich das Diesseits und das Jenseits vereinen.

 

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ÖSTERLICHE ÜBERLEBENSGRÜßE

(Foto Fantur: Ei – ein typisches österliches Auferstehungssymbol)

 

 

Zu Ostern sticht das Osterei besonders heraus. Es symbolisiert die Entstehung neuen Lebens, ja das Leben geht über das Irdische hinaus. Wie aus der Schale ein neues Leben in Form eines Küken entspringt, so symbolisiert das Osterei das Leben nach dem Tod, die Auferstehung. Die Schale ist das Körperliche, das letztlich zurückbleibt.

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KREUZWEG – XIV. STATION

     (Foto Fantur: Grablegung Jesu, Fresko im Eingangsbereich der Grabeskirche in Jerusalem)

 

Der Tod hinterlässt eine langen Schatten. Die einen scheren aus, andere suchen nach Auswegen und leben von Erinnerungen, wieder andere halten Ausschau nach existenziellen Lichtimpulsen und Hoffen auf ein Kerzenlicht, das niemals erlischt.

 

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KREUZWEG – XIII. STATION

   (Foto Fantur: Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt, Kalvarienberg in Eisenstadt)

 

 (Foto Fantur: Michelangelos Pietà im Petersdom in Rom)

 

 

Der traurigste Moment und der Tiefpunkt im Leben passieren, wenn eine Mutter den Tod ihres Kindes betrauern muss. Eine beliebte Ausdrucksform in der Sakralkunst ist dabei die Pietà. Da wird Maria mit ihrem toten Sohn in den Armen dargestellt und es erfolgt die letzte zärtliche Berührung Marias.

 

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KREUZWEG – XI. STATION

(Foto Fantur: Grabeskirche in Jerusalem mit dem griechisch-orthodoxen Kreuzigungsaltar am Kalvarienberg/Golgotha)

 

(Foto Fantur: Grabeskirche in Jerusalem mit dem katholischen Altar der Annagelung am Kalvarienberg/Golgotha)

 

(Foto Fantur: Grabeskirche in Jerusalem, freigelegter Golgotafelsen)

 

 

Nagel um Nagel

Schlag um Schlag

Schmerz um Schmerz

Wunde um Wunde

Eingeschlagen ins Kreuz

Geschändeter Ruf

Verschmähte Liebe

Kaltherzige Gleichgültigkeit

Eingefrorene Feindschaft

Abgebrühter Eigennutz

Vergossenes Blut

 

 

 

XI. Station: JESUS WIRD ANS KREUZ GENAGELT

„Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und eine Aufschrift (auf der Tafel) gab seine Schuld an. Der König der Juden.“ (Mk 15, 25f.)

 

 

(Foto Fantur: Grabeskirche in Jerusalem, Ort der Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung Christi)

KREUZWEG – X. STATION

(Foto Fantur: X. Station des Kreuzweges von Valentin Oman, Pfarrkirche Latschach / Loče am Faaker See / Baško jezero)

 

 

„Ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben. … Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“ (Mt 25, 43.45) Das ist ein ausgewählter Ausschnitt aus dem Gleichnis des Weltgerichts. Es ist ein Richtmaß für das Leben und eine Messlatte für das Leben danach. 

 

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KREUZWEG – IX. STATION

(Foto Fantur: IX. Kreuzwegstation von Valentin Oman, Pfarrkirche Latschach am Faaker See / Loče ob Baškem jezeru)

 

 (Foto Fantur: geknicktes Kreuz im Naturschutzgebiet Dragositschach / Dragožiče)

 

 

 

Meine Würde

verdreht ein Zerrbild

Mein Wesen

überschüttet

mit Hasstiraden

Meine Existenz

ausgegrenzt

infolge der Anders-Artigkeit

Meine Person

mithilfe von Meineidern

gezerrt vor die Gerichte-Küche

Mein Sein

verpixelt bis zur

Unkenntlichkeit

Meine unerwünschte Person

gejagt und geknickt

vom auferlegten Kreuz

 

 

 

IX. Station: JESUS FÄLLT ZUM DRITTEN MAL UNTER DEM KREUZ

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34)

 

 

(Foto Fantur: 9. Station auf der Via Dolorosa in Jerusalem vor der koptisch-orthodoxen Kirche St. Helena)

KREUZWEG – VIII. STATION

(Foto Fantur: Andrea d’Agnolo gen. del Sarto, Beweinung Christi 1519/20, KHM Wien)

 

 

 

Weinende Mütter

am Grab von Sternenkindern

Trauernde Mütter

mit verhungerten Babys in den Armen

Schreiende Mütter

vor der Todesliste der Kriegssoldaten

Herzzerreißende Mütter

vor dem Sack des lebensmüden Kindes

Wehklagende Mütter

bei vorzeitigen Ableben ihres Sohnes

 

 


VIII. Station: JESUS BEGEGNET DEN WEINENDE FRAUEN

„Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um in klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: ‚ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich, weint über euch und eure Kinder.'“ (Lk 23,27f.)

 

 

 

      (Foto Fantur: 8. Station auf der Via Dolorosa in Jerusalem)

KREUZWEG – VI. STATION

(Foto Fantur: 6. Kreuzwegstation, Kreuzweg in der Nikolaikirche in Villach, Kärnten)

 

 

Ein Schweißtuch schreibt Geschichte. Der Stoff sammelt Schweißtropfen und diese erzählen den Alltag einer Person. Darin spiegeln sich die anstrengende Müh und Plag einer Person wider. … denn im Schweiße des Angesichts wird der Ernährungshaushalt aufgefüllt.

 

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KREUZWEG – V. STATION

[Foto Fantur: zweisprachiger (slowenisch-deutscher) Kreuzweg in Maria Gail / Marija na Zilji bei Villach]

 

 

Die mühevolle Feldarbeit ist abgeschlossen und Simon aus Zyrene wird von den Soldaten gezwungen das Kreuz des körperlich geschwächt Jesus zu tragen. Den Ausgang des Tages hat sich Simon wohl anders und entspannter vorgestellt.

 

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KREUZWEG – IV. STATION

(Foto Fantur: Was für ein Anblick für eine Mutter? Jesu Dornenkrönung von Caravaggio, 1603, KHM Wien)

 

 

Was für ein Anblick für die Mutter Jesu! Sie sieht ihren Sohn von Schlägen, Verletzungen und dem tragenden Kreuz körperlich schwer gezeichnet. Sie würde ihn gerne beistehen, doch in diesem Augenblick fühlt sie sich meilenweit von ihm entfernt.

 

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GUT BEHÜTET INS NEUE JAHR

(Foto Fantur: Frauenkirchen in Burgenland: Gnadenbild, das sogar die Türkenbelagerung 1683 überstand)

 

 

Nach einer berauschenden Silvesternacht folgt die Ernüchterung. Es beginnt ein neues Jahr, mit neuen Voraussetzungen, Herausforderungen und Hoffnungen. Am 1. Jänner feiert die katholische Kirche das „Hochfest der Gottesmutter Maria“. Somit wird das neue Jahr unter den Schutzmantel Marias gestellt.

 

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LICHTBLICKE IM ADVENT_9

 (Foto Fantur: Vier Kerzen mit Strahlkraft)

 

 

Die erste Kerze 
erleuchtet das Heim,
spendet Lächeln der Familie,
gibt Geborgenheit und Rückhalt,
Erlisch, lieber Docht nicht
und wirf keinen Schatten!
 
Die zweite Kerze
belichtet Brücken,
entzündet Lichterketten der Begegnung,
sucht das Verbindende.
Lieber Docht, lass dich niemals
von Neid und Hass ausblasen!
 
Die dritte Kerze
erstrahlt am Horizont,
entflammt die Solidarität und Friedfertigkeit
bei allen Gutmenschen.
Liebes Flämmchen, lass keine Raketen regnen
und vermeide eine globale Verdunkelung!
 
Die vierte Kerze
bringt trotz Aufbruch, Flucht und Bedrängnis
und Hoffnung auf Ankunft,
die Asylkrippe zum Aufleuchten.
Liebe Flamme, erlisch nicht und
wandle dich in einen wegweisenden Stern!
 
Peter Fantur

LICHTBLICKE IM ADVENT_8

(Foto Fantur: KI-generiertes Bild vom Rathaus in Lienz)

 

(Foto Fantur: Acryl auf Leinwand von Su Sigmund)

 

(Foto Fantur: der Weltbaum von Krassimir Kolev)
(Foto Fantur: verlinktes Linien-Porträt von Martin Tardy)

 

 

Der Adventkalender begleitet und verkürzt die Tage bis zum Heiligen Abend. Einen besonderen Adventkalender bietet Lienz in Osttirol, der auch für Diabetiker gut geeignet ist. Er ist kalorienarm und zugleich besonders geistreich.

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LICHTBLICKE IM ADVENT_7

(Foto Fantur: Schuster Martin, gespielt von Ernst Müller vom Ensemble EliThe)

 

 

 

 

 

 

 

(Foto Fantur: v. l. Harald Triebnig, Ernst Müller, Berlinda Wriessnegger, Leo Moser, Sebastian Gutschi und Horst Bernel vom Ensemble EliThe).
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(Foto Fantur: Ernst Müller alias Schuster Martin beim Lesen der Lebensquelle – Bibel, l. Ernst Müller mit dem Engelsboten Marie Lisa Korb).
Schuster Martin werkt Tag und Nacht in seinem Keller. Sein Blick in die Außenwelt führt durch ein kleines Kellerfenster. Hier beobachtet er die Schuhe von vorbeigehenden Passanten, die allesamt von ihm angefertigt worden sind. Er zog sich zurück, nachdem seine Frau früh verstorben war und er Jahre später auch noch seinen einzigen Sohn verloren hatte. In der Phase des Rückzugs und der tiefen Trauer findet er Trost beim Lesen des Evangeliums. Da hört er eine Stimme: „Martin, Martin, morgen will ich zu dir kommen!“

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LICHTBLICKE IM ADVENT_5

 

 

(Foto Fantur: Advent-Impressionen aus Velden 1995)

 

Die Lichterketten reichen sich am Adventmarkt die Hände, so auch in Velden am Wörthersee / Vrba ob Vrbskem jezeru. Der vorweihnachtliche Markt greift alle Sinne an. Der schwimmende Adventkranz wird vom beleuchteten Schiffen umgeben. Die Krippe ist eingebettet in zahlreiche Adventhütten, die für Gaumenfreuden sorgen und Kunsthandwerksarbeiten anbieten. Engel gibt es klein und groß, in allen Variationen. Dazwischen gibt es immer wieder Musikeinlagen von Sängern, Blasmusikern und Chören. Die Gründerin und ehemalige Leiterin des Kärntner Doppelsextett Velden Margit Heissenberger lud am vergangenen Samstag zum Singen der Advent- und Weihnachtslieder in die Jakobuskirche in Velden ein. Sie kamen, Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, und sangen beherzt „O Tannenbaum“, „Es ist ein Ros entsprungen“, … Jedem wurde ein Gesangsbüchlein in die Hand gedrückt. Das Lichtmeer an Eindrücken erfüllte das Herz und Gemüt der zahlreichen Besucher aus dem In- und Ausland.

 

 

(Foto Fantur: Lichter-Schloss am Wörthersee)

 

(Foto Fantur: schwimmende Krippe)

 

(Foto Fantur: Gemeinsames Singen von Advent- und Weihnachtsliedern mit Margit Heissenberger in der Jakobuskirche in Velden)

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto Fantur: Advent-Impressionen aus Velden 1995)

 

 

LICHTBLICKE IM ADVENT_4

  

 

 

(Foto Fantur: Maria Immaculata über dem Hochaltar der Kollegienkirche in Salzburg)

 

 

Im strahlenden Licht erscheint die Madonna in der Kollegien- oder Universitätskirche in Salzburg. Die weiße Kalklasur trägt einen entscheidenden Beitrag dazu. Die Mutter Gottes befindet sich über den prachtvollen barocken Hochaltar und wird von 71 Engeln begleitet.

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