IM NAMEN DER BIBEL

(Foto Fantur: Bibel, Holy Bible, Sveto Pismo und Co.)

 

 

 

Schlagzeilen aus evangelikalen Kreisen: Promipastor (Ted Haggard) tritt als Homosexueller zurück und bezeichnet sich als „Lügner und Sünder“. Baptisten lehnen Homosexualität ab. Weiße Evangelikale in den USA schreiben Naturkatastrophen eher der Endzeit als dem Klimawandel zu. Für Trennung von Kirche und Staat, aber für Donald Trump. Trennung von Glaube und Wissen, und Darwin meiden. Gewisse evangelikale und freikirchliche Gemeinschaften berufen sich dabei gerne wortwörtlich auf die Holy Bible, die von Gott inspirierte Bibel. Und wer die Auslegung des Predigers, der sich nur auf die Bibel beruft, hinterfragt, der erhebt die Hand gegen Jesus selbst.

 

 

Mehr erfahren

DOPPELMORAL DER SEXUALAPOSTEL

(Foto Fantur: Regenbogen über Mittewald bei Villach)

 

 

 

Die Bibel setzt sich auch mit der gleichgeschlechtlichen Liebe auseinander. Im Römerbrief (1, 26f.) steht geschrieben: „Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht, mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sich in Begierde zueinander entbrannt.“

 

Mehr erfahren

SCHWEIN GEHABT

(Foto Fantur: Schweine-Standl vor dem Jahreswechsel)

 

 

 

„Schwein gehabt“, sagt man gerne, wenn der Ausgang einer Handlung erfolgreich war. Schweinchen in allen Variationen haben zu Silvester Hochsaison, um sich Glücksbringer für das Neue Jahr erkaufen. Zu diesen abergläubischen Dingen gesellen sich noch ein Hufeisen, ein Fliegenpilz und ein 4-blättriges Kleeblatt dazu.

 

Mehr erfahren

SORGENBLICK DER MUTTER

(Foto Fantur: Geburt Jesu aus dem Freskenzyklus von Giotto in der Scrovegni Kapelle in Padua)

 

 

 

Im Bildzentrum befindet sich Jesus und Maria in einem Stall. Das gewickelte Jesuskind, das nicht in der Krippe liegt, sucht den direkten Blickkontakt zur Mutter Maria. Sie liegt auf einer Matratze. Ihr Blick auf Jesus ist fürsorglich, zugleich aber besorglich, so als würde sie mit Sorgenfalten in seine Zukunft blicken.

 

Mehr erfahren

IM GESPRÄCH MIT DEM UNGEBORENEN

(Kopie Fantur: in der Warteschlange des Mutterleibs)

 

 

„Du bringst so viel Freude in mein Leben. Du erkennst meine Stimme. Wie gerne würdest du mir etwas sagen wollen. Stattdessen strampelst du mit deinen Füßen gegen meinen Bauch. Ein kräftiges Lebenszeichen von dir, mein Junge. Sofort wirst du ruhiger, wenn ich zum Summen beginne und wenn ich dir Ana Bekoach vorsinge. So wie Gott im Sabbatlied gepriesen wird, so herrlich bist du mein Sohn. Du bist ein Teil von mir, ich werde dich in allen Situationen nicht zurücklassen und immer unterstützen. Es wäre herzzerreißend, wenn du vor mir das letzte Kreuz auf dich nimmst.

Was wird dich nach einigen Monaten auf der Welt erwarten? Jetzt bist du so nah bei mir bestens aufgehoben. Du wiegst dich im Fruchtwasser in Sicherheit, du purzelst, schluckst und machst ruckartig auf dich aufmerksam. Wird uns auch der Vater beistehen und unterstützen und wohl nicht verlassen? Er wird uns nicht verlassen, denn du bist was Besonderes, Einzigartiges, Auserwähltes.

Ich bin schon so neugierig auf den ersten Begrüßungsaufschrei, dein erstes Lächeln, deine Grübchen, … Und wenn du nicht ganz gesund bist, ich nehme dich so, wie du bist und verlass dich niemals. Aber nicht nur ich allein, auch dein Papa wird dir wie ein Fels in der Brandung sein. Was wird dich in der Außenwelt erwarten? Wenn die Welt um uns noch so kalt ist, unser Haus soll dir die nötige Wärme und Geborgenheit geben.“

EIN LICHT GEHT AUF

(bearbeitetes Foto Fantur: Lichtspritzer)

 

 

 

Ich entzünde ein Licht,  

inmitten des vernarbten Herzens,

des verstaubten Gewissens,

da geht ein Licht auf.

Ich entzünde ein Licht, 

inmitten gieriger Blicke, 

ungebändigten Verlangens, 

da geht ein Licht auf.

Ich entzünde ein Licht, 

inmitten vergrämter Gesichter,

vertriebener Menschen,

da geht ein Licht auf.

Ich entzünde ein Licht, 

inmitten geballter Faust, 

der unverdauten Wut, 

da geht ein Licht auf.

Ich entzünde ein Licht, 

inmitten getrübter Aussichten, 

dem Weg ohne Helligkeit, 

da geht ein Licht auf.

Ewiges Licht in mir, 

da geht ein Licht an, 

entflammt mein Herz, 

entzündet die Idee.

 

 

Peter Fantur

HOFFNUNG IM ADVENT

(Foto Fantur: geschmückter Adventkranz)

 

„Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt,“* sagt der deutsche Philosoph Ernst Bloch. Die Hoffnungslosigkeit ist verbunden mit Resignation und Rückzug. Es wirft den Menschen in eine Lage der Selbstaufgabe und Angst zurück. Das verzweifelte Nichtstun und das Gefühl der Ohnmacht verlängern nur die Angst. Und diese Angst macht krank an Seele und Leib. Ernst Bloch muntert auf: „Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.“*

 

 

Mehr erfahren

BÖSER WOLF IM SCHAFSPELZ

(Bild erstellt mit ChatGPT, KI, Mädchen mit Tränen in den Augen)

 

Berührend und erschütternd ist die Thematisierung des sexuellen Missbrauches im Lied „Böser Wolf“ von den Toten Hosen:
„Sie ist so scheu wie ein Reh,
man nimmt sie kaum wahr, 
denn sie redet nicht viel. 
Sie bleibt am liebsten für sich allein, 
betet zu Gott und wünscht sich dabei, 
dass der böse Wolf niemals wiederkommt 
und mit festem Griff um ihren Hals verlangt, 
dass sie keinem ein Sterbenswörtchen sagt, 
weil er sie dafür so fürchterlich bestraft.“

Mehr erfahren

DER ANGST AUSGELIEFERT

(Foto erstellt mit ChatGPT, KI, … wenn die schwarze Katze kommt)

 

 

Eine Wahrsagerin warnte ihren Klienten oftmals vor einem bestimmten Baum. Auf einer Heimfahrt wurde ihm dieser Baum zum Verhängnis. Eine schwarze Katze kreuzt von links die Straße. Ein abergläubischer Mensch gerät in Panik und setzt mit seinem PKW eine folgenschwere Handlung. Ein Schüler schreibt am Freitag, dem 13., keine Schularbeit und bleibt gleich zu Hause.

 

Mehr erfahren

HEMD IST SO NAH WIE DER ROCK

(Foto Fantur: … nur äußere Unterschiede)

 

 

„Jemandem sitzt das Hemd näher als Rock“ oder „Jeder ist sich selbst der Nächste“, sind Redensarten, die im Alltag nichts von ihrer Aussagekraft verloren haben. Wenn bei Menschen die Grundbedürfnisse und das Gemeinwohl nicht gedeckt sind und der Alltag nur mit großer Mühe gestemmt werden kann, dann können diese beiden Redewendungen zum Überlebensprinzip werden und die Moral kann einen Tiefgang erfahren.

 

Mehr erfahren

GREIF MEINE WÜRDE NICHT AN!

(Foto Fantur: Buntheit in Einheit)

 

„Der Mensch muss Träger, Schöpfer und das Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen sein.“ (Mater et Magistra, 219) Das ist das Grundprinzip der katholischen Soziallehre. In der Natur gleicht kein Blatt dem anderen und auch keine Person der anderen. Jeder Mensch ist trotz seiner Fehler einzigartig, ein Individuum (ungeteiltes Wesen) mit Würde ausgestattet, ein Abbild Gottes und zugleich Teil der Gesellschaft. Das würdigt erst eine Person.

 

Mehr erfahren

HUMAN FIRST

(Foto Fantur: Garten der Villa Carlotta in Tremezzina, Como, ITA)

 

 

 

Politisch Verantwortliche heben stets hervor, allein das Wohl der Wähler:innen im Auge behalten zu wollen und sie behaupten nur Diener des Volkes zu sein. Demnach dürfte es keine Kriege mehr geben, Andersdenkende nicht inhaftiert und getötet werden und jeder müsste einen Zugang zu den Grundbedürfnissen des Lebens haben. So müsste der Respekt vor dem Wert des menschlichen Lebens allgemein anerkannt und bei Verletzung verfassungsrechtlich angeprangert werden. Es ist halt leider nicht so, da doch immer wieder Eigeninteressen dem Gemeinwohl übergeordnet werden.

Mehr erfahren

AUF-WIEDER-SEHEN

(Foto Fantur: Grab der Erinnerung)

 

Am Allerseelen (2. November) stehen Massen am Grab. In Gedenken an die Verstorbenen werden alljährlich Friedhöfe aufgesucht. Am Grab gedenkt man der Angehörigen, erbietet ihnen Ehrfurcht und Dankbarkeit und hofft insgeheim, dass sie sich in einer anderen Welt aufhalten. Die Lebenden hoffen, dass sich für die Verstorbenen das Bibelwort bewahrheitet: „Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Off. 21,4)

 

Mehr erfahren

MIT EINEM GANSL, WEIN UND DER LATERNE ZUM FEST

(Fotos Fantur: Pfarrkirche St. Martin in Šmartno, SLO, und Vorbereitungen auf das Weinfest)

 

Nach einer Legende versteckte sich der heilige Martin von Tours im Gänsestall, um der Bischofswahl zu entfliehen. Durch ihr Schnattern verrieten ihn die Gänse. Infolgedessen wurde er erst recht zum Bischof gewählt. Daher rührt auch der Verzehr der Martinsgans am Martinifest (11. November).

Mehr erfahren

DER UNSTERBLICHE SCHUTZHEILIGE

(Fotos Fantur: Kirche Sant’Apollinare Nuovo, Ravenna)

 

 

„Du hast Gewalt über meinen Körper, aber über meine Seele vermagst du nichts, denn über sie hat Gott allein Macht,“ erwiderte Florian dem Stadthalter Aquilin. Er weigerte sich den heidnischen Göttern zu opfern und bekannte sich zu Christus. Er wurde zur Zeit der diokletianischen Christenverfolgung mit einem Stein um den Hals in der Enns ertränkt. Florian (Gedenktag: 4. Mai) ist der Schutzheilige unter anderem bei Feuer- und Wassergefahr. Die Feuerwehrleute werden auch Florianijünger genannt.

 

 

Mehr erfahren

HERBSTLICHER SEELENSPIEGEL

 

(Foto Fantur: Kranachberg im südsteirischen Gamlitz)

 

 

Die dritte Jahreszeit ist eingebettet zwischen der Hochblüte des Sommers und dem dunklen und kalten Winter. Im Herbst wird geerntet, die Blätter verfärben sich und fallen von den Bäumen, Tiere suchen ihr warmes Domizil oder rüsten für die kalte Winterzeit und die Natur legt sich zur Ruhe. Und der Mensch nimmt sich Zeit ein wenig zurückzuschalten und zu reflektieren.

Mehr erfahren

AUGE UM AUGE – RAKETE UM RAKETE

 

(Foto: eingeschränkte Sicht)

 

 

„Auge um Auge, Zahn um Zahn, … lautet im Alten Testament das Talionsrecht. Talion (lat.) steht für „Vergeltung“. Es geht dabei in erster Linie um entsprechende Wiedergutmachung. Es bleibt aber meistens nicht bei der Vergeltung, die Lust auf Rache bleibt bestehen. Die Vergeltungsspirale und der Rachefeldzug können aber auch schnell überhandnehmen und immer weitere Kreise ziehen. 

Mehr erfahren

SPIELBÄLLE DER KRIEGSTREIBER?!

 

(Foto-Collage Fantur: Symbolkraft oder Symbolschwachheit?)

 

 

Die oberste Maxime der monotheistischen Religionen ist die Gewaltfreiheit und die Verabscheuung von Tötung und Mord. Das 5. Gebot im Buch Exodus im Alten Testament lautet: Du sollst nicht töten!“ Es richtet sich gegen die Tötung von Unschuldigen und ist demnach eine kriminelle Handlung. Das Neue Testament geht darüber hinaus noch weiter und weist darauf hin, dass schon „Worte töten“ (Mt 5,21-22). Jesu Botschaft: „Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ (Mt 5,33) 

 

Mehr erfahren

AUF-ER-STEHEN

 

 

      Als Kleinkind krabbelte ich am Boden,

    mein Blick war nach oben gerichtet,

      die Hand streckte sich suchend nach Hilfe,

      um endlich zum ersten Mal auf-zu-stehen.

 

      Als Jugendlicher schürfte ich nach Orientierung,

      ich irrte und suchte auf vielen Umwegen,

      pendelte zwischen Welten und Meinungen,

      um endlich zur reifen Persönlichkeit aufzustehen.

 

     Als fehlerhafter Mensch litt ich an Schuldgefühlen

     und baumelte zwischen Zweifeln und Selbstvorwürfen,

     ich versteckte mich vor meinem eigenen Ich

     und erhoffte eine rettende Hand, um aufzustehen.

 

     Als junger Erwachsener sehnte ich mich nach Familie,

     einem starken Rückhalt und Geborgenheit und

     bewegte mich zwischen Glück und Sorgen, Mitgefühl und Freuden,

     um in der Rolle als Familienvater beizeiten aufzustehen.

 

     Als Leidtragender wurde mein Name beschmutzt,

     wehrlos war ich Anschuldigungen und Beleidigungen ausgesetzt,

     ich wurde von Ängsten und Befürchtungen hin- und hergerissen,

     um sich durch kräftige Hoffnungsschübe aufzurichten.

 

     Ich kehre zu Staub und Asche zurück,

     Spuren meines Daseins werden zu Silhouetten,

     Erinnerungen an mich verblassen,

     um wie aus einer Raupe entschlüpft, auf-zu-erstehen.

     

Peter Fantur

GIPFELERLEBNISSE

 

          (Foto Fantur:  Drei Zinnen, Tre Cime di Lavaredo, Italia)

 

Ein erhabenes Gefühl, diese Berggipfel der Dolomiten in Südtirol, mit dem Weitblick auf verschiedene Gebirgsstöcke und auf die Tallandschaften zu Füßen. Die geologischen Formationen vermitteln die vielfältige Schönheit der Natur. Befreiend ist der Blick nach oben. Der blau-graue Himmel zieht mich an. Ich spüre in mir ein Stück der Ewigkeit. Diese Weite ist für mich fast beklemmend, verbunden mit der Angst sich zu verlieren, und zugleich befreiend, alles Belastende zurücklassen zu dürfen. Am Himmel ziehen dicke Wolken weiter und beleben die Monotonie. Zugleich wirken sie einladend und durchbrechen die himmlische „Einsamkeit“.
 
 
 

Mehr erfahren