ENTZÜNDE EIN LICHT IN DIR

(Foto Fantur bearbeitet: Lichtspritzer im Schnee)

 

 

 

Ich entzünde ein Licht,  

inmitten des vernarbten Herzens,

des verstaubten Gewissens,

da geht ein Licht auf.

 

Ich entzünde ein Licht, 

inmitten gieriger Blicke, 

ungebändigten Verlangens, 

da geht ein Licht auf.

 

Ich entzünde ein Licht, 

inmitten vergrämter Gesichter,

vertriebener Menschen,

da geht ein Licht auf.

 

Ich entzünde ein Licht, 

inmitten geballter Faust, 

der unverdauten Wut, 

da geht ein Licht auf.

 

Ich entzünde ein Licht, 

inmitten getrübter Aussichten, 

dem Weg ohne Helligkeit, 

da geht ein Licht auf.

 

Ewiges Licht in mir, 

da geht ein Licht an, 

entflammt mein Herz, 

entzündet die Idee.

 

 

Peter Fantur

HOFFNUNG ERHELLT ADVENT UND WINTER

(Foto Fantur: geschmückter Adventkranz)

 

„Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt,“* sagt der deutsche Philosoph Ernst Bloch. Die Hoffnungslosigkeit ist verbunden mit Resignation und Rückzug. Es wirft den Menschen in eine Lage der Selbstaufgabe und Angst zurück. Das verzweifelte Nichtstun und das Gefühl der Ohnmacht, verlängern nur die Angst. Und diese Angst macht krank an Seele und Leib. Ernst Bloch muntert auf: „Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.“*

 

 

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MISSBRAUCHTE KINDER WIE MÜLL BEHANDELT

 (Bild erstellt mit ChatGPT: Mädchen vergießt Tränen der Verzweiflung)

 

Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ist, wenn man sich an unschuldigen Kindern vergreift. Ihr Vertrauen wird zutiefst erschüttert, ihr Leben zerstört. Berührend  ist die Thematisierung des sexuellen Missbrauches im Lied „Böser Wolf“ von den Toten Hosen:
„Sie ist so scheu wie ein Reh,
man nimmt sie kaum wahr, 
denn sie redet nicht viel. 
Sie bleibt am liebsten für sich allein, 
betet zu Gott und wünscht sich dabei, 
dass der böse Wolf niemals wiederkommt 
und mit festem Griff um ihren Hals verlangt, 
dass sie keinem ein Sterbenswörtchen sagt, 
weil er sie dafür so fürchterlich bestraft.“

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DER ANGST SCHRANKENLOS AUSGELIEFERT

(Foto erstellt mit ChatGPT: wenn die schwarzen Katze das Schicksal besiegelt)

 

 

Eine Wahrsagerin warnte ihren Klienten oftmals vor einem bestimmten Baum. Auf einer Heimfahrt wurde ihm dieser Baum zum Verhängnis. Eine schwarze Katze kreuzt von links die Straße. Ein abergläubischer Mensch gerät in Panik und setzt mit seinem PKW eine folgenschwere Handlung. 

 

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HEMD IST SO NAH WIE DER ROCK

(Foto Fantur: mit demselben Muster gestrickt)

 

 

„Jemandem sitzt das Hemd näher als Rock“ oder „Jeder ist sich selbst der Nächste“ sind Redensarten, die im Alltag nichts von ihrer Aussagekraft verloren haben. Wenn bei Menschen die Grundbedürfnisse und das Gemeinwohl nicht gedeckt sind und der Alltag nur mit großer Mühe gestemmt werden kann, dann können diese beiden Redewendungen zum Überlebensprinzip werden und die Moral kann einen Tiefgang erfahren.

 

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GREIF MEINE WÜRDE NICHT AN!

(Foto Fantur: Buntheit in Einheit, Einheit in Buntheit wie Laub am Boden)

 

„Der Mensch muss Träger, Schöpfer und das Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen sein.“ (Mater et Magistra, 219) Das ist das Grundprinzip der katholischen Soziallehre. In der Natur gleicht kein Blatt dem anderen und auch keine Person der anderen. Jeder Mensch ist trotz seiner Fehler einzigartig, ein Individuum (ungeteiltes Wesen) mit Würde ausgestattet, ein Abbild Gottes und zugleich Teil der Gesellschaft. Das würdigt erst eine Person.

 

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HUMAN FIRST – ZUERST DER MENSCH

(Foto Fantur: gesunder „Saft“ im gesunden Baum im Garten der Villa Carlotta in Tremezzina, Como, ITA)

 

Politisch Verantwortliche heben stets hervor, allein das Wohl der Wähler:innen im Auge behalten zu wollen und sie behaupten nur Diener des Volkes zu sein. Demnach dürfte es keine Kriege mehr geben, Andersdenkende nicht inhaftiert und getötet werden und jeder müsste einen Zugang zu den Grundbedürfnissen des Lebens haben. So müsste der Respekt vor dem Wert des menschlichen Lebens allgemein anerkannt und bei Verletzung verfassungsrechtlich angeprangert werden. Es ist halt leider nicht so, da doch immer wieder Eigeninteressen dem Gemeinwohl übergeordnet werden.

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GRABESHOFFNUNG: AUF-WIEDER-SEHEN

(Foto Fantur: Grab der Erinnerung)

 

Am Allerseelen (2. November) stehen Massen am Grab. In Gedenken an die Verstorbenen werden alljährlich Friedhöfe aufgesucht. Am Grab gedenkt man der Angehörigen, erbietet ihnen Ehrfurcht und Dankbarkeit und hofft insgeheim, dass sie sich in einer anderen Welt aufhalten. Die Lebenden hoffen, dass sich für die Verstorbenen das Bibelwort bewahrheitet: „Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Off. 21,4)

 

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BISCHOF VON GÄNSEN ÜBERFÜHRT

(Fotos Fantur: Pfarrkirche St. Martin in Šmartno, SLO,  und Vorbereitungen auf das Weinfest)

 

Nach einer Legende versteckte sich der heilige Martin von Tours im Gänsestall, um der Bischofswahl zu entfliehen. Durch ihr Schnattern verrieten ihn die Gänse. Infolgedessen wurde er erst recht zum Bischof gewählt. Daher rührt auch der Verzehr der Martinigans am Martinifest (11. November).

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DER UNSTERBLICHE SCHUTZHEILIGE

(Fotos Fantur: die Unsterblichen in Weiß in der Kirche Sant’Apollinare Nuovo, Ravenna)

 

 

„Du hast Gewalt über meinen Körper, aber über meine Seele vermagst du nichts, denn über sie hat Gott allein Macht,“ erwiderte Florian dem Stadthalter Aquilin. Er weigerte sich den heidnischen Göttern zu opfern und bekannte sich zu Christus. Er wurde zur Zeit der diokletianischen Christenverfolgung mit einem Stein um den Hals in der Enns ertränkt. Florian (Gedenktag: 4. Mai) ist der Schutzheilige unter anderem bei Feuer- und Wassergefahr. Die Feuerwehrleute werden auch Florianijünger genannt.

 

 

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HERBSTLICHER SEELENSPIEGEL

 

(Foto Fantur: herbstliche Idylle am Kranachberg im südsteirischen Gamlitz)

 

(Foto Fantur: Ruhebank in Lienz lädt zum Verweilen ein)

 

Die dritte Jahreszeit ist eingebettet zwischen der Hochblüte des Sommers und dem dunklen und kalten Winter. Im Herbst wird geerntet, die Blätter verfärben sich und fallen von den Bäumen, Tiere suchen ihr warmes Domizil oder rüsten für die kalte Winterzeit und die Natur legt sich zur Ruhe. Und der Mensch nimmt sich Zeit ein wenig zurückzuschalten und zu reflektieren.

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AUGE UM AUGE – RAKETE UM RAKETE

 

(Foto: eingeschränkte Sicht-weise)

 

 

„Auge um Auge, Zahn um Zahn, … lautet im Alten Testament das Talionsrecht. Talion (lat.) steht für „Vergeltung“. Es geht dabei in erster Linie um entsprechende Wiedergutmachung. Es bleibt aber meistens nicht bei der Vergeltung, die Lust auf Rache bleibt bestehen. Die Vergeltungsspirale und der Rachefeldzug können aber auch schnell überhandnehmen und immer weitere Kreise ziehen. 

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RELIGIONEN – SPIELBÄLLE DER KRIEGSTREIBER?!

 

(Foto-Collage Fantur: Symbolkraft oder Symbolschwachheit?)

 

 

Die oberste Maxime der monotheistischen Religionen ist die Gewaltfreiheit und die Verabscheuung von Tötung und Mord. Das 5. Gebot im Buch Exodus im Alten Testament lautet: Du sollst nicht töten!“ Es richtet sich gegen die Tötung von Unschuldigen und ist demnach eine kriminelle Handlung. Das Neue Testament geht  noch weiter und weist darauf hin, dass schon „Worte töten“ (Mt 5,21-22). Jesu Botschaft: „Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ (Mt 5,33) 

 

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AUF-ER-STEHEN MITTEN IM LEBEN

 

 

      Als Kleinkind krabbelte ich am Boden,

    mein Blick war nach oben gerichtet,

      die Hand streckte sich suchend nach Hilfe,

      um endlich zum ersten Mal auf-zu-stehen.

 

      Als Jugendlicher schürfte ich nach Orientierung,

      ich irrte und suchte auf vielen Umwegen,

      pendelte zwischen Welten und Meinungen,

      um endlich zur reifen Persönlichkeit aufzustehen.

 

     Als fehlerhafter Mensch litt ich an Schuldgefühlen

     und baumelte zwischen Zweifeln und Selbstvorwürfen,

     ich versteckte mich vor meinem eigenen Ich

     und erhoffte eine rettende Hand, um aufzustehen.

 

     Als junger Erwachsener sehnte ich mich nach Familie,

     einem starken Rückhalt und Geborgenheit und

     bewegte mich zwischen Glück und Sorgen, Mitgefühl und Freuden,

     um in der Rolle als Familienvater beizeiten aufzustehen.

 

     Als Leidtragender wurde mein Name beschmutzt,

     wehrlos war ich Anschuldigungen und Beleidigungen ausgesetzt,

     ich wurde von Ängsten und Befürchtungen hin- und hergerissen,

     um sich durch kräftige Hoffnungsschübe aufzurichten.

 

     Ich kehre zu Staub und Asche zurück,

     Spuren meines Daseins werden zu Silhouetten,

     Erinnerungen an mich verblassen,

     um wie aus einer Raupe entschlüpft, auf-zu-erstehen.

     

Peter Fantur

 

 

(Foto Fantur: die Lebensbegleiter „Glaube, Hoffnung und Liebe“ am Turm der Hundertwasserkirche in Bärnbach, Steiermark)

DEM GIPFEL ENTGEGEN

 

          (Foto Fantur:  Drei Zinnen, Tre Cime di Lavaredo, Italia)

 

Ein erhabenes Gefühl, diese Berggipfel der Dolomiten in Südtirol, mit dem Weitblick auf verschiedene Gebirgsstöcke und auf die Tallandschaften zu Füßen. Die geologischen Formationen vermitteln die vielfältige Schönheit der Natur. Befreiend ist der Blick nach oben. Der blau-graue Himmel zieht mich an. Ich spüre in mir ein Stück der Ewigkeit. Diese Weite ist für mich fast beklemmend, verbunden mit der Angst sich zu verlieren, und zugleich befreiend, alles Belastende zurücklassen zu dürfen. Am Himmel ziehen dicke Wolken weiter und beleben die Monotonie. Zugleich wirken sie einladend und durchbrechen die himmlische „Einsamkeit“.
 
 
 

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