DIE VIELEN GESICHTER DES ADVENT

(Foto-Collage Fantur: Adventsingen im Großen Festspielhaus in Salzburg, Dezember 2024)
Advent und Weihnachten werden wirtschaftlich, kulturell und religiös geprägt sowie durchdrungen. Und der Markt leuchtet hell auf.

(Foto-Collage Fantur: Adventsingen im Großen Festspielhaus in Salzburg, Dezember 2024)
Advent und Weihnachten werden wirtschaftlich, kulturell und religiös geprägt sowie durchdrungen. Und der Markt leuchtet hell auf.

(Foto Fantur bearbeitet: Lichtspritzer im Schnee)
Ich entzünde ein Licht,
inmitten des vernarbten Herzens,
des verstaubten Gewissens,
da geht ein Licht auf.
Ich entzünde ein Licht,
inmitten gieriger Blicke,
ungebändigten Verlangens,
da geht ein Licht auf.
Ich entzünde ein Licht,
inmitten vergrämter Gesichter,
vertriebener Menschen,
da geht ein Licht auf.
Ich entzünde ein Licht,
inmitten geballter Faust,
der unverdauten Wut,
da geht ein Licht auf.
Ich entzünde ein Licht,
inmitten getrübter Aussichten,
dem Weg ohne Helligkeit,
da geht ein Licht auf.
Ewiges Licht in mir,
da geht ein Licht an,
entflammt mein Herz,
entzündet die Idee.
Peter Fantur

(Foto Fantur: geschmückter Adventkranz)
„Wenn wir zu hoffen aufhören, kommt, was wir befürchten, bestimmt,“* sagt der deutsche Philosoph Ernst Bloch. Die Hoffnungslosigkeit ist verbunden mit Resignation und Rückzug. Es wirft den Menschen in eine Lage der Selbstaufgabe und Angst zurück. Das verzweifelte Nichtstun und das Gefühl der Ohnmacht, verlängern nur die Angst. Und diese Angst macht krank an Seele und Leib. Ernst Bloch muntert auf: „Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.“*

(Bild erstellt mit ChatGPT: Mädchen vergießt Tränen der Verzweiflung)

(Foto erstellt mit ChatGPT: wenn die schwarzen Katze das Schicksal besiegelt)
Eine Wahrsagerin warnte ihren Klienten oftmals vor einem bestimmten Baum. Auf einer Heimfahrt wurde ihm dieser Baum zum Verhängnis. Eine schwarze Katze kreuzt von links die Straße. Ein abergläubischer Mensch gerät in Panik und setzt mit seinem PKW eine folgenschwere Handlung.

(Foto Fantur: mit demselben Muster gestrickt)
„Jemandem sitzt das Hemd näher als Rock“ oder „Jeder ist sich selbst der Nächste“ sind Redensarten, die im Alltag nichts von ihrer Aussagekraft verloren haben. Wenn bei Menschen die Grundbedürfnisse und das Gemeinwohl nicht gedeckt sind und der Alltag nur mit großer Mühe gestemmt werden kann, dann können diese beiden Redewendungen zum Überlebensprinzip werden und die Moral kann einen Tiefgang erfahren.

(Foto Fantur: Buntheit in Einheit, Einheit in Buntheit wie Laub am Boden)
„Der Mensch muss Träger, Schöpfer und das Ziel aller gesellschaftlichen Einrichtungen sein.“ (Mater et Magistra, 219) Das ist das Grundprinzip der katholischen Soziallehre. In der Natur gleicht kein Blatt dem anderen und auch keine Person der anderen. Jeder Mensch ist trotz seiner Fehler einzigartig, ein Individuum (ungeteiltes Wesen) mit Würde ausgestattet, ein Abbild Gottes und zugleich Teil der Gesellschaft. Das würdigt erst eine Person.

(Foto Fantur: gesunder „Saft“ im gesunden Baum im Garten der Villa Carlotta in Tremezzina, Como, ITA)
(Foto Fantur: Grab der Erinnerung)
Am Allerseelen (2. November) stehen Massen am Grab. In Gedenken an die Verstorbenen werden alljährlich Friedhöfe aufgesucht. Am Grab gedenkt man der Angehörigen, erbietet ihnen Ehrfurcht und Dankbarkeit und hofft insgeheim, dass sie sich in einer anderen Welt aufhalten. Die Lebenden hoffen, dass sich für die Verstorbenen das Bibelwort bewahrheitet: „Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Off. 21,4)


(Fotos Fantur: Pfarrkirche St. Martin in Šmartno, SLO, und Vorbereitungen auf das Weinfest)
(Fotos Fantur: die Unsterblichen in Weiß in der Kirche Sant’Apollinare Nuovo, Ravenna)
„Du hast Gewalt über meinen Körper, aber über meine Seele vermagst du nichts, denn über sie hat Gott allein Macht,“ erwiderte Florian dem Stadthalter Aquilin. Er weigerte sich den heidnischen Göttern zu opfern und bekannte sich zu Christus. Er wurde zur Zeit der diokletianischen Christenverfolgung mit einem Stein um den Hals in der Enns ertränkt. Florian (Gedenktag: 4. Mai) ist der Schutzheilige unter anderem bei Feuer- und Wassergefahr. Die Feuerwehrleute werden auch Florianijünger genannt.
(Foto Fantur: herbstliche Idylle am Kranachberg im südsteirischen Gamlitz)

(Foto Fantur: Ruhebank in Lienz lädt zum Verweilen ein)

(Foto: eingeschränkte Sicht-weise)

(Foto-Collage Fantur: Symbolkraft oder Symbolschwachheit?)
Die oberste Maxime der monotheistischen Religionen ist die Gewaltfreiheit und die Verabscheuung von Tötung und Mord. Das 5. Gebot im Buch Exodus im Alten Testament lautet: Du sollst nicht töten!“ Es richtet sich gegen die Tötung von Unschuldigen und ist demnach eine kriminelle Handlung. Das Neue Testament geht noch weiter und weist darauf hin, dass schon „Worte töten“ (Mt 5,21-22). Jesu Botschaft: „Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ (Mt 5,33)
(Foto Fantur: Abheben am Strand von Caorle)
Als Kleinkind krabbelte ich am Boden,
mein Blick war nach oben gerichtet,
die Hand streckte sich suchend nach Hilfe,
um endlich zum ersten Mal auf-zu-stehen.
Als Jugendlicher schürfte ich nach Orientierung,
ich irrte und suchte auf vielen Umwegen,
pendelte zwischen Welten und Meinungen,
um endlich zur reifen Persönlichkeit aufzustehen.
Als fehlerhafter Mensch litt ich an Schuldgefühlen
und baumelte zwischen Zweifeln und Selbstvorwürfen,
ich versteckte mich vor meinem eigenen Ich
und erhoffte eine rettende Hand, um aufzustehen.
Als junger Erwachsener sehnte ich mich nach Familie,
einem starken Rückhalt und Geborgenheit und
bewegte mich zwischen Glück und Sorgen, Mitgefühl und Freuden,
um in der Rolle als Familienvater beizeiten aufzustehen.
Als Leidtragender wurde mein Name beschmutzt,
wehrlos war ich Anschuldigungen und Beleidigungen ausgesetzt,
ich wurde von Ängsten und Befürchtungen hin- und hergerissen,
um sich durch kräftige Hoffnungsschübe aufzurichten.
Ich kehre zu Staub und Asche zurück,
Spuren meines Daseins werden zu Silhouetten,
Erinnerungen an mich verblassen,
um wie aus einer Raupe entschlüpft, auf-zu-erstehen.
Peter Fantur

(Foto Fantur: die Lebensbegleiter „Glaube, Hoffnung und Liebe“ am Turm der Hundertwasserkirche in Bärnbach, Steiermark)

(Foto Fantur: Drei Zinnen, Tre Cime di Lavaredo, Italia)