Gefangener der Sucht

(mit ChatGPT generiertes Foto Fantur: von der Sucht getriebene Marionette auf dem Gipfel)

 

 

 

Gerd hatte diese Woche emsig in die Hände gespuckt und viel geleistet. Belohnung muss her! Am Freitagabend ist Alkoholkonsum zur Einstimmung aufs Wochenende auf dem Programm. Mit der Zeit wird der Abstand der Belohnungen immer kürzer und die Alk-Tage in der Woche häufiger.

Gerd benötigt immer mehr Nachschub, so dass die Glücksgefühle nicht verblassen. So wurden sowohl die Menge als auch die Promille fortwährend erhöht. Das Trinken wird mit Verdrängung von Schuld- und Versagensgefühlen begleitet.
 

Schattiges Hochgefühl

Das Glücksgefühl von Gerd wird in der Vernachlässigung seiner eigenen Person ertränkt. Es dreht sich alles nur mehr um die Flasche, den Vorrat des Alkohols und der Alltag wird mittlerweile eintönig. Gerd verkümmert, indem er für die Familie keine Zeit mehr hat und mit Freunden kaum was unternimmt. Er schaut nicht mehr auf sein Äußeres und die Hobbys bleiben auf der Strecke. Aus den Glücksblasen wird ein Absturz auf Raten.
 

Schwindendes Licht

Das Glück strahlt nur mehr klein, wie bei einem Glühwürmchen. Die Flasche übernimmt langsam die Oberhand über Gerd. Das verlockende Suchtmittel hat die Übermacht über ihn. Paulus bringt es in seinem Brief an die Korinther auf den Punkt: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.“ (1 Kor 6,12) Ansonsten verläuft die Suchtkarriere von der Selbstbeherrschung, dann der fremden Macht ausgeliefert und zuallerletzt Endstation „Ohnmacht“.
 
 

PS: das Buch der Sprüche im Ersten Testament beschreibt die Alkoholsucht so:

 
„Wer hat Klagen?… Wer hat trübe Augen? Die bis in die Nacht beim Wein sitzen und kommen, gemischten Wein zu kosten. Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein, aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden, und du wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben im Mastkorb. ‚Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich’s es wieder treiben.'“ (Spr 23, 29-35)

Von Peter Fantur

Mein Name ist Peter Fantur, bin pensionierter Religionsprofessor und bin Redakteur des Blogs "GlaubeLeben" (reli4life) Der Blog GlaubeLeben inspiriert mit tiefgründigen Themen und Fragestellungen sowie praktischen Impulsen, die den Glauben stärken und den Alltag bereichern.

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