(Foto Fantur: Gerechtigkeit auf die Waagschale legen)

 

 

„Es begegnen sich Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt es einen Ertrag.“ (Psalm 85, 11-14)                                                                      

Dieser Psalm im Alten Testament setzt zum Wohlergehen im Herrschaftsgebiet Jahwes bestimmte Werte des Zusammenlebens voraus. Dazu zählen die Gnade, die Treue, der Friede und die Gerechtigkeit. Erst dann spendet Gott seinem Volk den Segen und gibt seinen Ertrag. 

 

 

Spuren des Göttlichen im Alltag

Die Gnade ist ein Geschenk Gottes an sein Abbild mit der Erwartung, dass der Mensch den Alltag heilsam verändere. Dieses Göttliche sollte im Zusammenleben aufscheinen. Aufgrund dessen ist erst die gelebte Treue möglich. Sie ist ein Garant der Beständigkeit und hat einen vertrauensbildenden Charakter. Man kann sich dann an diese Gemeinschaft stark verlassen. Dies führt wiederum zum Frieden als eine grundlegende Säule der Gesellschaft. Eine ausstrahlende Kraft auf die Umgebung hat jener Mensch, der sich mit Gott und dem Mitmenschen im Reinen befindet. In Frieden leben bedeutet aber auch, die Freiheit verantwortungsvoll auszuleben. Niemand hat die Freiheit für sich allein gepachtet und sie existiere nur in Verantwortung gegenüber dem anderen. Eng verknüpft mit der Freiheit ist auch die Gerechtigkeit. Das Richtmaß ist dabei das Gemeinwohl, das den Ausgleich schafft, in welchem niemand auf der Strecke bleibt.

Rufer der Gerechtigkeit

Der Mensch als Abbild Gottes kann all diese Werte nur bruchstückhaft  erreichen. Deswegen benötigt die Gemeinschaft Regeln des Zusammenlebens, ständige mutige Mahner, die sich kein Blatt vor den Mund nehmen und die Gerechtigkeit auf die Waagschale legen,  sowie eine Gewissenspolitur.