Gerechtigkeit

FRIEDE KÜSST GERECHTIGKEIT

 (Foto Fantur: Gerechtigkeit auf die Waagschale legen)

 

 

„Es begegnen sich Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt es einen Ertrag.“ (Psalm 85, 11-14)                                                                      

Dieser Psalm im Alten Testament setzt zum Wohlergehen im Herrschaftsgebiet Jahwes bestimmte Werte des Zusammenlebens voraus. Dazu zählen die Gnade, die Treue, der Friede und die Gerechtigkeit. Erst dann spendet Gott seinem Volk den Segen und gibt seinen Ertrag. 

 

Mehr erfahren

IM NAMEN DER GERECHTIGKEIT

(Foto Fantur: Büste des römischen Kaiser und Stoikers Marcus Aurelius, Kunsthistorisches Museum, Wien)

 

„Wer Unrecht handelt, handelt gottlos. Denn die Natur hat die vernünftigen Wesen füreinander geschaffen nicht, daß sie einander schaden, sondern nach Würdigkeit einander nützen sollen,“ stellt der römische Kaiser Marc Aurel (121-180 n. Chr.) in seinen „Selbstbetrachtungen“ (9. Buch, Kapitel 1) fest.

Mehr erfahren

DIE ERDE HAT FIEBER – SIE IST KRANK

← Zurück

Vielen Dank für deine Antwort. ✨

 (Foto – Quelle: Nedelja, Cover, Sonderausgabe, 25, 04.2025)

 

 

IN MEMORIAM PAPST FRANZISKUS

 
In Memoriam an den verstorbenen Papst folgen Auszüge einer Videobotschaft und aus der Enzyklika „Laudato SI“ zur Erhaltung der Natur und gegen die Ausbeutung des Menschen. Beide sind eine Seite einer Medaille.

Mehr erfahren

GERECHTIGKEITS-EIFERER GESUCHT!

(Foto Fantur: Schüler:innen der HTL Villach spendeten für die Ukraine)

 

„Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ (Mt 5,9)

Einige Religionskritiker werfen der Religion vor, die Menschen zur Passivität zu verleiten und nur ins Jenseits zu vertrösten. In dieser Seligpreisung Jesu werden aber Friedens-Stifter angesprochen, das wären jene Personen, die sich nicht friedlich verhalten und wegschauen, sondern Akzente für den Frieden setzen. Kürzlich berichtete „Vatican News“, dass in Polen mehr als 2.000 Ordensfrauen Juden retten. Auch Bischof Oscar Romero setzte sich für die Armen und Entrechteten in El Salvador ein und wurde 1980 während der Messe hingerichtet. Franz Jägerstätter (St. Radegund, OÖ.) lehnte den Wehrdienst mit der Waffe für das Naziregime ab und wurde hingerichtet. Das waren Taten und keine Vertröstungen.
Friedensstifter sind auch jene, die nicht medial auffallen und nicht in Geschichtsbüchern genannt werden. Darunter ist Hans, der täglich den Obdachlosen der Caritas ein warmes Essen verteilt; Trude, die gegen die Gewalt gegen Kinder aufbegehrt; Eltern, die den Kindern das Gewissen verfeinern und ein anständiges Leben vorleben. Dazu gehört auch Peter, der die verfolgten Christen unterstützt sowie die Spendenaktion der HTL Villach für die Kriegsopfer in der Ukraine.

„Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Mt 5,10)

Das Weisheitsbuch im Alten Testament beschreibt, dass Gerechte für die Gesellschaft störend sind: „Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist unbequem und steht unserem Tun im Wege. … Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf … Als falsche Münze gelten wir ihm.“ (Weish 2,12.14.16)
Der Selbstgerechte schafft sich in der Gesellschaft Rahmenbedingungen, in denen er immer gut abschneidet, koste es, was es wolle. So werden Paragrafen zu seinem Gunsten zurecht geschoben und das Gewissen dem eigenen Nutzen untergeordnet. Seiner Meinung nach strapazieren Gerechtigkeitsfanatiker nur sein Gewissen und sie werden mit Drohungen, Geld, Inhaftierung, Ermordung, … mundtot gemacht.
Synonyme für Gerechtigkeit wären: Unbestechlichkeit, Objektivität, Gemeinwohlbestrebungen, Fairness, Nächstenliebe, … Damit schläft man ruhiger.

GEWALT – AUSDRUCK DER IMPOTENZ

(Foto Fantur: Villach trauert nach dem islamistischen Anschlag vom 15. Februar 2025)

 

Jesus Bergpredigt enthält eine starke soziale Brisanz. Dabei setzt er sich für die Erniedrigten und Beleidigten, die Außenseiter und Ausgebeuteten besonders ein.

„Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.“ (Mt 5,5)

Gewalt ist nicht nur männlich und physisch. Aber männliche Gewalt kann auch bestialische Züge annehmen. Sie kann sich in häuslicher Gewalt ausdrücken. Bei exzessiver Gewalt bis zum Krieg zeichnet sich oft das maskuline Geschlecht erbärmlich aus.
Jegliche Gewaltanwendung ist ein Ausdruck der „Impotenz“, der Unfähigkeit, mit anderen, gewaltfreien Mitteln Konflikte zu lösen. Zuerst fokussiert sich die Gewaltbereitschaft in Gedanken. Immer oberflächlicher und pauschaler wird der Feind angefeindet. Es dreht sich alles nur mehr um dieses Feindbild. Dann werden die Menschen in zwei Klassen (gut und böse) geteilt und Hasstiraden gegen die bösen Feinde verbreitet. Mit oft vereinten Kräften münzt die mentale und verbale Gewalt in physische um. Dabei kennt die Fantasie der Gewalttäter keine Grenzen.
Kürzlich gab es wieder ein islamistisch motiviertes Attentat, diesmal in Villach (Kärnten, Austria). Gewalt im Namen jedweder Religion ist eine Sonderform der Blasphemie (Gotteslästerung).
Selig sind jene, die ohne Gewalt im Namen von Gerechtigkeit, Glaube und Menschlichkeit die Welt verändern.

„Selig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.“ (Mt 5,6)

„Martyrium im christlichen Verständnis verbindet Wahrheit, Liebe, Gerechtigkeit“; das ist auf der Homepage der Diözese Linz (vom 11.1.2018) zu lesen. Martin Luther King, Mahatma Gandhi, Bischof Oscar Romero, … und Jesus von Nazareth hungerten und dürsten nach Gerechtigkeit und mehr Menschlichkeit. Sie wurden Opfer der Gerechtigkeit.
Gerechtigkeit soll ein Postulat der Gesellschaft sein. Der Staat sorge für den sozialen Ausgleich. Nach dem obersten Prinzip des Gemeinwohls (Bonum Commune) darf dabei niemand Hunger oder Durst erleiden und seine Grundbedürfnisse müssen befriedigt werden.
Man muss nicht gleich Märtyrer für die Gerechtigkeit sein, denn der Hunger und Durst nach Gerechtigkeit kann in jedem geweckt werden. Erforderlich ist dabei die gelebte Solidarität, der bedingungslose Einsatz für die Entrechteten und ein selbstgenügsames Leben.