
(Foto – Quelle: Nedelja, Cover, Sonderausgabe, 25, 04.2025)
IN MEMORIAM PAPST FRANZISKUS
In Memoriam an den verstorbenen Papst folgen Auszüge einer Videobotschaft und aus der Enzyklika „Laudato SI“ zur Erhaltung der Natur und gegen die Ausbeutung des Menschen. Beide sind eine Seite einer Medaille.
Aufschrei der Erde
Videobotschaft (Auszug) von Papst Franziskus „Für den Schrei der Erde“ vom 9. September 2024:
„Wenn wir die Temperatur des Planeten messen, werden wir sehen, dass die Erde Fieber hat. Und wie jedem kranken Menschen, geht es ihr schlecht. Aber hören wir diesen Schmerz? Hören wir den Schmerz der Millionen von Opfern von Umweltkatastrophen?
Diejenigen, die meisten unter den Folgen der Katastrophen leiden, sind die Armen, diejenigen, die aufgrund von Überschwemmungen, Hitzewellen oder Dürren gezwungen sind, ihr Zuhause zu verlassen. Die Bewältigung, die vom Menschen verursachten Umweltkrisen, wie Klimawandel, Umweltverschmutzung oder Verlust der biologischen Vielfalt, erfordert nicht nur ökologische, sondern auch soziale, wirtschaftliche und politische Antworten.
Wir müssen uns um den Kampf gegen Armut und für den Schutz der Natur engagieren.“
Marktwert“Mensch“ und „Natur“
Umweltenzyklika „Laudato Si“ (2015, ausgewählte Zitate):
„Die Sorge um die Natur, die Gerechtigkeit gegenüber den Armen, das Engagement für die Gesellschaft und der innere Friede sind untrennbar miteinander verbunden.“ (Nr. 10)
„Tatsächlich schädigen der Verfall der Umwelt und der Gesellschaft in besonderer Weise die Schwächsten des Planeten.“ (Nr. 48)
„Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle.“ (Nr. 23)
„Während das Herz des Menschen immer leerer wird, braucht er immer nötiger Dinge, die er kaufen, besitzen und konsumieren kann. … die Versessenheit auf einen konsumorientierten Lebensstil … kann nur Gewalt und gegenseitige Zerstörung auslösen.“ (Nr. 204)
„Häufig werden Maßnahmen erst dann ergriffen, wenn die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen irreversibel sind.“ (Nr. 21)
Mülldeponie „Erde“
„Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln.“ (Nr. 21)
Die Umwelt ist ein kollektives Gut, ein Erbe der gesamten Menschheit und eine Verantwortung für alle. Wenn sich jemand etwas aneignet, dann nur, um es zum Wohle aller zu verwalten.“ (Nr. 95)
Der Zugang zum sicheren Trinkwasser ist ein fundamentales Grundrecht: „Diese Welt lädt eine schwere soziale Schuld gegenüber den Armen auf sich, die keinen Zugang zum Trinkwasser haben, das bedeutet, ihnen das Recht auf Leben zu verweigern.“ (Nr. 30)
Schöpfungsauftrag gegen strukturelle Sünde
“ ‚Die Umwelt ist eine Leihgabe, die jede Generation empfängt und an die nächste Generation weitergeben muss.‘ “ (Nr.159)
„Die Sünde zeigt sich heute mit all ihrer Zerstörungskraft in den Kriegen, in den verschiedenen Formen von Gewalt und Misshandlung, in der Vernachlässigung der Schwächsten und in den Angriffen auf die Natur.“ (Nr. 66)
Zum Schöpfungsauftrag: “ … den Garten der Welt zu bebauen und zu hüten. Während ‚bebauen‘ kultivieren, pflügen oder bewirtschaften bedeutet, ist mit ‚hüten‘ schützen, beaufsichtigen, bewahren, erhalten, bewachen gemeint.“ (Nr. 67)
„Darum beabsichtigt die Kirche mit ihrem Tun, ’nicht nur an die Pflicht zu erinnern, die Natur zu hüten, sondern sie muss vor allem den Menschen gegen seine Selbstzerstörung schützen.‘ “ (Nr. 79)
„Wir brauchen eine verantwortlichere weltweite Reaktion, die darin besteht, gleichzeitig sowohl die Reduzierung der Umweltverschmutzung als auch die Entwicklung der armen Länder und Regionen in Angriff zu nehmen.“ (Nr. 175)

