
(Foto N. Metschina: Das menschliche Auge hat den Ausblick, den Durchblick und den Einblick)
Die Augen sind die Fenster der Seele, betont die deutsche Mystikerin Hildegard von Bingen. Somit umfasst ein Augen–Fenster den Ausblick und ermöglicht den Durchblick und den Einblick.
Das neugierige Auge
Mit dem Auge bewundert man die Buntheit und Schönheit der Natur. Weiters nimmt das „Augen-Fenster“ sowohl das Gute als auch das Böse wahr. Allerdings ist es eine Mischform davon. Zudem saugt es rund um die Uhr mannigfaltige Eindrücke in Form von Worten, Gedanken und Gesten auf. Somit ist das Auge ständigen Reizüberflutungen ausgesetzt.
Das fundamentale Auge
Das nach innen gerichtete Auge gibt das Urmenschliche preis. Folglich ist es wie das persönliche Heiligtum, das man in sich trägt. Es wird von den Vorbildern und den grundgelegten Mustern geprägt. Außerdem sind im Innersten des persönlichen und seelischen Heiligtums die genetischen Vorgaben und das geistige Erbgut fest verankert. Hinzu kommen Muster der Erziehung, die vom Umfeld beeinflusst werden. Nichtsdestotrotz spiegeln sie kulturelle Normen wider.
Das kritische Auge
Das nach innen gekehrte Auge filtert seinen Bildschirm mit den erdrückenden Überschwemmungen von äußerlichen Eindrücken. Somit erfreut sich das Auge unvergesslicher Eindrücke. Demgegenüber reagieren Tränen auf verletzliche Wahrnehmungen. Die Augen lassen die alltägliche Routine vorbeihuschen.
Das überblickende Auge
Von seiner Herkunft und Veranlagung getrieben sehnt sich das Auge nach dem Höheren. Deswegen sucht es nach kultiviert beständigen Werten. Die unruhige Seele trachtet nach persönlicher Reifung. Darum strebt sie mithilfe des Auges die Vollkommenheit zu erblicken und hofft auf die ewige Heimat.
