(Foto Fantur: Blick von Stephanus gegen den Himmel – Hochaltar Dom zu Passau, Bayern)

 

 (Foto Fantur: Steinigung des hl. Stephanus, Hochaltar des Stephansdoms in Wien)

 

(Foto Fantur: Stephanus mit Steinen in der Hand  – Seitenaltar Gurker Dom, Kärnten)

 

So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“ (Apg. 7,59) Stephanus war der erste Märtyrer (Protomärtyrer) der Christenheit. In Erinnerung an seine Todesart wird er in den Kirchen mit Steinen und einer Märtyrerpalme dargestellt. An der Hinrichtung war auch Saulus beteiligt. Aus dem Christenverfolger Saulus wurde nach einer Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus der christliche Missionar Paulus.

 

Stephanus legt als Patron seinen Schutzmantel unter anderem über den Stephansdom in Wien, dem Stephansdom in Passau, die Kathedrale von Zagreb in Kroatien (Katedrala Usneženja Blažene Djevice Marije i svetih Stjepana i Ladislava), eine Kirche in Piran in Slowenien (Cerkev svetega Štefana) und Chiesa di Santo Stefano in Venedig, Italien.

Martyrium – Mut, Überzeugung oder Wahnsinn?

Ist es Fanatismus, hochgradige Tapferkeit oder Verantwortungslosigkeit, wenn christliche Märtyrer für den Glauben sein Leben hingeben? Für eine verantwortungslose Handlung spräche, dass man sein Leben hinwirft und vielleicht seine Angehörigen im Stich lässt. Von einer hochgradigen Tapferkeit ist dann die Rede, wenn man nicht wegschaut, sondern der Sache/dem Glauben treu bleibt und sich standhaft dazu bekennt. Christliche Märtyrer waren zielorientiert, aber insofern nicht fanatisch, da sie kein unschuldiges Leben gefährdeten. Für den Glauben sogar sein Leben hinzugeben war für sie eine starke Antriebsfeder, denn sie waren vom christlichen Glauben ganz überzeugt und der Verrat am Glauben wäre tugendlos. So einem Menschentypus kann man 100-prozentig vertrauen, sich 100-prozentig auf ihn verlassen, 100-prozentig mit ihm rechnen, ein Mensch mit 100-prozentiger Handschlag-Qualität. Dies ist ein Ideal, das schwer zu erreichen ist, aber als Zielvorgabe fungieren kann. Einige Jahrhunderte in der Antike wurden in erster Linie Märtyrer zum Bischof gewählt.