
(Foto Fantur: Fels in der Brandung, Cliffs of Moher, Ireland)
„Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen: Er steht fest und dämpft die Wut der ihn umbrausenden Wogen“, fordert Mark Aurel den Menschen auf, genauso wie der Fels, beständig zu sein (Mark Aurel, Selbstbetrachtungen, 4. Buch, Kapitel 49).
Zu der vierten und letzten stoischen Tugenden zählt auch der Mut und die Tapferkeit. Aurel muntert den Menschen auf nicht zu verzagen und sich durch keine äußeren Einwirkungen beirren zu lassen. Dabei schüttet er sein Herz aus, was den Menschen unter anderem betrifft: „Dazu gehören auch Krankheit und Tod, Verleumdung und Nachstellung und was sonst noch die Toren erfreut oder betrübt.“ (Mark Aurel, Selbstbetrachtungen, 4. Buch, Kapitel 44).
Die Schellen der Wellen
Die Wellen schlagen sachte oder heftig immer wieder gegen die Felsen. Sie lassen sie nicht in Ruhe und werfen oft Abfall auf sie. Genauso hinterlassen Schicksalsschläge Spuren und verändern den Menschen. Man bleibt dann in der Vergangenheit verhaftet, blickt mutlos und mit abgeschwächten Perspektiven in die Zukunft und verändert sich charakterlich stark. Unsicherheiten und Entscheidungsschwächen schleichen sich ins Leben ein.
Die Brecher der Wellen
Marc Aurel rühmt sich: „Wie glücklich bin ich, daß ich trotz diesem Schicksal kummerlos bleibe, weder von der Vergangenheit gebeugt noch von der Zukunft geängstigt!“ (Mark Aurel, Selbstbetrachtungen, 4. Buch, Kapitel 49). Lebensinhalte müssen wohl so stark sein, dass jeglicher Kummer den Menschen nicht aus der Spur wirft. Der Glaube an sich selbst wird da wohl nicht genügen. Aufgefangen von einem sozialen Umfeld und frohen Botschaften samt positivem Denken, können den gebeugten Menschen aufrichten und das Angstgespenst der Zukunft bekämpfen.

