
(Foto Fantur: Giotto, Beweinung Christi nach der Kreuzabnahme)
Joseph von Arimathäa, ein Mitglied des Hohen Rates, erbat vom Pontius Pilatus den Leichnam Jesu. Er hüllte ihn dann in reines Leichentuch, legte ihn anschließend in den Felsengrab und ermöglichte eine würdevolle Bestattung. Myrrhe gemischt mit Aloe wurde zwischen das Leinentuch gestreut. Immer dabei waren die zwei Marias. Diese Bestattungsstätte wird mit dem Heiligen Grab in der Grabeskirche in Jerusalem in Verbindung gebracht und der Felsen ist der sog. Golgotha-Felsen.
Getrübte Stimmung
Giotto schuf das Meisterwerk der Beweinung Christi. Alle Blicke sind auf den Leichnam Jesu gerichtet, der vom Kreuz abgenommen worden ist. Sein Mund ist geöffnet, sein Gesicht fahl und grau, der Körper steif. Er liegt in den Armen der Mutter. Verzweifelt sieht sie ihrem leblosen Sohn ins Gesicht, ihre Augen sind schwarz umrandet. Weitere Frauen drücken mit ihrer Haltung tiefste Betroffenheit aus. Johannes steht mit ausgebreiteten Armen da. Ganz rechts stehen Joseph von Arimathäa und neben ihm Nikodemus starr und apathisch.
Nicht nur auf der Erde werden Tränen vergossen, auch der Himmel weint. Die verstreuten Engel gestikulieren wegen ihrer innerlichen Unruhe und Gereiztheit verzweifelt herum.
Aufbruchstimmung
Dem Umstand entsprechend ist auch der Hintergrund eine kahle Natur. Der Abhang ist steinig. Erinnert er an das Felsengrab Christi? Der einzige Baum scheint entblättert und vertrocknet zu sein. Ansatzweise erkennt man aber schon an den Enden der Zweige grüne Knospen, die einen neuen Frühling und Neuanfang ankündigen.
