
[Foto Fantur: Bernardino Luini (?), Kreuztragender Christus um 1510/15 (?), Kunsthistorisches Museum Wien]
Sie legen mir das Kreuz auf
erdrückend der Längsbalken
ungewohnt und befremdlich
mit erhobenem Haupt zielgerichtet.
Das Holz reibt sich in die Haut
jeder Fort-Schritt ist aufreibend
unangenehm und schmerzlich
mit Aufrüttelung der schwächelnden Kraft.
Holzsplitter bohren sich in die Haut
versetzen Stiche bei jedem Schritt
störend und erschwerend
mit unbeugsamen Willen.
Das Kreuz zwingt in die Knie
der Schritt wird immer holpriger
kleiner, schleppend und schwankend
mit beständigem Aufbäumen.
Peter Fantur
II. Station: JESUS NIMMT DAS KREUZ AUF SEINE SCHULTERN
„Und er trug selbst sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgotha heißt.“ (Joh 19,17)
Barnardino Luini (?) drückt im „Kreuztragenden Christus“ die enorme Belastung beim Ertragen des schweren Loses. Die Dornenkrone ist riesengroß und die Stacheln bohren sich tief in die Haut ein. Die Perlen aus Blut sehen aus, als wären sie frisch. Das Seil um den Hals sieht erdrückend dick aus. Die Augen sind schwarz umrandet und der Blick apathisch.


(Foto: die Geißelungskapelle zeigt Jesu Kreuzannahme. Weiters stellt sie die Geißelung Jesu, Jesus mit der Dornenkrone und die Reinwaschung der Hände von Pilatus dar.)

