(Foto Fantur: Museum des Klosters Panayia Kera, Kreta)

 

Ikone (griech. εικον) bedeutet Bild, aber auch Ebenbild und Urbild. In der orthodoxen Kirche hat sie eine zentrale Bedeutung im Haus, in der Kirche, im gesamten Alltag. Sie vermittelt zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Jenseits und dem Diesseits sowie zwischen Gott und dem Menschen. Durch das Bild erscheint (Epiphania) das Göttliche dem Menschen. 

 

Wundersame Ikone

Oftmals werden Wundertätigkeiten mit der Ikone in Verbindung gebracht. Man bewundert sie im Bilderrahmen, auf Stein, als Wandmalerei und im großen Ausmaß im Altarbereich. Bis zum 16. Jahrhundert spricht man von byzantinischer Malerei, danach von naiver Malerei oder Volkskunst. Nichtsdestotrotz gibt sie das Heilige im Leben wi(e)der. Die Ikone stellt Christus, Maria, die Evangelisten, Apostel und die Heiligen dar.
 

Ausdrucksreiche Ikone 

 
In orthodoxen Gotteshaus nimmt die Ikone einen sichtbaren Platz ein, sodass sie zum Ort der Verehrung wird. Nach dem Eintritt in die Kirche steht zur Begrüßung die Ikone im Eingangsbereich, die von den Messbesuchern demütig geküsst wird. Im Altarbereich befindet sich die Ikonostase, eine Bilderwand mit Ikonen.
 

Ikone im Gespräch mit Gott

 
Ein Jahrhundert lang (ab 726 n. Chr.) dauerte die Ablehnung der Ikonen, die vorsätzlich zerstört worden sind. Man spricht vom sog.  Ikonoklasmus. Die Bilderstürmer scheuten vor jeglicher Gewalt nicht zurück. Sie setzten die Bilderverehrung mit dem Götzendienst  und dem Gotteslästerung gleich. Das Konzil von Konstantinopel (843 n. Chr.) hat die Bilderverehrung und die Darstellung von Heiligen wieder erlaubt. 
 
Wenn man das Malen des Göttlichen verbietet, dann wäre es naheliegend, auch das Reden über das Göttliche zu untersagen. Das Malen und das gesprochene Wort sind menschliche Formen und Modi mit dem Göttlichen zu kommunizieren.