
(Foto Fantur: Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt, Kalvarienberg in Eisenstadt)

(Foto Fantur: Michelangelos Pietà im Petersdom in Rom)
Der traurigste Moment und der Tiefpunkt im Leben passieren, wenn eine Mutter den Tod ihres Kindes betrauern muss. Eine beliebte Ausdrucksform in der Sakralkunst ist dabei die Pietà. Da wird Maria mit ihrem toten Sohn in den Armen dargestellt und es erfolgt die letzte zärtliche Berührung Marias.
Ihr Gesicht drückt den tiefsten Schmerz aus. Sie möchte aus Verzweiflung am liebsten aufschreien und bringt kein Wort heraus. Der pietätvolle Anblick des regungslosen Sohnes in den Armen schwächt ihren Lebenswillen. Zugleich ist sie froh ihn bis zum letzten Atemzug begleiten zu dürfen und ihm beizustehen.
Niemals hängen lassen
Im Angesicht des toten Sohnes in Marias Armen entsteht ein Mitgefühl mit jedem Leidenden, Schwachen und Ausgegrenzten. Jedes Leben bekommt eine Aufwertung, einen Hoffnungsstrahl. So verliert der Mensch in der schwierigsten und aussichtslosesten Augenblicken seines Daseins niemals seine Würde. Aus diesem Gefühl keimt die Solidarität in Form des Beistandes … wie die letzte zärtliche Berührung Marias.
Niemals vergessen
Unbekleidet nimmt der Leichnam Abschied vom Irdischen. Er lässt seine Kleidung und seine Habseligkeiten zurück, da er sie nicht mehr benötigt. Er hinterlässt den Hinterbliebenen seine Spuren in Gedanken, Worten und Taten.
XIII. Station: JESUS WIRD VOM KREUZ GENOMMEN UND IN DEN SCHOß SEINER MUTTER GELEGT
„Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.“ (Lk 19,25)

(Foto Fantur: Beweinung Christi von Annibale Carracci, 1603, KHM Wien)

(Foto Fantur: Detail von Giottos Fresko in der Scrovegni Kapelle in Padua)

(Foto Fantur: Pietà aus der Altöttinger Kapelle, Museum im Kapitel Innichen, Pietà della Cappella Altötting, Museo del Capitolo, San Candido)

(Foto Fantur: Pietà von Raphael Donner, Gurker Dom in Kärnten)

(Foto Fantur: Pietà der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Hallstatt, Salzkammergut)

