Solidarität

KREUZWEG – XIII. STATION

   (Foto Fantur: Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt, Kalvarienberg in Eisenstadt)

 

 (Foto Fantur: Michelangelos Pietà im Petersdom in Rom)

 

 

Der traurigste Moment und der Tiefpunkt im Leben passieren, wenn eine Mutter den Tod ihres Kindes betrauern muss. Eine beliebte Ausdrucksform in der Sakralkunst ist dabei die Pietà. Da wird Maria mit ihrem toten Sohn in den Armen dargestellt und es erfolgt die letzte zärtliche Berührung Marias.

 

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LICHTBLICKE IM ADVENT_9

 (Foto Fantur: Vier Kerzen mit Strahlkraft)

 

 

Die erste Kerze 
erleuchtet das Heim,
spendet Lächeln der Familie,
gibt Geborgenheit und Rückhalt,
Erlisch, lieber Docht nicht
und wirf keinen Schatten!
 
Die zweite Kerze
belichtet Brücken,
entzündet Lichterketten der Begegnung,
sucht das Verbindende.
Lieber Docht, lass dich niemals
von Neid und Hass ausblasen!
 
Die dritte Kerze
erstrahlt am Horizont,
entflammt die Solidarität und Friedfertigkeit
bei allen Gutmenschen.
Liebes Flämmchen, lass keine Raketen regnen
und vermeide eine globale Verdunkelung!
 
Die vierte Kerze
bringt trotz Aufbruch, Flucht und Bedrängnis
und Hoffnung auf Ankunft,
die Asylkrippe zum Aufleuchten.
Liebe Flamme, erlisch nicht und
wandle dich in einen wegweisenden Stern!
 
Peter Fantur

HEMD IST SO NAH WIE DER ROCK

(Foto Fantur: … nur äußere Unterschiede)

 

„Jemandem sitzt das Hemd näher als Rock“ oder „Jeder ist sich selbst der Nächste“, sind Redensarten, die im Alltag nichts von ihrer Aussagekraft verloren haben. Wenn bei Menschen die Grundbedürfnisse und das Gemeinwohl nicht gedeckt sind und der Alltag nur mit großer Mühe gestemmt werden kann, dann können diese beiden Redewendungen zum Überlebensprinzip werden und die Moral kann einen Tiefgang erfahren.

 

Ausgestreckte Hand 

In der katholischen Soziallehre wird im Personalprinzip die individuelle und soziale Natur des Menschen hervorgehoben. Dies kommt im Doppelgebot der Liebe zum Ausdruck: „Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.“ (Lev. 19,18; Mt. 22,39). Man sollte sich selbst annehmen, respektieren, beachten, sich kümmern und sich  lieben, um imstande zu sein, dementsprechend auch den Nächsten so zu behandeln. Man begegnet dem andern emphatisch und streckt ihm die Hand zur Hilfe aus. Nach dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber wird der Mensch erst durch das Du zum Ich. Durch die Solidarität bekommt die Selbst – und Nächstenliebe eine Steigerungsform, ein höheres Niveau, einen höheren Rang.
 

Helfende Hand 

Zur katholischen Soziallehre gehören auch das Solidaritäts– und Subsidiaritätsprinzip. Bestandteil der Solidarität ist das Füreinander–Dasein, das Füreinander–Sorgen, das Füreinander–Verantworten. Diese soll jedwede Ausgrenzung überwinden. Die Solidarität würde durch folgende Redensart noch eine Steigerungsform erhalten: „Für jemanden das letzte Hemd hergeben.“ In diesem Fall wird die Selbstliebe total der Nächstenliebe untergeordnet. Das Subsidiaritätsprinzip (subsidium, lat. = Unterstützung, Hilfe) besagt, dass die Allgemeinheit verpflichtet ist, dem untergeordneten Gemeinwesen unter die Arme zu greifen. Demnach müssten die staatlichen Einrichtungen und Ministerien (lat. Dienststellen) den Menschen, den kirchlichen Sozialeinrichtungen, Non-Profit-Organisationen, den freiwilligen Helfern, … dienen und nicht umgekehrt.