

(Foto-Collage Fantur: Christusdarstellungen, Kirche Panagyia Kera, bei Kritsa, Kreta)
Aus dem dunklen Hintergrund erstrahlt eine heilige Figur. Es ist Jesus Christus, dargestellt in der byzantinischen Kirche Panagia Kera auf Kreta (Griechenland). Das Bild (Detailansicht, siehe links) ist ein Wandfresko aus dem 13./14. Jahrhundert. Christus steht auf einem kleinen Sockel, in der rechten Hand hält er das Evangelium, welches mit Edelsteinen geschmückt ist. Mit der rechten Hand erteilt er den Segen. Der Heiligenschein ist gekreuzt und das Gold bringt das göttliche Licht zum Glänzen. Gott ist mit uns und steht uns in allen Kreuzes-Angelegenheiten von Leid, Schuld und Grenzerfahrungen bei. Der goldfarbene Kreis des Nimbus fängt das menschliche Leid auf und führt den Menschen in den Kreis der Unendlichkeit. Diese Darstellung findet sich in der Westfassade des südöstlichen Fehlers.
Orthodoxie – alles dreimal
Im Altarbogen des Mittelschiffes wird Christi Himmelfahrt (Detailansicht, siehe oben) dargestellt. Jesus befindet sich in einer Mandorla, sein Heiligenschein und seine Bekleidung sind goldfarben und drücken erneut seine Göttlichkeit aus. Auch in diesem Fresko hält er in der linken Hand das Evangelium und mit der rechten Hand segnet er. Dabei werden drei Finger angehoben. Sie symbolisieren die Dreifaltigkeit, also Gott Vater, Gott Sohn und der Heilige Geist. Die nicht angehobenen kleinen Finger stehen für die menschliche Natur Jesu. Infolgedessen bekreuzigen sich die orthodoxen Christen im Zeichen der Dreifaltigkeit mit drei Fingern der rechten Hand und dies gleich dreimal hintereinander. Dies trifft auch vor dem Betreten des orthodoxen Gotteshauses und bei der Anbetung der Ikone zu.
Allgegenwärtige Ikone
Die Ikone hat in der Orthodoxie eine zweifache Bedeutung: Durch das heilige Bild ist Gott anwesend und Christen drücken ihre Verbundenheit durch das Gebet aus. So findet man Ikonen nicht nur in orthodoxen Gotteshäusern, ebenso in der Öffentlichkeit und vor allem bei den Familien zu Hause.

