
(Foto Fantur: Manfred Bockelmann – in memoriam Hubert B., 2 Jahre)

(Foto Fantur: Manfred Bockelmann – in memoriam der NS-Kinderopfer)
Mit Kohle auf Jute setzte der Maler Manfred Bockelmann kürzlich im Künstlerhaus in Klagenfurt großartige „Zeichen gegen das Vergessen“.
Kohle steht symbolisch für die Vergänglichkeit und Jute für die dürftige Bekleidung. Den Opfern des NS-Terrors, Kindern und Jugendlichen, gibt der gebürtige Kärntner Künstler ein Gesicht. In Form von großformatigen Porträts bekommen sie die Würde zurück. Es ist eine künstlerische Ehrerbietung an jene Kinder, die in den Augen der Nazis von „artfremder Natur“ waren. Berührend ist das Porträt von Herbert B. (2 Jahre), einem Opfer der Euthanasie. Unter der beschönigenden Aktion „Euthanasie“ wurden behinderte und erblich belastete Personen getötet.
Geschichte der verbrannten Kohle
Ab der Reichskristallnacht (9./10. November 1938) begann die systematische Verfolgung der Juden. Eine kochende Volksseele hinterließ nach Demütigung, Verfolgung, Verwüstung, Vertreibung und die Ermordung eine verbrannte Erde. Nicht einmal vor Kindern machten die Übergriffe, die Hetzjagd und Ermordung Halt. Dafür wird der Begriff „Pogrom“ verwendet, der aus dem Russischen (погром) stammt und „Verwüstung, Zerstörung“ bedeutet.
Glut der Kohle brennt weiter
Der Abschaum der Menschenseele kommt zum Tragen, wenn so ein Pogrom auch Kinder und Jugendliche betrifft. Es muss nicht erst mit ihrer Vernichtung im Kinderblock im KZ Auschwitz-Birkenau enden. Ein „погром an Kindern“ geschieht, wenn die Kleinwüchsigen den Eltern entrissen und weggebracht bzw. selektiert werden. Staaten und Organisationen tragen eine Mitverantwortung und Mitschuld, wenn sie Unterstützungs- und Freundschaftsverträge mit solchen Aggressoren schließen und weiterhin aufrechterhalten. Ein barbarischer Pogrom gegen Kinder erfolgt, wenn sie zu Kriegersoldaten und zu Mordmaschinen rekrutiert werden. Kinderverfolgung geschieht im weitesten Sinne auch, wenn sie den Grundbedürfnissen beraubt werden und ihnen die Kindheit gestohlen wird.

