(Foto Fantur: X. Station des Kreuzweges von Valentin Oman, Pfarrkirche Latschach / Loče am Faaker See / Baško jezero)

 

 

„Ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben. … Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“ (Mt 25, 43.45) Das ist ein ausgewählter Ausschnitt aus dem Gleichnis des Weltgerichts. Es ist ein Richtmaß für das Leben und eine Messlatte für das Leben danach. 

 

 

Entkleidung der Würde

Eine Kleidung gibt Wärme, schützt eventuell vor unliebsamen Blicken und ist ein Teil des menschlichen Grundbedürfnisses. Mit der Entkleidung wird einer Person die letzte Würde genommen. Damit soll er bloßgestellt und dem Spott ausgesetzt werden. Ihm soll alles genommen werden. Diese Person verliert jedes Lebensrecht, so als wäre er bereits zeitlebens tot.

Und bei der Kreuzigung wird Jesus seiner Kleider beraubt. So wird er zum Todgeweihten erklärt. Nichtsdestotrotz feilschen und losen die Soldaten um sein Gewand. Sogar mit Besitzlosen und Wehrlosen wird noch oder erst recht Geschäft gemacht.

 

 

X. Station: JESUS WIRD SEINER KLEIDER BERAUBT

Bei der Kreuzigung wurde Jesus seiner Kleider beraubt und das Exekutivkommando der Soldaten teilte sich sein Gewand. „Die Soldaten aber, das sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldat einen Teil, dazu auch den Rock.“ (Joh 19,23) „Sie warfen das Los und verteilten seine Kleider unter sich und gaben jedem, was ihm zu viel.“ (Mk 15,24)

 

 

(Foto Fantur: Kreuzweg von Valentin Oman, ein Spiegelbild menschlichen Daseins, in der Pfarrkirche Latschach am Faaker See – Loče ob Baškem jezeru)

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