Scrovegni Kapelle in Padua

SPUREN DER AUFERSTEHUNG

(Foto Fantur: Auferstehung Jesu von Giotto, Scrovegni Kapelle in Padua)

 

Ein leeres Felsengrab, in dem Jesu Leichnam bestattet worden ist, nährt die erste Verschwörungstheorie. Gegner des aufstrebenden Christentums behaupteten, dass Jesu Leichnam gestohlen worden ist. Die Evangelisten berichten aber von Jesu Auferstehung. Letztendlich sind die Evangelien im Lichte der Auferstehungsberichte verfasst worden. Dieses Ereignis war für die Zeitzeugen ein einschneidendes Erlebnis.

 

 

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SORGENBLICK DER MUTTER

(Foto Fantur: Geburt Jesu aus dem Freskenzyklus von Giotto in der Scrovegni Kapelle in Padua)

 

Im Bildzentrum befindet sich Jesus und Maria in einem Stall. Das gewickelte Jesuskind, das nicht in der Krippe liegt, sucht den direkten Blickkontakt zur Mutter Maria. Sie liegt auf einer Matratze. Ihr Blick auf Jesus ist fürsorglich, zugleich aber besorglich, so als würde sie mit Sorgenfalten in seine Zukunft blicken. Hatte sie eine Vorahnung, dass Jesu Leben auch zum Leidensweg wird, der am Kreuz ein vorläufiges Ende findet? Daneben steht eine Frau, eine Hebamme, die das Kind der Mutter reicht. Die dreidimensionale Darstellung der Geburt Jesu ist ein Meisterwerk von Giotto (di Bondone, 1267 oder 1276-1337), das in der Scrovegni Kapelle in Padua zu bewundern ist.

Nur Josef sitzt ganz vorne, außerhalb des Stalles, mit dem Rücken zu Jesus und Maria gekehrt. Zusammengekauert, wie eine Skulptur, hat er die Augen verschlossen. Schläft oder sinniert Josef, hat er Schuldgefühle? Er ist die einzige Person, die in Richtung des Bildbetrachters ausgerichtet ist.

 

Geburt, die die ganze Natur umschließt

Zu Maria und Jesus sind ein Ochs und ein Esel gewandt. Zeitgemäß könnten Sie für das Neue (Ochs) und das Alte Testament (Esel) stehen. Aber: beide suchen die unmittelbare Nähe zu Jesus. Etwas entfernt von der heiligen Geschichte liegen die Schafe und Böcke am Boden. Sind die Schafe ein Hinweis auf das „Lamm Gottes“, das gekreuzigt und die Sünden der Welt hinwegnehmen wird? Oder ist das eine Anspielung auf das Gleichnis vom Weltgericht (Mt 25,31-46), demnach die tadeligen Schafe gesegnet und die aufsässigen sowie verwerflichen Böcke verdammt werden?

Recht beweglich und umtriebig sind die betenden Engeln. Drei von ihnen blicken in Richtung Himmel, der mittlere Engel sieht auf dem Stall hinab und der fünfte Engel verkündet den Hirten die Geburt Jesu.