Rorate

VOLLER ERWARTUNG

(Foto-Collage Fantur: Adventsingen im Großen Festspielhaus in Salzburg, Dezember 2024)

Advent und Weihnachten werden wirtschaftlich, kulturell und religiös geprägt sowie durchdrungen.

 

Es leuchtet der Markt 

Der Kommerz kann diese Zeit wohl kaum erwarten. Vor Allerheiligen stehen schon Krampus und Nicolo stramm in den Stellagen der Läden und der Adventkranz- und Christbaumschmuck gesellen sich in der entsprechenden Sortiment-Abteilung dazu. Für Stimmung sorgt der Christkindlmarkt mit heller Beleuchtung, der Duft des Punsches und die verkaufswütigen Verkäufer. Vereinzelt findet man auch Handwerksprodukte und Angebote (Krippe,…), die mitunter auch auf das Inhaltliche von Weihnachten hinweisen.

Es leuchtet das Herz 

Karitative Angebote sprechen das Herz und auch das schlechte Gewissen an. Im Rahmen der weihnachtlichen Konzerte und Hilfsaktionen werden den Besuchern Banknoten entlockt. Freigiebig werden Randgruppen und Hilfsbedürftige unterstützt.

Es leuchtet das Gemüt 

Es sickert aber auch das Wesentliche der Advent- und Weihnachtszeit durch. Krippenspiele und Adventsingen versinnbildlichen die Zeit von der Herbergsuche bis zur Geburt Jesu. In den Häusern werden Adventskränze aufgestellt und bis Weihnachten jeden Sonntag eine Kerze angezündet. Selbst gebackene Weihnachtsbäckerei und der Adventkalender steigern die Erwartung.

Es leuchtet das Licht 

Von spiritueller Bedeutung ist unter anderem die Rorate. Vor dem Sonnenaufgang wird in der Früh bei Kerzenlicht der Gottesdienst gefeiert. Dabei soll Hoffnungsschimmer im Alltag entfacht werden. Nach der Rorate – Messe wird in vertrauter Umgebung, meist im Pfarrhof, eine Agape gefeiert. Es wird ein Frühstück serviert und die Pfarrgemeinschaft gestärkt.
Man soll nicht nur den äußeren Christkindl, sondern genauso auch den inneren Christus suchen. Advent und Weihnacht ist nicht nur die Zeit, um Sternspritzer und Kerzen anzünden. Ebenso sollte man sich nicht nur auf das Kulinarische beschränken. Einen Stellenwert sollte auch der spirituelle Aspekt einnehmen.

Anm. Collage – Mitte: „Glaube, Hoffnung, Liebe“ war ein herausragendes Adventsingen, aufgeführt im Großen Festspielhaus in Salzburg. Das diesjährige szenische Oratorium thematisierte die Kindheitsgeschichte Jesu in Wort, Spiel, Musik und vortrefflichem Gesang. Das Werk ist vom alttestamentlichen „Hohelied der Liebe“ inspiriert.