Geburt Jesu

LICHTBLICKE IM ADVENT_9

 (Foto Fantur: Vier Kerzen mit Strahlkraft)

 

 

Die erste Kerze 
erleuchtet das Heim,
spendet Lächeln der Familie,
gibt Geborgenheit und Rückhalt,
Erlisch, lieber Docht nicht
und wirf keinen Schatten!
 
Die zweite Kerze
belichtet Brücken,
entzündet Lichterketten der Begegnung,
sucht das Verbindende.
Lieber Docht, lass dich niemals
von Neid und Hass ausblasen!
 
Die dritte Kerze
erstrahlt am Horizont,
entflammt die Solidarität und Friedfertigkeit
bei allen Gutmenschen.
Liebes Flämmchen, lass keine Raketen regnen
und vermeide eine globale Verdunkelung!
 
Die vierte Kerze
bringt trotz Aufbruch, Flucht und Bedrängnis
und Hoffnung auf Ankunft,
die Asylkrippe zum Aufleuchten.
Liebe Flamme, erlisch nicht und
wandle dich in einen wegweisenden Stern!
 
Peter Fantur

SORGENBLICK DER MUTTER

(Foto Fantur: Geburt Jesu aus dem Freskenzyklus von Giotto in der Scrovegni Kapelle in Padua)

 

Im Bildzentrum befindet sich Jesus und Maria in einem Stall. Das gewickelte Jesuskind, das nicht in der Krippe liegt, sucht den direkten Blickkontakt zur Mutter Maria. Sie liegt auf einer Matratze. Ihr Blick auf Jesus ist fürsorglich, zugleich aber besorglich, so als würde sie mit Sorgenfalten in seine Zukunft blicken. Hatte sie eine Vorahnung, dass Jesu Leben auch zum Leidensweg wird, der am Kreuz ein vorläufiges Ende findet? Daneben steht eine Frau, eine Hebamme, die das Kind der Mutter reicht. Die dreidimensionale Darstellung der Geburt Jesu ist ein Meisterwerk von Giotto (di Bondone, 1267 oder 1276-1337), das in der Scrovegni Kapelle in Padua zu bewundern ist.

Nur Josef sitzt ganz vorne, außerhalb des Stalles, mit dem Rücken zu Jesus und Maria gekehrt. Zusammengekauert, wie eine Skulptur, hat er die Augen verschlossen. Schläft oder sinniert Josef, hat er Schuldgefühle? Er ist die einzige Person, die in Richtung des Bildbetrachters ausgerichtet ist.

 

Geburt, die die ganze Natur umschließt

Zu Maria und Jesus sind ein Ochs und ein Esel gewandt. Zeitgemäß könnten Sie für das Neue (Ochs) und das Alte Testament (Esel) stehen. Aber: beide suchen die unmittelbare Nähe zu Jesus. Etwas entfernt von der heiligen Geschichte liegen die Schafe und Böcke am Boden. Sind die Schafe ein Hinweis auf das „Lamm Gottes“, das gekreuzigt und die Sünden der Welt hinwegnehmen wird? Oder ist das eine Anspielung auf das Gleichnis vom Weltgericht (Mt 25,31-46), demnach die tadeligen Schafe gesegnet und die aufsässigen sowie verwerflichen Böcke verdammt werden?

Recht beweglich und umtriebig sind die betenden Engeln. Drei von ihnen blicken in Richtung Himmel, der mittlere Engel sieht auf dem Stall hinab und der fünfte Engel verkündet den Hirten die Geburt Jesu.