
(Foto Fantur: Fresko „O Tod, ich werde dein Tod sein“ von Albin Egger-Lienz, Kapelle in Lienz)
„Er fand seinen Heldentod.“ – „Er gab sein Leben hin für seine geliebte Heimat.“ – Er ist verschollen auf dem Feld der Ehre für sein Vaterland.“ – „Er starb für seinen Kaiser!“
Das sind die letzten Worte für einen einfachen Soldaten, eingemeißelt auf den Grabstein. Nicht erwähnt wird, dass der Krieg sinnlos war, dass der Soldat auf Befehl von oben handeln, weisungsgebunden Unschuldige töten und Abschied von seinen geliebten Hinterbliebenen nehmen sowie ein Opfer mit tödlichem Ausgang erbringen musste, …
Schrei nach Erlösung
Der Maler Albin Egger-Lienz (1868-1926) gedenkt des sinnlosen Opfers und legt seinen Sarg über den am Kreuz hängenden Christus. Legt Egger-Lienz im dritten Fresko den gefallenen Soldat auf die Schultern des Gekreuzigten? Schreit und erbittet der Gefallene im offenen Sarg mit offenem Mund nach Erlösung und Aufnahme in den Himmel? Er gab sein Leben hin für Herrscher und Vaterland.
Erlösungstod Christi
Christus hingegen gab sein Leben hin, um uns von Sünde und Tod zu befreien. „Oh Tod, ich werde dein Tod sein“, ein Zitat aus dem Buch Hosea (Hos 13,14), ist Christi Antwort auf den Tod. Dies steht in lateinischer Sprache im unteren Rand des Freskos. Der Erlöser wird den letzten Stachel, den Tod, ziehen. So sühnt er den Opfertod des einfachen Soldaten, befreit ihn endgültig von den Kriegstreibern und den Machtgeilen der Unterwelt und führt ihn in das Reich, wo keine Träne mehr vergossen wird.

(Foto Fantur: Fresko „Der Auferstandene“ von A. Egger-Lienz, Gedächtniskapelle Lienz)
Im vierten und letzten Fresko zeigt der Maler A. Egger-Lienz Christus als den Auferstandenen mit einer Fahne des überwundenen Kreuzes.

