Schuld

DIE WELT IM BEICHTSTUHL

(Foto Fantur: die Welt beichtet:  …)

 

Mein Herz ist stark belastet und möchte, dir o Herr, all meine Sünden bekennen.

Es tut mir leid, dass das Sündenbewusstsein in der Welt stark abnimmt.

Der Mensch macht sich zum alleinigen Maß aller Dinge und schubladisiert dich, sein Gewissen stumpft ab und er legt seine Bedürfnisse auf den Altar seines Egos. 

Ich fühle mich schuldig, dass ich deine Schöpfung vor der Gier der Bewohner nicht beschützen konnte.

Ich konnte nicht verhindern, dass Menschen von Neid zerfressen, Hass schüren und ein friedliches Miteinander beeinträchtigen.

Mir tut es leid, dass trotz des weltweit geflochtenen Netzwerkes, Rassismus und Ausbeutung nicht bekämpft wurden.

Ich habe zugelassen, dass in deinem Namen Gewalt ausgeübt wird und dadurch viele Menschen den Glauben an dich verloren haben.

Ich konnte nicht verhindern, dass Weltverbesserer, Friedensstifter und Gutmenschen mundtot gemacht werden. Unterstützung bekommen hingegen skrupellos Gierige, Machtgeile und aufhetzende Kriegstreiber.

Du bist der einzige Schöpfergott und trotzdem gibt es Personen, die glauben, sie sind päpstlicher als der Papst, prophetischer als der Prophet, priesterlicher als der Priester, nur um dich selbstherrlich zurechtzulegen.

Ich bedaure, dass der Mief der Abgase und des Abfalls bis in den Himmel stinkt.

Ich bereue zutiefst, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Du hast mich als dein Abbild geschaffen ich werde Buße tun und mich bemühen, die Brandflecken der verbrannten Erde zu beseitigen, die von Blut getränkte Schlachtfelder trockenzulegen, die Spirale der Gewalt zu unterbinden und die Spitze des Egoismus umzudrehen. 

 

 

GLÜCKSHERZ

(Foto Fantur: Polster-Herz)

 

 

„Zeichen des glücklichen Herzens ist ein frohes Gesicht; Sorgen und Kummer sind quälendes Grübeln.“ (Sir 13, 26)

„Glück“ ist auch ein Thema des Alten Testamentes (z. B. Weisheitsbuch Jesus Sirach), welches im Herzen verankert ist. Das „Herz“ ist das Zentrum des Menschen. In der Vorstellung der biblischen Zeit war das der Ort, wo sie das Wesentliche im Menschen abspielt: das geistige Wahrnehmen, das Nachdenken, das Urteilen, das Wollen und das Planen. Und das glückliche Herz spiegelt sich im frohen Gesicht wider: keine Sorgenfalte, keine Träne, kein stierer und vergrämter Blick. Tägliche Sorgen verkümmern den Lebenswillen, belasten das Herz und machen an Leib und Seele krank.

„Gut ist der Reichtum, wenn keine Schuld an ihm klebt; schlimm ist die Armut, die aus Übermut entstand.“ (Sir 13, 24)

Reichtum ist kein Übel. Aber auf korrupte Weise angeeigneter Reichtum kann Unruhe bei Tag und Nacht zur Folge haben. Die Sorge, nicht erwischt zu werden und dem Betrogenen nicht zu begegnen, ist allgegenwärtig. Dazu kommt der Kummer, die Hochschätzung im Nu zu verlieren.

Eine unkontrollierte Maßlosigkeit und übersteigertes und nicht mehr angemessenes Selbstwertgefühl können – so wie bei einem Lottogewinner, der mit dem Gewinn nicht mehr umgehen kann – in den Ruin und wieder in die Armut führen.

„Wohl dem Menschen, dem sein eigener Mund keine Vorwürfe macht, der nicht klagen muss vor Kummer über seine Sünden.“ (Sir 14, 1)

Überschnell und oft unbedacht zerredet man Mitmenschen. Verletzende Worte und Schuldzuweisungen können aber wie ein Frisbee sein. Sie kommen zurück, strapazieren das Gewissen und häufen Schuldgefühle an.

„Das Herz des Menschen verändert sein Gesicht und macht es heiter oder traurig.“ (Sir 13, 25)

Die Zufriedenheit und das Glück sind dem Menschen ins Gesicht geschrieben.