Šmartno

MIT EINEM GANSL, WEIN UND DER LATERNE ZUM FEST

(Fotos Fantur: Pfarrkirche St. Martin in Šmartno, SLO, und Vorbereitungen auf das Weinfest)

Nach einer Legende versteckte sich der heilige Martin von Tours im Gänsestall, um der Bischofswahl zu entfliehen. Durch ihr Schnattern verrieten ihn die Gänse. Infolgedessen wurde er erst recht zum Bischof gewählt. Daher rührt auch der Verzehr der Martinsgans am Martinifest (11. November).
 

Mantel geteilt 

Martin (317? – 397 n. Chr.) ist einer der ersten Heiligen, der kein Märtyrer war. Als vom Volk gewählter Bischof zeichnete er sich als Asket aus. Er lebte in einer Mönchsgemeinschaft und verzichtete auf jegliches Eigentum. Der Hang zur Armut, Bescheidenheit und Spendenfreudigkeit zeichnete Martin schon als Jugendlichen aus. Am Stadttor von Amiens teilte er als Soldat mit einem frierenden Bettler seinen Mantel. Den Mantel hatte er zuvor mit einem Schwert geteilt. In der Nacht erschien Jesus in einem Traum mit diesem Mantelstück, das er dem Bettler gegeben hat. Das war in Martins Jugendjahren der Wendepunkt zum Christentum und er ließ sich taufen.

Wein, Gesang und Umzüge 

Zum Fest des hl. Martin sind viele Traditionen und Bräuche überliefert. Demnach habe er auch einen üppigen Weinbau an der Loire beeinflusst. In diesem Sinne findet auch in diesem Jahr im Weinbaugebiet in Šmartno, in der slowenischen Küstenlandschaft (Primorska), ein Weinfest statt. Es ist ein religiös-kulturelles, aber besonders kulinarisches Event. 

 
Auch in Kärnten sind die Martinsumzüge sehr beliebt. Dabei ziehen Kinder mit gebastelten Laternen durch die abendlichen Straßen und singen das Martinslied. Darin wird das Teilen des Mantels thematisiert. Wie zu Allerheiligen kommt auch am Martinsfest die Lichtsymbolik zum Tragen.
 
Wie bereits erwähnt, gehört zum Martinstag auch das Gans(l)essen. Die Gans wird mit Rotkraut und Erdäpfelknödeln serviert. In früheren Zeiten war das der letzte üppige Festschmaus vor der 6-wöchigen Fastenzeit vor Weihnachten.
Der hl. Martin ist der Schutzpatron der Soldaten, Armen und Bettler sowie der Pferde. In der St. Martinskirche in Šmartno wird er als Bischof dargestellt. Verbreitet ist auch die Darstellung des Heiligen als Soldat beim Überreichen des Mantelstückes oder in Begleitung einer Gans.