Programm Jesu

Auf-er-stehen

(Foto Fantur: „Berg der Seligpreisungen am Nordufer des Sees Genezareth, Israel)

 

Auf einem Hügel am Nordufer des Sees Genezareth stellt Jesus in der sogenannten Bergpredigt (Mt 5 1-11), den Seligpreisungen, sein Missionsprogramm vor. Die ersten zwei ausgewählten Seligpreisungen (Makarismen) lauten:

„Selig sind, die am sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Mt 5,2)

Wer sind jene, die verarmt sind? Sind es nicht jene, die im alltäglichen Lebenskampf den Blick für das Geistige und Geistliche aus dem Blickwinkel des Lebens nicht verloren haben? Sie wehren sich gegen die Erstickungsgefahr durch die alltägliche Sorgen und Plagen. Sie bieten dem Wunsch nach unbegrenztem Konsumverhalten die Stirn und versumpfen nicht in der Gier nach noch mehr im Meer der Unersättlichkeit. Ihr Neid und ihre Gier verhärten nicht das Herz (Gewissen). Ihre Bescheidenheit macht sie freier und offener für geistliche Dimensionen, sie sind reich an emotionaler Ausgeglichenheit und motiviertem, sozialen Handeln sowie bereichert von sinnstiftenden Momenten.

„Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.“ (Mt 5,4)

Die Trauer macht einsam, man fühlt sich machtlos und ausgeliefert. Sie ist oft die zweite Seite der Lebensmedaille, die den roten Faden und die Glückssträhne bekleckern kann. Rückschläge, die sich in Form von Krankheit, Verlust, Tod und so weiter ausdrücken, werfen den Trauernden aus den Bahnen, machen ihn mutlos und geben ihn kaum mehr Hoffnung.                                  Selig sind jene, die im Tiefgang der Trauer nicht allein gelassen werden, Zuflucht finden und sich am Anker der Hoffnung klammern können. Trost können die Nahestehenden durch ihre Anwesenheit, das Zuhören und durch aufmunternde Worte geben. Die Überzeugung, von Gott nicht im Stich gelassen zu werden, lindert trotz aller Widrigkeiten die Trauerlage.

 

(Foto Fantur: Seligpreisungen in der Kirche am Steinhof in Wien, Jugendstil-Bauwerk von Otto Wagner)