Martyrium

GEWALT – AUSDRUCK DER IMPOTENZ

(Foto Fantur: Villach trauert nach dem islamistischen Anschlag vom 15. Februar 2025)

 

Jesus Bergpredigt enthält eine starke soziale Brisanz. Dabei setzt er sich für die Erniedrigten und Beleidigten, die Außenseiter und Ausgebeuteten besonders ein.

„Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.“ (Mt 5,5)

Gewalt ist nicht nur männlich und physisch. Aber männliche Gewalt kann auch bestialische Züge annehmen. Sie kann sich in häuslicher Gewalt ausdrücken. Bei exzessiver Gewalt bis zum Krieg zeichnet sich oft das maskuline Geschlecht erbärmlich aus.
Jegliche Gewaltanwendung ist ein Ausdruck der „Impotenz“, der Unfähigkeit, mit anderen, gewaltfreien Mitteln Konflikte zu lösen. Zuerst fokussiert sich die Gewaltbereitschaft in Gedanken. Immer oberflächlicher und pauschaler wird der Feind angefeindet. Es dreht sich alles nur mehr um dieses Feindbild. Dann werden die Menschen in zwei Klassen (gut und böse) geteilt und Hasstiraden gegen die bösen Feinde verbreitet. Mit oft vereinten Kräften münzt die mentale und verbale Gewalt in physische um. Dabei kennt die Fantasie der Gewalttäter keine Grenzen.
Kürzlich gab es wieder ein islamistisch motiviertes Attentat, diesmal in Villach (Kärnten, Austria). Gewalt im Namen jedweder Religion ist eine Sonderform der Blasphemie (Gotteslästerung).
Selig sind jene, die ohne Gewalt im Namen von Gerechtigkeit, Glaube und Menschlichkeit die Welt verändern.

„Selig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.“ (Mt 5,6)

„Martyrium im christlichen Verständnis verbindet Wahrheit, Liebe, Gerechtigkeit“; das ist auf der Homepage der Diözese Linz (vom 11.1.2018) zu lesen. Martin Luther King, Mahatma Gandhi, Bischof Oscar Romero, … und Jesus von Nazareth hungerten und dürsten nach Gerechtigkeit und mehr Menschlichkeit. Sie wurden Opfer der Gerechtigkeit.
Gerechtigkeit soll ein Postulat der Gesellschaft sein. Der Staat sorge für den sozialen Ausgleich. Nach dem obersten Prinzip des Gemeinwohls (Bonum Commune) darf dabei niemand Hunger oder Durst erleiden und seine Grundbedürfnisse müssen befriedigt werden.
Man muss nicht gleich Märtyrer für die Gerechtigkeit sein, denn der Hunger und Durst nach Gerechtigkeit kann in jedem geweckt werden. Erforderlich ist dabei die gelebte Solidarität, der bedingungslose Einsatz für die Entrechteten und ein selbstgenügsames Leben.