GEWALT – AUSDRUCK DER IMPOTENZ

(Foto Fantur: Villach trauert nach dem islamistischen Anschlag vom 15. Februar 2025)

(Foto Fantur: Villach trauert nach dem islamistischen Anschlag vom 15. Februar 2025)

(Foto Fantur: Kletterer in der Berglandschaft von Gosau, Salzburg)
Im Neuen Testament drückt sich das Glück im Eigenschaftswort „selig“ aus (siehe Bergpredigt Mt 5). Jesus verleiht diesem wertvollen Gut eine tiefere Dimension. Dabei soll das Glück für alle, auch für die Entrechteten und Außenseiter gelten.
Passt das noch in die heutige Zeit? Widersprechen Jesu Seligpreisungen dem Massengeschmack des Zeitgeistes? Eine Gegenüberstellung von Jesus Seligpreisungen und irdischen Glücksbringern. Aber nicht alle schwimmen mit der Hauptströmung!
„Selig sind, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Mt 5,2). „Selig die ErfolgReichen und MachtGeilen, denn Ihnen gehört das Erdenreich.“ (Mainstreaming)
„Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.“ (Mt 5,4). „Selig jene, die mit Lust, Spaß und Unterhaltung dem Leid immer ein Schnippchen schlagen.“ (Mainstreaming)
„Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.“ (Mt 5,5) „Selig jene, die am längeren Ast sitzend, den Schwächeren die Lebensgrundlage samt Land wegnehmen.“ (Mainstreaming)
„Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.“ (Mt 5,6) „Selig, die Kontrollfreaks über die Meinungsfreiheit und den Kapitalmarkt; denn sie werden bewundert, nachgeäfft und gewählt werden.“ (Mainstreaming)
„Selig, die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.“ (Mt 5,7) „Selig jene, die populistischer Manier niemals vergessen können und immer auf Rache aus sind.“ (Mainstreaming)
„Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.“ (Mt 5,8) „Selig ist jener, der geschickt seine Schandtaten verstecken kann und sein Herz scheint vor den anderen weiß wie Schnee.“ (Mainstreaming)
„Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ (Mt 5,9) „Selig die Wölfe im Schafspelz, die Unwahrheiten und Vorurteile verbreiten, um Gewalt zu rechtfertigen und selbst Lobeshymnen zu ernten.“ (Mainstreaming)
„Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ (Mt 5,10) „Selig sind jene, die sich wie Chamäleons anpassen und mit der Masse schwimmen; so dass sie niemals Nachteile erfahren.“ (Mainstreaming)

(Foto Fantur: Seligpreisungen in der Kirche am Steinhof in Wien, Jugendstil-Bauwerk von Otto Wagner)

(Foto: eingeschränkte Sicht)
„Auge um Auge, Zahn um Zahn, …“ (Exodus 21,24) lautet im Alten Testament das Talionsrecht. Talion (lat.) steht für „Vergeltung“. Es geht dabei in erster Linie um entsprechende Wiedergutmachung. Es bleibt meistens nicht bei der Vergeltung, die Lust auf Rache bleibt immanent. Die Vergeltungsspirale und der Rachefeldzug können aber auch schnell überhandnehmen und immer weitere Kreise ziehen. Der Nahostkrieg legt hierfür ein beredtes Zeugnis ab. Demnach kann der biblische Text so erweitert werden: „Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß“ … Drohung um Drohung, Steinwurf um Steinwurf, Drohne um Drohne, Rakete um Rakete!
Jesus, der gebürtige Jude, predigte Gewaltfreiheit: „Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.“ (Mt. 5,39b) Das Hinhalten der linken Backe signalisierte dem Angreifer, dass der Streit ein Ende gefunden hat. Einen Schlag mehr einstecken kann zu einem vorläufigen Streit-Ende führen. Zugleich kann auch der gewalttätige Angreifer brüskiert werden. Jeder Gegenschlag würde nur die Kettenreaktion der Gewalt bis zur Eskalation hervorrufen.
Jesu hohes Ideal ist nicht einfach zu erreichen. Darüber stolpern auch Christen. Dafür müssen Mittel gefunden werden, dem Frieden näher zu kommen. Der Weg dorthin ist steinig. Voraussetzung sind ehrliche und nicht ideologisch verfremdete Gespräche sowie Kompromisse mit der Bereitschaft, Abstriche zu machen. Zum Streiten gehören zwei, genauso auch zum Schließen des Frieden. Und der Angreifer verzichtet dabei auf den linken Wangenschlag.