Talionsrecht

AUGE UM AUGE – RAKETE UM RAKETE

 

(Foto: eingeschränkte Sicht)

 

 

„Auge um Auge, Zahn um Zahn, …“ (Exodus 21,24) lautet im Alten Testament das Talionsrecht. Talion (lat.) steht für „Vergeltung“. Es geht dabei in erster Linie um entsprechende Wiedergutmachung. Es bleibt meistens nicht bei der Vergeltung, die Lust auf Rache bleibt immanent. Die Vergeltungsspirale und der Rachefeldzug können aber auch schnell überhandnehmen und immer weitere Kreise ziehen. Der Nahostkrieg legt hierfür ein beredtes Zeugnis ab. Demnach kann der biblische Text so erweitert werden: „Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß“ … Drohung um Drohung, Steinwurf um Steinwurf, Drohne um Drohne, Rakete um Rakete!

 

Gewaltlosigkeit

 

Jesus, der gebürtige Jude, predigte Gewaltfreiheit: „Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.“ (Mt. 5,39b) Das Hinhalten der linken Backe signalisierte dem Angreifer, dass der Streit ein Ende gefunden hat. Einen Schlag mehr einstecken kann zu einem vorläufigen Streit-Ende führen. Zugleich kann auch der gewalttätige Angreifer brüskiert werden. Jeder Gegenschlag würde nur die Kettenreaktion der Gewalt bis zur Eskalation hervorrufen.

 

Steiniger Friedensweg

 

Jesu hohes Ideal ist nicht einfach zu erreichen. Darüber stolpern auch Christen. Dafür müssen Mittel gefunden werden, dem Frieden näher zu kommen.  Der Weg dorthin ist steinig. Voraussetzung sind ehrliche und nicht ideologisch verfremdete Gespräche sowie Kompromisse mit der Bereitschaft, Abstriche zu machen. Zum Streiten gehören zwei, genauso auch zum Schließen des Frieden. Und der Angreifer verzichtet dabei auf den linken Wangenschlag.