
(Foto Fantur: Schweine-Standl vor dem Jahreswechsel)
„Schwein gehabt“, sagt man gerne, wenn der Ausgang einer Handlung erfolgreich war. Schweinchen in allen Variationen haben zu Silvester Hochsaison, um sich Glücksbringer für das Neue Jahr erkaufen. Zu diesen abergläubischen Dingen gesellen sich noch ein Hufeisen, ein Fliegenpilz und ein 4-blättriges Kleeblatt dazu. Am Silvester, an dem man sich nur Gutes für das Neue Jahr erhofft, haben normalerweise Unglücksbringer keinen Platz. Für einige sind die Glücksbringer kein Spaß, sondern ein haptischer Hoffnungsschimmer.
Haptische Hoffnungsträger
Der Glaube ist kaum greifbar und man kann sich nur Kraft von oben erbitten, um daraus Hoffnung zu schöpfen. Der Aberglaube und diese Dinge bieten etwas Handfestes, geben einen magischen Touch und man gibt ihnen eine Seele. Dabei versucht man den ausstehenden Leerräumen einen Inhalt zu geben. Glücksbringer werden zu dominanten Lebensbegleitern. Abergläubische Menschen hoffen, dass sie von ihnen nicht enttäuscht werden. Sonst …?
Wendepunkt zwischen Hoffnung und Angst
Der Silvester kann aber auch einen negativen Beigeschmack bekommen, wenn beim Kaffeesudlesen, im dunklen Rest der Tasse, Symbole oder Figuren aufscheinen, aus denen die schlechten Zukunftsprognosen herausgelesen werden. Ähnlich ist es beim Bleigießen, wo über einer Kerze in einem Löffel das Blei gegossen wird und daraus seltsame Figuren entstehen. Die Interpretationen labiler Menschen können Unruhe und Ängste schüren. So wird der Unglücksbringer kein Spaßfaktor mehr, wenn Ängste für das kommende Jahr, wie ein Damoklesschwert, über dem Alltag schweben.