Zölibat

BÖSER WOLF IM SCHAFSPELZ

(Bild erstellt mit ChatGPT, KI, Mädchen mit Tränen in den Augen)

 

Berührend und erschütternd ist die Thematisierung des sexuellen Missbrauches im Lied „Böser Wolf“ von den Toten Hosen:
„Sie ist so scheu wie ein Reh,
man nimmt sie kaum wahr,
denn sie redet nicht viel.
Sie bleibt am liebsten für sich allein,
betet zu Gott und wünscht sich dabei,
dass der böse Wolf niemals wiederkommt
und mit festem Griff um ihren Hals verlangt,
dass sie keinem ein Sterbenswörtchen sagt,
weil er sie dafür so fürchterlich bestraft.“

Wie Müll behandelt

Dem entspricht folgender biblischer Text: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde.“ (Mt 18,6) Biblische Texte stellen sich immer auf die Seiten der Schwächsten. Jesus nimmt sich besonders der Kleinen an, die im Glauben noch ungefestigt sind und denen Gewalt angetan wird. Dies gilt auch bei Verführung eines unschuldigen Kindes bis zum äußersten Fall des Kindesmissbrauchs. Das wird mit der Todsünde gleichgestellt. Theologisch geschulte Personen – Christen – müssten diesen Text kennen und sich der Verantwortung besonders bewusst sein.

Glaubwürdigkeitsverlust wie ein Damoklesschwert

In zu vielen Ländern, (aber nicht nur) in katholischen Kreisen, kommen Fälle von Kindesmissbrauch vor. In den Kirchen muss die moralische Latte hoch liegen und daher ist jeder Missbrauch eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Und diese Fälle von Missbrauch bringen die Glaubensgemeinschaft in ein sehr schlechtes Licht und einige beginnen dadurch am Glauben zu zweifeln. Durch diese Straftat einzelner wird jede Müh´ und Plag´ von Gläubigen und Kirchen abgestraft, wofür sie nichts können. Ein simples und vielsagendes Beispiel: ein Priester verzichtet auf den Dienst des Ministranten (Messdieners) während des Gottesdienstes… .

Kindeswürde ohne Wenn und Aber

Es ist nicht in Ordnung die schrecklichen Taten in Verbindung mit der Religion und dem Glauben zu bringen. Es ist unredlich alle Christen in einen Topf zu werfen, die redlich das Wort Gottes verkünden und sich bemühen danach auch zu leben. Es ist unfair die krankhafte Pädophilie allein auf das Zölibat abzuwälzen, wo gleichermaßen auch Missbrauchsfälle in der Familie vorkommen und diese vielleicht aus Scham unter den Teppich gekehrt werden. Es ist unerträglich, wenn kirchliche Würdenträger die Missbräuche von verurteilten Tätern  ohne Konsequenzen vertuschen, beschönigen oder wegschauen und damit die Glaubwürdigkeit der Kirche aufs Spiel setzen. Der Schutz und die Unantastbarkeit der menschlichen Würde des Kindes muss gewährleistet sein.